Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'25 - Hochrhein-Bodensee
Hochrhein-Bodensee 11/2025 46 Gemeinsam für die Innenstadt Gewerbevereine stärken das Stadtmarketing und vertreten lokale Betriebe. Drei Vorstände geben Einblicke in Chancen und Herausforderungen, denen sie sich in vielfältiger Weise stellen. Gewerbevereine Fotos: inspectrum filmproduktionen/Jacek Berezowski; Handwerker- und Gewerbekreis Lauchringen; Gewerbeverein Schopfheim; Aktionsgemeinschaft Tiengen H andels- und Gewerbevereine haben einerseits eine wichtige Funktion als Sprachrohr zwischen Gewerbe und kommunalen Entscheidungsträgern. Anderer- seits sind sie mit ihren vielen belebenden Ak- tionen und Veranstaltungen oftmals ein star- ker Akteur im Stadtmarketing. Eine nationale Studie, die demnächst veröffentlicht wird, zeigt die Herausforderungen und die Stärken der Vereine auf. Vorab haben wir einige Vorstände in unserer Region befragt, wie es um die Lage ihrer Vereinsarbeit zurzeit bestellt ist. IHK-In- nenstadtberaterin Victoria Arens unterstreicht die Bedeutung der Vereine: „Was ein einzelner Betrieb allein niemals leisten könnte, gelingt in der Gemeinschaft der Vereine: Gemeinsam werden die Bedürfnisse von Betrieben und Be- suchern der Stadt gebündelt und Lösungen vorangebracht.“ Wie das vor Ort gelingt, erklären im WiS-Inter- view Stephanie Lovisi vom Handwerker- und Gewerbekreis Lauchringen, Stefan Klever vom Gewerbeverein Schopfheim und Nikola Kögel von der Aktionsgemeinschaft Tiengen. Frau Lovisi, ein Indiz für die Stärke eines Gewerbevereins ist die Mitgliederzahl. Wie hat die sich entwickelt? Stephanie Lovisi: Die Mitgliederzahl des LHGK, des Lauchringer Handwerker- und Gewerbe- kreises, liegt konstant bei 80 bis 90 Betrieben. Es gibt regelmäßige Neuzugänge durch Neu- eröffnungen, aber auch Austritte aufgrund von Geschäftsübergaben. Welche Aktionen plant der Verein? Lovisi: Wir haben mit einem einheitlichen Mar- keting die verkaufsoffenen Sonntage in Kombi- nation mit unterschiedlichen Aktionen zu einer Marke mit Wiedererkennungswert auch über die Ortsgrenzen hinaus aufgebaut. Stefan Klever: Wir veranstalten zwei verkaufsof- fene Sonntage im Jahr. Außerdem organisieren wir das Lichterfest in Schopfheim, eine Weih- nachtsaktion und eine Vielzahl von kleineren Aktionen. Nikola Kögel: Wir organisieren im Jahreslauf etwa 15 Veranstaltungen und ziehen damit sehr viele Gäste an. Einzigartig ist unsere Straßen- fasnacht „Hoorige Mess`“ und unser Jazzfest, der „Tiengener Sommer“. Verkaufsoffener Sonntag – ist das eine Chance oder nur Aufwand? Lovisi: Absolut eine Chance! Wir kombinieren mit dem verkaufsoffenen Sonntag einen Früh- lings- oder Herbstmarkt. Diese knapp 60 Stän- de ziehen viele Besucher in die Straßen des Ortskerns und somit ist dieser Besucherstrom ein Argument, sich als Mitgliedsbetrieb an die- sem Tag für die Besucher zu präsentieren. Die Vorbereitung ist aber definitiv aufwendig und braucht Liebe, um einen dauerhaften Erfolg zu erzielen. Klever: Beides. Jeder verkaufsoffene Sonntag bedeutet für den Einzelhandel einer Stadt eine Chance, neue Kunden zu gewinnen. Auf der anderen Seite ist der Aufwand immens, ein wirt- schaftlicher Erfolg ist der verkaufsoffene Sonn- tag nicht, wenn man ihn isoliert betrachtet. Kögel: Wir sehen die Sonntagsverkäufe als gute Chance, sich als Stadt zu präsentieren. Der Pu- blikumsverkehr gibt uns dahingehend Recht, dass auch Gäste, die ansonsten eher in ande- ren Orten einkaufen, den Weg zu uns finden. Der Aufwand für uns als Veranstalter ist zwar beträchtlich, aber das nehmen wir gern in Kauf. Belebte Innenstädte sind das gemein- same Ziel aller Gewerbevereine. Aktionen wie verkaufsoffene Sonntage locken Besucher in die Stadt.
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