Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'25 -Südlicher Oberrhein
TAGEN Aurelia.indd 1 14.08.2025 12:41:10 urelia 45 x 264.indd 1 18.08.2025 10:12:56 Bevölkerungszahlen mittelfristig sogar zule- gen, gibt es in westdeutschen Flächenländern leichte Verluste, während in ostdeutschen Flä- chenländern binnen einer Generation bis zu 30 Prozent weniger Erwerbspersonen erwartet werden. Automation nimmt weiter zu Die Autoren der Bertelsmann-Studie „Die Zu- kunft der Arbeit“ kommen daher zu dem Ergeb- nis, „dass automatisiert wird, was automatisiert werden kann“. Beratung über Touchscreens, Call-Center mit Telefonbots und KI in nahezu allen Lebenslagen. Samuel Häckel, Inhaber des Beratungsunternehmens Konstanz Solutions, beobachtet dagegen aktuell bei vielen Firmen eine gewisse Schockstarre. Viele wollen „was mit KI machen“, aber was bloß? Häckels Tipp: „Analysieren Sie, wo es in Ihrem Haus gerade am schlimmsten knirscht. Sind es die Prozesse, die Erreichbarkeit, die Datenlage? Schon ha- ben Sie einen ersten Ansatzpunkt für sich.“ Dass Unternehmen und ihre Belegschaften mehr schlecht als recht auf die neuen Para- meter vorbereitet sind, zeigt der aktuelle HR- Monitor von McKinsey: Danach verfüge jeder dritte Beschäftigte schon heute nicht einmal mehr über die erforderlichen Fähigkeiten für seine derzeitige Rolle. Zukunftskompetenzen wie Problemlösefähigkeiten, Datenanalyse und KI-Wissen werden von Personalern zwar als es- senziell eingestuft, sie sind in vielen Betrieben bislang aber kaum vorhanden. Alsomüssen Be- legschaften für neue Technologien fit gemacht – und begeistert werden. Denn Veränderung macht üblicherweise Angst und dann ist die Gefahr groß, dass abgeblockt wird. Für IHK-Referent Marvin Lehmann ist das eine Frage der Sichtweise und der offenen Kommu- nikation: „Tatsächlich geht es in vielen Fällen doch eher um Evolution als um Revolution. Ein Maschinenführer bedient künftig für gewisse Prozesse einen Roboter. Der Job entwickelt sich tatsächlich etwas weiter, aber der Mitarbei- ter mit seinem Know-howwird in der Regel wei- terhin gebraucht. Das gilt es zu betonen.“ Und wie kriegt man es hin, Mitarbeiter für neue Technologie zu begeistern? Nach der Er- fahrung von Christoph Kluge, Geschäftsfüh- rer von Tepcon in Donaueschingem, hilft es, KI-Anwendungen in vertrauter Form anzubie- ten. Sein Unternehmen erstellt unter anderem digitale Anleitungen für Industriebetriebe. „Als die Augmented-Reality-Brillen aufkamen, haben wir unsere Anleitungen darüber ein- spielen wollen.“ Doch die Idee floppte, dieMen- schen fremdelten mit den ungewohnten Gerä- ten. „Jetzt erhalten sie alles via Smartphone und gehen wie selbstverständlich damit um.“ Megatrend 2: der demografischeWandel Dass tausende Babyboomer in Kürze das Ren- tenalter erreichen, ist keine News. Die ganze Optimistisch blicken Peter Meißner (li.) und Florian Koch nach vorn. Ihre Firma Koch Freiburg überbrückt personelle Engpässe zunehmend mit neuen KI-Lösungen. Foto: Koch/Johannes Meger Wirtschaft im Südwesten 10/2025 08
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