Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

Klaus Schmid ist selbstständiger Berater, Mitglied der IHK-Vollver- sammlung und Vorsitzender des dortigen Arbeitskreises IT-Wirtschaft. Wir haben mit ihm über den Einsatz von KI gesprochen. Herr Schmid, was ist KI eigentlich? Der Einsatz von KI ist der nächste evolutionäre Fortschritt in der IT und wird in fast allen Branchen bedeutende Veränderungen bewir- ken. Obwohl nicht sofort alle Probleme gelöst werden können, ist KI ein wichtiger Baustein der digitalen Transformation. Man sollte jedoch ein gesundes Misstrauen und Verständnis für mögliche Fehler haben. Wer kann KI einsetzen? Es gibt keine Branche, in der KI nicht produktiv eingesetzt werden kann. Mit KI habe ich die Chance, digitale und physische betriebliche Prozesse zu beschleunigen. Beispielsweise können intelligente Sup- port-Automatisierungen bei einemMaschinenbauer sogar beim Fach- kräftemangel helfen. Wie gehe ich vor? Für den Anfang sind keine großen Investitionen notwendig. Man fängt mit kleinen Lösungen an, um Erfahrungen zu sammeln und die Quali- fikation der Mitarbeiter zu entwickeln. Man sollte auch prüfen, was in den vorhandenen Softwarelösungen schon an KI eingebaut und nutz- bar ist. Wie groß ist die Bereitschaft dafür? Die schwäbische Innovationskraft ist auch hier gefordert. Allerdings fehlt oft der Mut, auch mal zu scheitern. „German Angst“ heißt da das Stichwort. Risikobereitschaft wird mit Produktivitätsgewinn und Kos- tensenkung belohnt, wenn man am Ball bleibt. Und wie groß ist der Zeitdruck? Wer sich heute noch nichts zum Einsatz von KI in seinem Unterneh- men überlegt hat, ist spät dran. Es spielt keine Rolle, ob es sich um KMU oder Konzerne handelt – jetzt ist der Zeitpunkt, sich damit zu be- schäftigen. Risikobereitschaft wird belohnt Einschätzungen zum Thema künstliche Intelligenz Klaus Schmid ist Mitglied der Vollversammlung sowie Vorsitzender des Arbeits- kreises IT-Wirtschaft. Mit Hilfe des Arbeitskreises treibt die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg die Digitalisierung in den Unternehmen voran. Mehr Infos zu Ansprech- partnern und aktuellen Themen finden Sie unter: mit Kunden noch abgestimmt werden. „Aktuell bewertet ein in- ternes Team die Digitalisierung und KI in Abstimmung mit den Anforderungen des Unternehmens. Zugleich ist es elementar wichtig zu berücksichtigen, was unsere Kunden von uns for- dern“, ergänzt Dick. KI ermöglicht neue Investitionen Die bisherigen Erfolge sind deutlich: Eine Reduzierung des Per- sonalbestandes in der Verwaltung, der Angebotszeit und des Stromverbrauchs wurden heute schon erreicht. Der Wegfall des Maschinenstörbuchs sowie weniger Verschnitt durch eine Zu- schnittoptimierung der verarbeiteten Bleche mittels Digitalisie- rung und KI werden die nächsten Schritte sein. „Dazu kommt, dass die Digitalisierung und die KI-Komponenten der neuen Maschinengenerationen uns nicht nur vor große Herausforderungen stellen, sondern auch erhebliche Investi- tionen fordern“, sagt Dick. Klar sei auch: Das Arbeitsumfeld ver- ändert sich. Tätigkeiten, die durch Digitalisierung und KI ersetzt werden, führten zu einer Neuausrichtung der Mitarbeiter. „Um in Deutschland im internationalenWettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben, sind Digitalisierung und KI imVerbund für uns unver- zichtbar geworden“, betont Dick. Johannes Fritsche „Ziel ist, das papierlose Unternehmen bis 2026 auch in der Fertigung zu haben.“ Rainer H. Dick, Geschäftsführer von Michelfelder Effizient und konsequent Rainer H. Dick forciert in Fluorn- Winzeln mit Hilfe von KI die Entwicklung von Michelfelder. Schwarzwald-Baar-Heuberg 11/2025 39

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