Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
naheliegend – und zwar gerade in wirtschaft- lich herausfordernden Zeiten. Genau da setzen Firmenfitness-Angebote an. Studien zeigen: Wer regelmäßig Sport treibt, ist seltener krank, leistungsfähiger und zufriedener im Job. Die Initiative Gesundheit und Arbeit (Iga) beziffert den Return on Investment (ROI) betrieblicher Gesundheitsmaßnahmen auf durchschnitt- lich 2,70 Euro pro investiertem Euro – vor allem durch weniger Fehlzeiten. Auch der AOK-Fehl- zeitenreport zeigt: Unternehmen mit struktu- riertemGesundheitsmanagement verzeichnen rund 20 Prozent weniger Krankentage. Flexibel und ortsunabhängig Firmenfitness über Aggregatoren wie Hansefit oder Wellpass machen es einfach: Mitarbeiter erhalten über ihren Arbeitgeber Zugang zu zahlreichen Sport- und Freizeiteinrichtungen – flexibel, ortsunabhängig und ohne langfristige Vertragsbindung. Für Unternehmen sind die Angebote steuerlich attraktiv, für Beschäftigte bedeuten sie einen Mehrwert – gerade in Zei- ten, in denen Fachkräfte genau hinschauen, welche Benefits ein Arbeitgeber bietet. Schon seit vier beziehungsweise einem Jahr arbeitet Norbert Merz mit Wellpass und Han- sefit und zusammen. Firmenfitness-Angebote hat er aber schon kurz nach der Eröffnung sei- nes ersten Fitnessstudios in Rheinfelden vor 40 Jahren eingeführt. Heute sind er und sein Sohn Robin Geschäftsführer von Grendelmatt- Sport, die drei Studios in Rheinfelden betreibt. Diese gehören zur Maxx-Gruppe, die mit insge- samt elf Studios zwischen Laufenburg und Frei- burg einen Jahresumsatz von sieben Millionen Euro erwirtschaftet. Den Bereich Firmenfitness hat die Familie Merz über die Jahre konsequent ausgebaut. „Neben Wellpass und Hansefit haben wir mit 39 Unternehmen der Region eine individuelle Firmenvereinbarung“, sagt Norbert Merz. In al- len Firmenfitnessverträgen sind Gerätetraining, Sauna, Wellness und Gruppenkurse enthalten, dazu ein Trainertermin alle drei Monate. Bei spezifischen Verträgen mit kleineren Unter- nehmen gehen die Fitnessspezialisten auf die individuellen Bedürfnisse ein, etwa bei berufs- typischen Rückenleiden. Ein weiterer Vorteil ei- ner direkten Kooperation: „Auf Wunsch können wir einen Gesundheitstag veranstalten und mit unseren Trainern in die Firma gehen“, erläutert Robin Merz. „Oder wir stehen beratend zur Sei- te, wenn sich Firmen eigene Fitnessgeräte für ihre Mitarbeiter anschaffen möchten.“ Was das Ganze die Unternehmen kostet? Pau- schal lasse sich das nicht sagen. Die Modelle und Zuschüsse seien so unterschiedlich wie die Unternehmen selbst. „Aber genau dafür sind wir ja da“, sagt Robin Merz, der das jeweils passende Konzept mit den Betrieben ent- wickelt – und dafür sorgt, dass Firmenfitness auch wirklich funktioniert. Gerade bei größeren Unternehmen müsse das Angebot breit gefä- chert sein, bei kleineren ließe sich viel geziel- ter auf die Bedürfnisse der Beschäftigten ein- gehen. Auch beim Thema Kostenbeteiligung gibt Robin Merz klare Empfehlungen: „Was nie funktioniert: Wenn die Firma alles zahlt – oder gar nichts“, bringt er es auf den Punkt. Werden die Kosten komplett übernommen, fehle oft die Wertschätzung. Die Folge: Mitarbeiter melden sich zwar an, nutzen das Angebot aber nicht. Umgekehrt springt bei einer rein symbolischen Unterstützung – etwa fünf Euro im Monat – kaum jemand an. Bewährt hat sich hingegen das 50:50-Modell: Die Hälfte zahlt die Firma, die andere der Mitarbeiter selbst. „Dann ist der Eigenanteil groß genug, dass man das Angebot auch wirklich schätzt.“ Unternehmen können ihren Zuschuss übrigens unterhalb der Sach- bezugsfreigrenze steuerfrei gewähren. Und wie sieht die Zukunft der Firmenfitness aus? Für Norbert und Robin Merz ist die Ant- wort klar: „Jede Firma wird irgendetwas anbie- ten müssen – einfach, weil es von den Mitarbei- tern erwartet wird.“ Daniela Santo Fitnesskurs bei der Maxx-Gruppe aus Rheinfelden: Parallel zu den Firmenfitnessverträgen über Aggregatoren wie Hansefit oder Wellpass gibt es indiviudelle Vereinbarungen mit fast 40 Unternehmen aus der Region, um deren Mitarbeiter fit zu halten Robin Merz, Fitnessstudio-Betreiber „Jedes Unternehmen wird Firmenfitness anbieten müssen. Einfach, weil es von den Mitarbeitern verlangt wird.“ Wirtschaft im Südwesten 10/2025 23
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