Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'25 - Hochrhein-Bodensee
Hochrhein-Bodensee 38 nen zu wirtschaftspolitischen Themen initiiert werden – mit Vertretern aller Fraktionen, die im aktuellen Landtag vertreten sind. Klar sei auch, dass man die Demokratie stärken und vor allem junge Menschen für sie begeistern wolle. Zusammen mit dem Jungen Theater Konstanz soll dazu ein Pilotprojekt in die Wege geleitet werden. Dessen Ziel ist es, junge Menschen in Ausbildung mit dem Theater in Kontakt zu brin- gen, um das Demokratieverständnis mit den Mitteln des Theaters zu fördern. Dazu werden Module angeboten, in denen etwa Konflikt- situationen durchgespielt oder Beobachtun- gen geteilt werden – um sich darüber auszu- tauschen. Auch das Theater selbst mit seinen Werkstätten und Ausbildungsberufen soll dabei vorgestellt werden, um den Bezug zur Kultur zu stärken oder überhaupt herzustellen, sagte Katrin Klodt-Bußmann: „Wir starten damit in Konstanz als Pilot. Es ist geplant, das Projekt danach sukzessive nachWaldshut und Lörrach auszuweiten.“ Auch hier gab die Vollversamm- lung grünes Licht. Berichte und Infos Neben den drei großen Themen umfasste die Tagesordnung auch Berichte aus den Aus- schüssen, von den Wirtschaftsjunioren, von der Delegationsreise nach Oslo sowie der Hauptgeschäftsführerin und des Präsidenten. Thomas Conrady nahm seinen Bericht zum Anlass, auf die aktuelle Lage in derWelt und der Wirtschaft zu blicken. Seine Feststellung: „Wir leben in einer Zeit der Umbrüche.“ Und genau darin sieht der Unternehmer etwas Gutes: „Um- bruchzeiten bieten auch Chancen.“ Ähnlich sah es Vollversammlungsmitglied Bene Müller: „DieWirtschaft hat Möglichkeiten!“ Daher solle man auch nicht immer nach der Politik rufen, sondern fragen: „Was können Unternehmen machen?“ Klare Kante mit Diskussionsbedarf Bevor die Mitglieder der Vollversammlung so- wie ihre Gäste – zu denen Hauptgeschäftsfüh- rer Georg Hiltner und Präsident Werner Rottler von der Handwerkskammer Konstanz sowie Krister Hennige von der IHK Neubrandenburg zählten – den Abend auf der Dachterrasse aus- klingen ließen, stand ein Gastbeitrag auf der Agenda. Manuel Hagel, Landesvorsitzender und Fraktionsvorsitzender der CDU in Baden- Württemberg, griff in seiner Rede die politisch- wirtschaftliche Lage auf und stellte Lösungs- ansätze seiner Partei vor. Er bemängelte, dass man in Baden-Württemberg und der Politik den Ernst der Lage noch nicht erkannt habe: „Um uns herum gerät die Welt aus den Fugen, aber wir tun so, als gehe uns das nichts an.“ Wichtig sei es, über Arbeitszeiten und Freihan- del zu sprechen. „Wo soll der Wohlstand her- kommen?“ – und dann rechnete er vor, dass in Deutschland die Zahl der Arbeitsstunden sinke, während sie in den USA, in China und andern- orts steige. Hagel: „Man muss sich aus einer Rezession herausarbeiten“ – mit der Betonung auf „arbeiten“. Für ihn ist das keine politische Frage, sondern eine unternehmerische Rech- nung. Anstelle von „Wohlstandsverwöhnung“ möchte der 37-Jährige mehr Wettbewerb. 20 Jahre habe man sich so etwas leisten kön- nen, aber jetzt nicht mehr. Das zeige auch das Erstarken der extremen Rechten in Deutsch- land: „Die AfD ist die Alarmanlage dieser Gesell- schaft.“ Daher müsse man sich mit den Themen beschäftigen und nicht die Alarmanlage dafür verantwortlich machen. Aus Termingründen konnteManuel Hagel beim abschließenden Get-Together auf der Dach- terrasse nicht dabei sein. Durch seine Thesen und Ausführungen war der Unionspolitiker al- lerdings noch lange präsent. Bei kühlen Ge- tränken und Grillgut ergaben sich daraus viele kritische und intensive Gespräche. Patrick Merck Zeit für Gespräche: Krister Hennige, Präsident der IHK Neubrandenburg (rechts), der am Bodensee Urlaub machte, nahm die Gelegenheit wahr, die IHK Hochrhein-Bodensee zu besuchen. Ein Gruppenfoto mit Kollege Thomas Conrady und Hauptgeschäftsführerin Katrin Klodt-Bußmann durfte dabei eben- so nicht fehlen wie ein Plausch mit Manuela Hagel (Bild rechts), bevor dieser aus Termingründen wieder weiter musste. „Wir leben in einer Zeit der Umbrüche. Umbruchzeiten bieten aber auch Chancen.“ Thomas Conrady, IHK-Präsident Fotos: Patrick Merck; www.stock.adobe.com/Daniel Ernst
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