Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'25 -Südlicher Oberrhein

ANZEIGE I ndus t r i e fußböden Hummel AG in 79211 Denzlingen 77656 Offenburg-Elgersweier Carl-Zeiss-Straße 18 Tel. 0781 / 6059 - 0 www.storz-fussbodenbau.de info@storz-fussbodenbau.de Bild: iStock/Dina Ivanova O b festliche Tischdekorationen oder Raumgestaltungen – Floristen schaffen individuelle florale Arrangements. Der Be- ruf vereint handwerklich-künstlerische und kaufmännische Kompetenzen mit Kunden- und Serviceorientierung. Die Verantwortung über die duale Ausbildung der bundesweit rund 1800 Auszubildenden (Stand: 2023) haben die Industrie- und Handelskammern. Ausgebildet wird nicht nur in Floristikfach- geschäften, sondern auch in Gartencentern, Baumärkten oder im Einzelhandel. Neben der Beratung und kreativen Gestal- tung gehören die fachgerechte Pflege von Pflanzen und der Pflanzenschutz zum Aufga- bengebiet. Die berufliche Handlungskompe- tenz umfasst zudem die Warenbeschaffung, Lagerung und ansprechende Präsentation der Produkte. Dabei spielt das Marketing eine zentrale Rolle. Um die Grundlage für eine mögliche spätere Selbstständigkeit zu schaffen, vermittelt die Ausbildung darüber hinaus kaufmännische Kenntnisse in den Be- reichen Controlling und Steuerung. Die Floristen-Ausbildung hat sich in den ver- gangenen Jahren stark weiterentwickelt und wird nun neu ausgerichtet. Ziel ist es, die berufliche Ausbildung an technologische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und öko- logische Entwicklungen anzupassen. Bei den Floristen spiegelt sich dies in der steigenden Bedeutung von Serviceorientierung, Kommu- nikation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit wider. Die Modernisierung wurde gemeinsam vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), dem Fachverband Deutscher Floristen und weiteren Partnern vorgenommen und tritt zum 1. August in Kraft. Auch die Ausbildungs- vergütung erhöht sich dann auf 900 Euro im ersten, 1000 im zweiten und 1100 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Moderner und praxisorientierter Die Ausbildungsinhalte und Lernfelder wer- den moderner und praxisorientierter, bei- spielsweise durch eine stärkere Kundenorien- tierung und den Einbezug aktueller Themen wie Nachhaltigkeit. Auch die Digitalisierung wird stärker in die Ausbildung eingebunden, etwa in der Werbung mit digitalen Medien. Floristen sollen am Ende ihrer Ausbildung in der Lage sein, Werkstücke und Events zu pla- nen, zu kalkulieren und zu erstellen, nachhal- tig zu wirtschaften sowie Geschäftsabläufe digital und analog durchzuführen. IHK-Ausbildungsberaterin Anette Stetter: „Gut, dass es nun mit der gestreckten Ab- schlussprüfung eine sogenannte Teil-1-Prü- fung gegen Ende des zweiten Ausbildungsjah- res gibt, deren Wertung mit 20 Prozent in die Abschlussnote mit einfließt. Damit wird die Konzentration bei den Auszubildenden hoch- gehalten und verschafft mehr Sicherheit für die Abschlussprüfung.“ Positiv sieht Stetter auch, dass es in der Prüfung neben dem Ver- kaufs- nun auch ein Fachgespräch gibt, „was die Qualität der dualen Ausbildung erhöht“. Im Südwesten werden die bisherigen schu- lischen Ausbildungsstandorte Freiburg, Of- fenburg und Schopfheim seit Sommer 2024 in der Albert-Schweizer-Schule in Villingen gebündelt. Dort steht ein Lehrlingsheim zur Verfügung, wo Auszubildende während der Blockwochen kostenfrei wohnen können. Auch die beiden technischen Lehrerinnen und Floristikmeisterinnen Sarah Gründl und Susann Schröder sehen Vorteile in der Neu- ordnung des Berufes. Schröder verweist da- bei exemplarisch auf den neuen Rahmenlehr- plan, bei dem „der schulische Schwerpunkt weiterhin auf der Vermittlung von Fachpraxis wie Strauß, Brautschmuck, Trauerschmuck, Raum- und Eventfloristik liegt. Neu ist, dass andere Ausbildungsinhalte wie Stil- und Gestaltungslehre, Ein- oder Verkauf jeweils thematisch dazu passend und somit ganz- heitlicher unterrichtet werden. Dadurch sind die Schülerinnen und Schüler motiviert, nicht mehr in ‚Schubladen-Fächern‘ zu denken, sondern die verschiedenen Aspekte eines Lernfeldes zu verknüpfen und dabei immer den ‚Point of Sale‘ im Blick zu haben.“ Gründl ergänzt, dass ihr am neuen Lehrplan die Modernisierung des Berufsbildes beson- ders gut gefällt. „Aktuelle Themen wie Nach- haltigkeit und Digitalisierung finden endlich Einzug. Die Auszubildenden sind die Zukunft unserer Branche, und sie entscheiden mit darüber, wie sich der Beruf weiterentwickelt. Daher finde ich es besonders wichtig, auch in der Berufsschule Impulse für umweltfreundli- che Alternativen zu setzen und digitale Kom- munikationstechniken zu fördern.“ cm Anette Stetter 0761 3858-170 anette.stetter@freiburg.ihk.de Die Floristikbranche hat in den vergangenen Jahren mit sinkenden Ausbildungszahlen zu kämpfen. Nun wird die Ausbildung neu geordnet und soll damit auch an Attraktivität zurückgewinnen. Floristen-Ausbildung Mehr als ein grüner Daumen

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