Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

Manchmal passt einfach alles zusammen: Der richtige Zeitpunkt, die passende Gelegenheit – und der Mut zuzugreifen. So wie bei Aleksej Kusnezov. Weil sein früherer Arbeitgeber sei- nen Betrieb von Waldshut nach Stuttgart ver- legte, musste er sich beruflich neu orientieren. Auf der Nachfolge-Plattform Nexxt-Change entdeckte er im Herbst 2024 das Angebot zur Übernahme von CDS Druck und Marketing – und griff sofort zu. Nach mehr als 15 Jahren nebenberuflicher Selbstständigkeit in Marketing, Grafik- und Webdesign für ihn der folgerichtige Schritt. Kusnezov, der ursprünglich eine Lehre im Ein- zelhandel sowie eine Ausbildung zum Ver- sicherungskaufmann absolvierte, führt CDS allein – und das komplett privat finanziert. Der Mut hat sich ausgezahlt: Bereits nach wenigen Monaten zeigt die Bilanz eine klare Aufwärts- tendenz. Der Umsatz ist sechsstellig, und Kus- nezov rechnet für 2025 mit einem Plus von 40 bis 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr des Vorgängers. „Stolz macht mich, dass ich bisher ausschließlich positive Bewertungen erhalten habe, viel Zuspruch bekomme und regelmäßig weiterempfohlen werde.“ Sein Ziel hinter all dem: CDS Druck und Mar- keting soll wachsen – sowohl im Druck wie im Marketing. Dazu möchte er langfristig ein Team aufbauen. Momentan bremst ihn allerdings die Realität: Trotz guter Zahlen sei es finanziell noch schwierig, Mitarbeiter einzustellen – auch, weil hohe Steuern und Abgaben den Handlungs- spielraum einschränken. Daniela Santo Ein Herz für Spielzeug Mit Druck zum Erfolg Als sein Arbeitgeber nach Stuttgart zog, nutzte Aleksej Kusnezov seine Chance: Über die Plattform Nexxt-Change übernahm er CDS Druck und Marketing. Papagena in Freiburg CDS Druck und Marketing in Waldshut-Tiengen Miriam und Adrian Schaab haben mit Papagena einen traditionsreichen Spielwarenladen übernommen – und setzen dabei auf Erfahrung, Herzblut und ein Stück gelebte Altstadt-Tradition. Klein, aber fein: Aleksej Kusnezov hat sich mit CDS schon einen guten Ruf erarbeitet. Gut im Spiel Miriam Schaab mit ihren Kindern vor ihrem Spiel- warenladen Papagena Als Miriam und Adrian Schaab 2022 nach Frei- burg zogen, verliebten sie sich in die Altstadt – und in Papagena. Zwei Jahre später ergab sich die Gelegenheit, den traditionsreichen Spielwarenladen zu übernehmen: Gründerin Conny Joss-Bosse wollte aufhören, eine Nach- folge war ungewiss. „Es wäre zu schade ge- wesen, wenn der Laden verschwunden wäre“, sagt Miriam Schaab. Die dreifache Mutter ist Ballettlehrerin, bringt außerdem Erfahrung aus der Hotellerie und demGesundheitswesen mit. Gemeinsam mit vier Mitarbeitern und ihrem Mann, der in seinem Hauptberuf pendelt, führt sie Papagena weiter – unterstützt von Joss- Bosse, die dem Team treu blieb. Momentan steht Miriam Schaab selbst noch selten hinterm Ladentisch. Das soll sich aber ändern, sobald ihr jüngstes Kind aus dem Gröbsten raus ist. Finanziert haben die Schaabs die Übernahme des Spielzeugladens komplett aus eigenen Mitteln. Das Geld war eigentlich für den Bau ihres Eigenheims reserviert. „Die damit geplanten Maßnahmen müssen wir nun etwas nach hinten schieben“, sagt Schaab. Mit zuletzt rund 280000 Euro Umsatz sei Papage- na aufgrund der hohen laufenden Kosten vor allem ein Herzensprojekt. Am bewährten Kon- zept wollen die Schaabs erst einmal festhalten, das Sortiment aber behutsam erweitern – etwa um Produkte lokaler Künstler. „Unserem Ruf als Fachgeschäft für Puppen, Puppenkleider und Blechspielzeug wollen wir treu bleiben.“ Daniela Santo Wirtschaft im Südwesten 10/2025 31

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