Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
Mehr Infos zur Standortpolitik Über den QR-Code gelangen Sie zu den Standortpolitik-Seiten Ihrer Kammer: Wirtschaft im Südwesten 11/2025 11 die hier leben.“ Was aber tun? „Wir müssen über kommunaleGrenzen hinwegdenken“, sagt Graf. „Jede Ecke hat ihre Vor- und Nachteile – und doch dominiert noch viel zu oft ein lokales Kirchturmdenken.“ Potenziale werden verpasst Gerade im Bereich interkommunaler Gewer- begebiete würden „viele Potenziale verpasst“, dabei brauche es einfach Partnerschaften mit Nachbarlandkreisen. Graf: „Waldshut hat keine und kriegt sicher auch keine öffentliche Hoch- schule in naher Zukunft. Also muss man andere Wege finden, um auch den Unternehmen in dieser Raumschaft Kooperationen mit Hoch- schulen zu ermöglichen und Netzwerke mit jungen Nachwuchskräften zu entwickeln.“ Ap- ropos Netzwerke: Auch im Bereich der digitalen Infrastruktur bleibt der Handlungsdruck hoch, auch wenn die öffentliche Hand in manchen Regionen Millionen in den Ausbau der Glasfa- serinfrastruktur investiert. „Wir sehen, dass der politische Einsatz der Kammern langsam wirkt“, konstatiert Hilsenbek. „Es wird besser, aber es geht den Unternehmern einfach nicht schnell genug. Wir müssen hier dranbleiben!“ Ganz ähnlich ist die Lage im Bereich Bürokra- tie. Auf Genehmigungen warten viele Unter- nehmer gefühlt ewig und auch wenn die Kom- munen hier in der Kritik stehen: Man weiß, dass vor Ort viele Regeln nicht gemacht, sondern ausgebadet werden müssen. „Ich glaube: Das ist auch eine wichtige Erkenntnis“, sagt Wag- ner. „Gute Standortpolitik muss nicht viel Geld kosten. Aber es ist den Unternehmern extrem wichtig, dass sie gehört werden, dass sie mit- genommen werden und dass sie in den Ver- waltungen eine wirtschaftsfreundliche, offene Haltung spüren.“ Ulf Tietge STAHLTEC TREPPEN STAHLBAU BALKONE BELLE AG Limbergstraße 2 79369 Wyhl info@BELLEAG.de BELLEAG.de Anz_IHK_Image_196x66.indd 1 04.09.25 11:52 Quelle: IHK Standortumfrage 2025 (Nennung der TOP 5, Mehrfachnennung möglich) Welche Faktoren werden für Sie künftig zum größten Risiko am Standort? (Kommunale und regionale) Auflagen und Regulierungen 54,6% 51,6% 43,8% 38,6% 34,8% 24,7% 20,7% 19,8% 13,3% 11,5% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 54,4% Verfügbarkeit an Wohnraum Fachkräftemangel bei Ausbildungsberufen Kommunale Steuer- und Abgabenlast Fehlende leistungsfähige Digitalinfrastruktur (Breitband, Mobilfunk) Fehlende leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur (Straße, Schiene, Rad,…) Fehlende Ressourcen (monetär, personell) für die Dekarbonisierung Grenznähe und die damit verbundenen Restriktionen Fachkräftemangel bei akademischen Berufen Fehlende Ressourcen (monetär, personell) in Sachen Digitalisierung Verfügbarkeit an gewerblichen Flächen Bürokratie, Steuern, Fachkräftemangel: Bei den drei größten Themen in Sachen Standortrisiken gab es auch 2025 keine Überraschungen. Je nach Branche aber differenziert sich das Bild. Fachkräfte werden längst nicht mehr überall in dem Maße gesucht, wie das noch 2023 der Fall war. Entlastungen für die Wirtschaft zeigen sich ansonsten in den Ergebnissen der Standortumfrage noch nicht.
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