Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'25 - Hochrhein-Bodensee
Hochrhein-Bodensee 11/2025 40 Weiter warten auf Impulse Auf die Frühjahrserholung folgt die Herbstdelle: Industrie und Handel schauen pessimistisch nach vorn. Das zeigt sich im aktuellen Konjunkturbericht. Konjunkturbericht D ie Herausforderungen haben sich nicht geändert: Das sind die geopolitische Verunsicherung, eine eingebremste Weltwirtschaft, der hohe Kostendruck und eine verhaltene Stimmung bei den Verbrauchern. Sowohl Geschäftslage als auch Erwartungen haben sich seit dem Frühjahr eingetrübt. Der von der IHK Hochrhein-Bodensee errechnete Index für das Konjunkturklima im Kammerge- biet, das Lage und Erwartung berücksichtigt, ist gegenüber der Frühjahrsbefragung von 102 Punkten auf 98 Punkte zurückgegangen. Er liegt damit auf Landesniveau. „Wie bereits 2024, so ist auch dieses Jahr der Rückgang unter den Produktionsbetrieben im IHK-Bezirk Hoch- rhein-Bodensee zum Herbst hin deutlich“, fasst es Alexander Graf zusammen, zuständig für die Konjunkturumfrage der IHK Hochrhein-Boden- see. Auf einem guten Niveau zeigt sich die allge- meine Geschäftslage. Sie ist gegenüber dem Frühjahr sogar um zwei Zähler auf 111 Punkte ge- stiegen. Damit präsentiert sie sich auch imVer- gleich zumVorjahr positiv. Damals lag der Index bei 101 Punkten. Graf: „29 Prozent der Betriebe beurteilen ihre momentane Geschäftslage als gut, 54 Prozent als befriedigend und nur 18 Pro- zent als schlecht.“ Das ist besser als beispiels- weise bei den Nachbarn im Norden. Bei den Industrieunternehmen im Kammerge- biet sieht es dagegen weniger rosig aus. Hier ist der Lage-Indikator auf 106 Punkte zurück- gegangen – und zwar von 119 Punkten. Der Anteil der Unternehmen im produzierenden Gewerbe, die ihre Geschäftslage als gut be- zeichnen, ist auf 25 Prozent gesunken. Gleich- zeitig bezeichnen mittlerweile 19 Prozent ihre Geschäftslage als schlecht. Vor einem halben Jahr waren es noch zwölf. Weniger Umsätze und Aufträge Ein Indikator, laut Alexander Graf, sind die Um- sätze, „die bei rund 41 Prozent der Produktions- betriebe im Vergleich zur Frühjahrsbefragung gesunken sind“. Entsprechend rückläufig ist der Auslastungsgrad. „Er liegt mit 82 Prozent deutlich unter dem langjährigen Mittel von 85 Prozent“, bilanziert der Leiter Standortpoli- tik der IHK Hochrhein-Bodensee. Gesunken ist auch die Zahl der Auftragseingänge. „So berichten rund 46 Prozent von zurückgehen- den Auftragseingängen aus dem Inland und 27 Prozent von sinkenden Eingängen aus dem Ausland.“ Verhaltener Konsum belastet Handel Der überwiegende Teil der Handelsunter- nehmen – immerhin 62 Prozent – spricht von einer befriedigenden Lage. Ihre Einschätzung der Geschäftslage fällt damit etwas besser aus als noch vor einem Jahr. Allerdings sind nur 16 Prozent wirklich zufrieden, und 22 Pro- zent bezeichnen die aktuelleGeschäftslage als schlecht. Mehr als die Hälfte berichtet zudem von gegenüber dem Vorjahresquartal gesun- Geschäftslage bereitet Sorgen Die Umsätze sind laut Konjunktur- umfrage bei 41 Prozent der Produk- tionsbetriebe gesunken. Foto: www.stock.adobe.com/motorradcbr
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