Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'25 -Südlicher Oberrhein

Tragweite der Entwicklung ist den meisten Arbeitgebern dennoch nicht bewusst, beob- achtet Andreas Seltmann aus Denzlingen. Er ist Berater für Employer Branding und imVorstand der Initiative Demografie Exzellenz. „Da rollt ein Tsunami auf uns zu. Manche Unternehmen werden riesige Lücken in Sachen Arbeitskraft und Know-how zu schließen haben.“ Sein Rat: MIt einer Altersstrukturanalyse ermitteln, wie einen die demografische Entwicklung konkret erwischt und was es braucht, damit der Laden auch in Zukunft gut weiterlaufen kann. Dass Weber-Haus in Rheinau-Linx seit einigen Jahren Robotik-Anlagen in seine Fertigung in- stalliert, sei auch nicht nur dem Streben nach mehr Effizienz geschuldet. Die millionenschwe- ren Investitionen sollen auch die Mitarbeiter in der Produktion entlasten und die Arbeit er- leichtern. Der Brandschutzspezialist Hekatron bietet der- weil älteren Mitarbeitern seit Jahren Orientie- rungsseminare für den letzten Berufsabschnitt an. Dieser Denkanstoß, so berichtet das Unter- nehmen aus Sulzburg im Landkreis Breisgau- Hochschwarzwald, sorgt bei den Teilnehmern nicht nur für mehr Klarheit für die eigene Le- bensplanung, sondern auch noch mal für einen deutlichen Motivationsschub bis zur Rente. Die Ruheständler als Wissensquelle Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit von Firmen in der Zeit nach den Babyboomern dürfte auch das Gelingen von Wissenstrans- fers sein: Viele Erfahrene gehen, ihr wertvol- les Know-how aber soll bewahrt werden. Beim Spritzgusshersteller Weißer und Grieshaber in Mönchweiler beginnt man damit lange, bevor ein Wissensträger ausscheidet, berichtet Ge- schäftsführer Martin Weißer. „Wir kommunizie- ren den Termin möglichst früh, damit alle pla- nen können. Der Mitarbeiter selbst fokussiert sich dann zunehmend darauf, sein Know-how Peter Meißner, Geschäftsführer bei Koch Freiburg und Mitentwickler von helpcode.ai „Unsere KI-Anwendungen sind aus der Frage heraus entstanden, wie wir weiter wachsen können – wohl wissend, dass so mancher Kollege bald in Rente geht.“ Haben Sie sich schon mit der Thematik einer Vier-Tage-Woche beschäftigt? Zustimmung in Prozent aller befragten Unternehmen, Mehrfachantworten möglich 36% Nein 46% Wir werden sie definitiv nicht einführen 7% Erste Informationen wurden eingeholt 6% Es gibt Überlegungen der Geschäftsführung 3% Wir befinden uns mit den Mitarbeitern im Gespräch 1% Es bestehen konkrete Pläne zur Einführung 2% Wir testen die Vier-Tage-Woche bereits 4% Wir haben die Vier-Tage-Woche bereits eingeführt 0% 10% 20% 30% 40% 50% Quelle: IW-Personalpanel, 2024, Welle 35, Frühjahr 2024, N = 823. Wirtschaft im Südwesten 10/2025 09

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