Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'25 - Hochrhein-Bodensee

Demokratie auf der Bühne Theater trifft Wirtschaft: Mit dem Projekt „Demokratie-Teilhabe-Theater“ wollen das Junge Theater Konstanz und die IHK Hochrhein-Bodensee neue Wege gehen. Ziel ist es, das Demokratieverständnis junger Azubis zu stärken. Kooperation D ie Bühne ist ein Ort, an dem Dinge aus- probiert werden können. Sie ist ein offener Raum, der viele Möglichkeiten bietet. Das beweist das Junge Theater Kons- tanz immer wieder aufs Neue. Doch in dieser Saison findet sich etwas Besonderes auf dem Spielplan. Zwischen „Adresse unbekannt“ von Susin Nilsen und „Hinter verzauberten Fens- tern“, einem Familienstück von Cornelia Funke, geht es dem Ensemble vor allem um Teilhabe und Engagement. Mit dem Projekt Demokratie- Teilhabe-Theater betritt das Theater neue Wege – und die IHK Hochrhein-Bodensee ist mit an Bord. Angeregt wurde das Projekt von der Haupt- geschäftsführerin der IHK Hochrhein-Boden- see, Katrin Klodt-Bußmann, und Karin Becker, der Intendantin des Konstanzer Theaters. Für die Umsetzung und Planung wurden Romana Lautner und Theaterpädagoge Denny Renco dazugeholt. Romana Lautner ist seit Sommer 2020 Teil der Theaterleitung und verantwort- lich für das Junge Theater Konstanz, kurz JTK, seit der Spielzeit 2022/23. Ansprechpartner auf Seiten der Kammer ist Benjamin Weißenhorn, Ausbildungsberater und stellvertretender Lei- ter Ausbildung der IHK Hochrhein-Bodensee. „Das ist ein spannendes Projekt, weil es da kei- nerlei Blaupause gibt. Wir betreten damit ech- tes Neuland“, sagt er über das Vorhaben, das in diesem Herbst Fahrt aufnehmen soll und den Unternehmen vorgestellt wird. Die Idee hinter dem gemeinsamen Projekt ist nicht, junge Auszubildende fürs Theater zu be- geistern, sondern das Demokratieverständnis zu stärken – mit den Werkzeugen des Thea- ters. Dazu haben die Verantwortlichen des JTK mehrereModule entworfen, aus denen interes- sierte Unternehmen und Ausbildungsbetriebe wählen können. „Natürlich kann es auch darum gehen, die Welt des Theaters näherzubringen und Lust auf Kultur zu machen“, sagt Benjamin Weißenhorn. „Doch im Zentrum stehen die Be- schäftigung mit Themen wie Konfliktlösung und Demokratieverständnis.“ Zwei der fünf Module haben genau das zum Ziel. Diskussionen erwünscht In dem 90-minütigen Workshop dreht sich al- les um Streitkultur. Theaterpädagoge Denny Renco beschreibt, was geplant ist: „Mit den Mitteln des Forum-Theaters werden verschie- dene Konfliktsituationen durchgespielt.“ Zu- sammen mit einem Theaterpädagogen sollen dann potenzielle Szenarien erarbeitet werden. So entstehen mögliche „Lösungsansätze für die Konflikte und eine neue Streitkultur“. Der vierstündige Workshop soll, das machen die Verantwortlichen deutlich, nicht der Erzie- hung dienen oder wie ein Vortrag daherkom- men. Stattdessen will man einen Ort schaffen, an dem offen diskutiert werden darf. Beobach- Hochrhein-Bodensee 10/2025 40

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5