Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'25 -Südlicher Oberrhein
Berufe sind die Berufung Robert Merles. Und zwar, wenn es darum geht, dass ein Mensch den richtigen Beruf für sich findet. Deshalb wirkt der 63-Jährige auch wie jemand, der an- dauernd happy ist. Kein Wunder: Seiner Beru- fung folgt er seit 34 von insgesamt 47 Berufs- jahren – bei der IHK Südlicher Oberrhein. Der Mann, der zuständig war für Ausbildungsbe- ratung, Abschlussprüfungen sowie Aus- und Weiterbildung ist ein echter Zusammenbringer: Azubis, Meister, Geschäftsführer, Lehrkräfte, El- tern und IHK-Menschen. Stets war er nicht nur up to date, was die Veränderungen in den Aus- bildungsberufen anbetrifft, Merle hatte auch ein Gefühl dafür, wer zu wem und was passt, damit die ersten Schritte ins Berufsleben mög- lichst hindernisfrei bewältigt werden können. Ende September geht er in den Ruhestand. „Als ich 1991 zur IHK kam, war ich selbst gerade fertig mit meiner Weiterbildung zum Maschi- nenbau-Techniker, wobei ich nebenbei noch die Ausbildereignungsprüfung absolviert habe. Und dann ging es auch gleich los mit riesigen Veränderungen“, erinnert er sich: „Die Metall- und Elektroberufe wurden neu geordnet und die Maschinenschlosser, Dreher und Werk- zeugmacher wurden zu Industriemechanikern und später dann zu Mechatronikern.“ Sein Job in solchen Phasen: „Wir machen bei der IHK Veranstaltungen für Firmen, damit man ganz genau weiß, was der neue Beruf beinhaltet.“ Die Bibel: das Berufsbildungsgesetz Das Berufsbildungsgesetz bezeichnet Merle als „unsere Bibel“. Tatsächlich wäre das duale System der Ausbildung in Deutschland wohl kaum so renommiert ohne dieses Gesetz und ohne die IHKs mit Menschen wie Merle. Er selbst sieht sich als Dienstleister - für die Aus- zubildenden wie für die Ausbildungsbetriebe. Dass die jungen Menschen am Ende bei der IHK zur Prüfung landen, machte Robert Merle auch zum Allwissenden, wenn es um die fachli- chen Inhalte der Berufe geht: „Ich betreute alle Metall- und Elektroberufe, dazu alle Zeichen- Berufe, Kunststoff- und Kautschuktechnologie, alle IT-Berufe, fahrzeugtechnische Berufe und auch die umwelttechnischen Berufe: Chemi- kanten, Pharmakanten, Lacklaboranten und Produktionsfachkräfte Chemie“. Dies kam in seinem eigenen Berufsleben vielfach zur Wir- kung: auf Messen, bei Info-Veranstaltungen in Schulen oder im Vier-Augen-Gespräch mit Auszubildenden. Bei der IHK Südlicher Ober- rhein gibt es insgesamt sieben Berater wie Merle – eine Instanz, an der das Bundesinstitut Berufliche Bildung festhält. Vielleicht auch, weil nicht nur die Lobbyisten bei der Berufsbildung das Sagen haben sollen, vermutet Merle. Er selbst löst sich nun von seiner beruflichen Berufung - natürlich bester Laune. D. Geiger Fotos: Adobe Stock/Prism Trail; Doris Geiger; IHKSO/Markus Scherer Südlicher Oberrhein 44 Berufe als Berufung Robert Merle hat ein Ge- spür dafür, welcher Beruf zu welchem Menschen passt. Merle-Nachfolgerin Ingrid Gross-Moser Ingrid Gross-Moser wird neue IHK-Ausbil- dungsberaterin. Die gelernte Hotelfach- und Kauffrau ist seit 2014 bei der IHK in der Aus- und Weiter- bildung tätig. „Ich freue mich sehr auf die Tätigkeit", sagt sie. Der Matchmaker der Berufe Nach 34 Jahren in der IHK-Ausbildungsberatung geht Robert Merle in den Ruhestand. Er sah sich als Dienstleister - für Ausbilder und Azubis. Robert Merle
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