Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'25 -Südlicher Oberrhein
Wirtschaft im Südwesten 9/2025 55 Fotos: Chris Eltjes; HGV Haslach; Meyer und Koch; Handelsverband B-W hindert werden kann“, sagt Suse Schad, Leiterin der Geschäftsstelle der Aktionsgemeinschaft Radolfzell. Besonders stolz ist man auf die eige- nen Events, wie „See(h)reise“, „Tag des Rades“ und „Musik uff de Gass“, die Einheimische und Gäste begeistern. Wie in Haslach zählt der Ver- ein 140 Mitglieder aus Handel, Gastronomie und Dienstleistung. „Vor allem in Zeiten des Onlinehandels und veränderter Konsumge- wohnheiten braucht es Gewerbevereine, um Innenstädte lebendig zu halten und gemein- schaftlich neue Ideen zu entwickeln“, so Schad. Corona-Gewinner: die mittelgroßen Städte „Seit Corona haben gerade mittlere Städte bei ihren Kunden an Attraktivität gewonnen“, beob- achtet Handelsverbands-Hauptgeschäftsfüh- rerin Sabine Hagmann. Gründe sind die gute Erreichbarkeit, kurze Wege und ein (noch?) attraktiver Branchenmix. Zudem arbeiten Bür- germeister und Wirtschaftsförderer eng mit ihren Händlern vor Ort zusammen – ein starkes Plus für den Handel. „Prinzipiell gilt jedoch, dass größere Städte imWettbewerb der Standorte in der Regel bessere Karten haben.“ Ein breiteres Angebot an Kultur, Gastro und Freizeitmöglich- keiten ziehe Einheimische wie Touristen an. Freiburg ist so ein Beispiel. Die Stadt setzt be- wusst auf ein ausgewogenes Angebot aus Handel, Gastronomie und Freizeit. Denn auch die Einkaufsstadt im Breisgau hatte in den ver- gangenen Jahren zu kämpfen, etwa mit der Schließung des traditionsreichen Modehau- ses Kaiser vor zwei Jahren. Mehr als 200 Men- schen verloren ihren Job, 7000 Quadratmeter Ladenfläche in 1A-Lage standen plötzlich leer. Das ist mittlerweile zwar Vergangenheit, doch Stillstand kann sich niemand leisten. Unter- stützung erhalten die Händler von der FWTM (Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe), die Events organisiert, Händler bei der Digitali- sierung unterstützt und Kooperationen wie die Initiative „Gemeinsames Freiburg“ fördert. „Außerdem haben wir mittlerweile elf Pop-up- Stores initiiert, die für ein abwechslungsreiches, immer wieder neues Einkaufserlebnis sorgen“, so die FWTM. Sabine Hagmann ist Hauptgeschäfts- führerin des Handelsverbands Baden-Württem- berg. Sie rät dem stationären Handel, Service und Erlebnis in den Mittelpunkt zu stellen, um attraktiv zu bleiben. Gemeinsam mit Stadtmarketing und Gewerbevereinen Die Innenstadtberater der IHK suchen nach konkreten Lösungen, um Innenstädte und Ortszentren lebendig und attraktiv zu halten. Dabei werden die besten Ansätze gemeinsam entwickelt, sinn- voll priorisiert und Schritt für Schritt in die Praxis umgesetzt. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Wirt- schaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg. Kontaktadressen der Innenstadtberater Südlicher Oberrhein Thomas Kaiser 07821 / 2703-640 innenstadtberater@freiburg.ihk.de Schwarzwald-Baar-Heuberg Philipp Hilsenbek 07721 /922 -1 26 hilsenbek@vs.ihk.de Hochrhein-Bodensee Victoria Arens 07531 / 2860-132 victoria.arens@konstanz.ihk.de Lebendige Innenstadt: Der Alemannische Brotmarkt in En- dingen (l.) und der Weihnachtsmarkt in Haslach (r.) sorgen für Leben in der Stadt. Beides wichtige Frequenzbrin- ger – auch für den Einzelhandel.
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