Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'25 -Südlicher Oberrhein
Foto: iStock/sofirinaja Eine Erfolgsgeschichte ist die Abkopplung der britischen Insel aus dem europäischen Ver- bund bisher nicht. Vor allem der Warenhandel hat deutlich gelitten: Der bürokratische Auf- wand ist gestiegen, Lieferketten wurden unter- brochen, Exporte sind zurückgegangen. Der Dienstleistungssektor hingegen hat sich als etwas stabiler erwiesen. Die Zuwanderung aus EU-Staaten ist zurückgegangen, die Migration aus Drittstaaten hat zugenommen – mit kom- plexen Folgen für den Arbeitsmarkt. „Die Erbringung von Dienstleistungen im Ver- einigten Königreich ist deutlich komplizierter geworden – in vielen Fällen sogar unmöglich. Grund dafür ist der Wegfall der Personen- und Dienstleistungsfreiheit für EU-Bürger und -Un- ternehmen“, sagt Petra Steck-Brill, Referentin für EU-Märkte im Enterprise Europe Network der IHK Südlicher Oberrhein. „Auch wir spüren die Folgen: Die Zahl der Anfragen zu diesem Thema ist seitdem spürbar gestiegen.“ Unternehmen, dieMitarbeiter aus Deutschland ins Vereinigte Königreich entsenden möchten, müssten sich nun intensiv mit den Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen befassen. „Je nach Tätigkeit und Dauer kann ein Visum er- forderlich sein, zudem sind in einigen Fällen zusätzliche Genehmigungen einzuholen.“ Das bedeute für die betroffenen Unternehmen nicht nur mehr Bürokratie, sondern auch län- gere Verfahren und steigende Kosten. Geschäftsbeziehungen teils aufgegeben „Die über Nacht notwendige Zollanmeldung von Waren hat vor allem auf britischer Seite viele Unternehmen wie auch die Zollverwal- tung selbst überfordert“, sagt Susi Tölzel, Refe- rentin für Zoll und Auslandsmärkte bei der IHK Südlicher Oberrhein. „Es fehlte an Know-how und Manpower. So brauchte es oft Geduld und gute Kommunikation, bis sich die Prozesse ein- gespielt haben, denn viele britische Firmen hatten vor dem Brexit ausschließlich Geschäfte innerhalb der EU getätigt.“ Durch das Freihan- delsabkommen könnten zwar teils Zölle ver- mieden werden, die Anwendung des Abkommens erfordere jedoch Fach- kenntnis, die oftmals nicht vorhan- den war. „Inzwischen bestehen stabile Routinen, aber vor allem kleinere Unternehmen berichten auch, dass sie die Geschäftsbezie- hungen aufgegeben haben.“ toe Sie haben Fragen? Petra Steck-Brill, 07821/2703 690, petra.steck@freiburg.ihk.de ; Susi Tölzel, 0761/3858 1 22, susi.toelzel@freiburg.ihk.de Es zeigt sich ein sehr gemischtes Bild Fünf Jahre nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ist bei vielen Brexiteers die Ernüchterung größer als der Jubel. Brexit-Bilanz BAU COOPERATION Beraten und Bauen GmbH Badstr. 24A 77652 Offenburg Telefon 0781 / 91 91 8-60 Telefax 0781 / 91 91 8-70 Neubau | Umbau | Anbau energetische Sanierung Gewerbe- & Industriebau schlüsselfertig preisgünstig zuverlässig seit fast 40 Jahren Auf Erfahrung bauen www.bau-cooperation.com Südlicher Oberrhein 10/2025 46
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