Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'25 - Hochrhein-Bodensee

Hochrhein-Bodensee 11/2025 43 Der Ausbau rückt näher Bund, Land und Landkreise haben sich auf ein Finanzierungsmodell für die dringend benötigte Elektrifizierung und Modernisierung der Bodenseegürtelbahn geeinigt. Bodenseegürtelbahn auf gutem Weg E s geht um 60 Kilometer Bahnstrecke am nördlichen Ufer des Bodensees zwi- schen Friedrichshafen und Radolfzell. Der Abschnitt ist Teil der Bodenseegürtelbahn. Er ist eingleisig, nur mit Dieselantrieb zu befah- ren und sorgt oft für Verstimmung bei Pendlern. Zugausfälle und Verspätungen gehören zu die- sem Teil der Bodenseegürtelbahn, die Lindau und Radolfzell verbindet, genauso wie schöne Ausblicke auf den See und sein Umland. 140 Millionen Euro veranschlagt Die Planungen für eine Modernisierung samt Elektrifizierung der 60 Gleiskilometer liegen seit 2022 vor. Darin enthalten ist auch die Re- aktivierung des Haltepunkts Espasingen bei Stockach. Doch um die gestiegenen Kosten gab es immer wieder politischen Ärger: Weder der Landkreis Konstanz noch der Bodensee- kreis wollten gemeinsam 140 Millionen Euro dafür aufbringen. Die berechneten Gesamtkos- ten liegen aktuell bei knapp 650Millionen Euro. Ohne ein finanzielles Zutun der beiden Land- kreise wäre das Vorhaben allerdings vom Tisch. Für Katrin Klodt-Bußmann, Hauptgeschäfts- führerin der IHK Hochrhein-Bodensee, wäre das die schlechteste Lösung gewesen: „Die Bodenseegürtelbahn ist eine zentrale Achse im Schienenpersonennahverkehr für die Land- kreise Konstanz und Bodenseekreis sowie für die gesamteWirtschaftsregion zwischen Hoch- rhein, Oberschwaben und dem westlichen All- gäu.“ Unzuverlässige Fahrpläne, Verspätungen und mangelnde Kapazitäten stellten einen „kla- ren Standortnachteil“ dar. Schreiben an Kreistag Umso wichtiger, dass vom Land die Zusage über eine höhere Beteiligung gekommen sei, so Katrin Klodt-Bußmann in einem Schreiben an die Fraktionen im Kreistag. Das neue Finan- zierungsmodell sieht vor, dass die Bundes- republik 435 Millionen Euro und Baden-Würt- temberg 135 Millionen Euro übernehmen. Für die beiden Landkreise, die dem Vorschlag zu- stimmten, bleibt damit ein Anteil von 80 Millio- nen Euro. Davon werde der Bodenseekreis we- gen des größeren Streckenanteils 60 Prozent übernehmen. Durch die Zustimmung sind nun weitere Planungsschritte möglich. mrk Katrin Klodt-Bußmann setzt sich für den Ausbau der Boden- seegürtelbahn ein. Verspätungen und mangelnde Kapazi- täten würden einen Standortnachteil für regionale Unterneh- men darstellen. Foto: DB InfraGO AG/Christine Schwarz; www.stock.adobe.com/Katsiaryna/QualityStock Arts; Hohenhaus Verbesserungen in Sicht: Wie hier bei Sipplingen zwischen Bodman-Ludwigshafen und Überlingen ist die Bodenseegürtelbahn an vielen Stellen eingleisig und nicht elektri- fiziert. Das soll sich jetzt (endlich) ändern.

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