Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'25 - Hochrhein-Bodensee

hohl sein, komplexe Kühlkanäle aufweisen oder bionische Strukturen haben, die extrem leicht sind. „Nach der Optimierung durch den 3D-Druck konnten wir aus einem Bauteil, das ursprünglich 3,5 Kilo gewogen hat, ein Bauteil machen, das nur noch 400 Gramm gewogen hat. Eine Gewichtsreduzierung von 90 Prozent bei gleicher Funktionalität.“ Und für wen eignet sich der Metall-3D-Druck? Der Einsatzbereich ist breit, aber vor allem dort interessant, wo kleinere Stückzahlen – zehn, hundert oder vielleicht auch tausend Teile – benötigt werden oder wo besonders komplexe Geometrien gefragt sind. In der Medizintechnik etwa, wo es um spezielle Implantate geht, vom Kniegelenk bis hin zu Schädelplatten. Ein spek- takuläres Beispiel, das Viebrans nennt, stammt aus der Luxusautomobilbranche: Bei Bugatti verursachte eine überhitzte Platine wiederholt Ausfälle. Die Lösung aus dem Drucker: ein Hal- ter mit integrierten Kühlkanälen. Das Problem war beseitigt – ganz ohne riesigen Entwick- lungsaufwand. Ein 3D-Drucker für Metallteile ist keine kleine Investition. „Man sollte realistisch mit 250000 bis 500000 Euro rechnen – je nach Größe und Ausstattung“, sagt Viebrans. Hinzu kommen die Peripherie, CAD-Know-how und Personal, das sich in die Technologie einarbeiten muss. Doch das muss nicht sofort passieren. „Ich empfeh- le Unternehmen, erst über einen Dienstleister in 3D einzusteigen. Oder sie kommen zu uns, lassen sich schulen und bewerten danach, ob sich die Investition lohnt.“ Gemeinsam mit der IHK bietet er sogar ein fünftägiges Schulungs- programm an, mit dem Teilnehmer die Techno- logie und deren Nutzen für das eigene Unter- nehmen einschätzen lernen. „Der 3D-Druck mit Metall gehört zu den span- nendsten Entwicklungen in der Industrie – trotz höherer Kosten und aufwendiger Material- aufbereitung im Vergleich zum Kunststo -3D- Druck“, sagt Marvin Lehmann, Referent In- novationsmarketing bei der IHK Schwarz- wald-Baar-Heuberg. Wer das Potenzial richtig nutzen wolle, müsse jedoch umdenken: Statt bestehende Teile einfach zu kopieren, geht es darum, sie ganz neu zu denken – leichter, e - zienter, besser. Hier kommt der kreative Ansatz des Design Thinking ins Spiel, der die Konstruk- tion gezielt auf die Möglichkeiten der additiven Fertigung ausrichtet. „Vor allem braucht es neues Know-how in der Konstruktion. Genau deshalb sind Schulungen derzeit stark gefragt – Ingenieure, Techniker und Entwickler möchten lernen, wie sie Bauteile gezielt für den 3D-Druck entwerfen und verbessern können.“ Daniela Santo 3D-Experte Viebrans in seinem Labor: Direkt an der 3D-Druckmaschine in seinem Schulungszentrum in Villingen-Schwenningen gelingt der Einstieg in die additive Metallfertigungswelt oft am besten. Ausbildungslehrgang Die IHKSchwarzwald-Baar-Heuberg bietet mit Thomas Viebrans abdem 15. September eine Ausbildung zumAdditive Expert an. DieTeilnehmer erarbeiten sich an fünf Tagenmit praktischen Beispielen dieThemen- gebietedes Metall-3D-Drucks. Mehr Infos gibt es hier: Anzeige Wirtschaft im Südwesten 9/2025 77 » Konzipieren 66 Jahre Industriebau mit Vertrauen www.industriebau-schauenberg.de www.schauenberg.de INDUSTRIEBAU SCHAUENBERG GmbH 79199 Kirchzarten Telefon +49 7661 397-0 schlau – schlüssig – schlüsselfertig » Planen » Bauen

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