Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'25 -Südlicher Oberrhein
28 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 7+8 | 2025 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein ANZEIGE Gewerbebau „Holz setzt sich oft auch preislich durch“ U nternehmen scheuen sich oft vor Holz beim Gewerbebau. Zu Unrecht, meint Architekt Klaus Wehrle. Holz sei nicht nur nachhaltiger, sondern auch kostengünstiger – und habe sogar beim Brandschutz Vorteile. Herr Wehrle, als Architekt und Holzbau- experte beschäftigen Sie sich intensiv mit nachhaltigem Bauen. Welche Vorteile bietet der Holzbau den Unternehmen? Klaus Wehrle: Der größte Vorteil ist die Kombination aus Nachhaltigkeit und Wirt- schaftlichkeit. Holz speichert während sei- nes Wachstums CO 2 und reduziert dadurch die Umweltbelastung im Vergleich zu Beton oder Stahl erheblich. Zudem sind Holzgebäu- de schnell zu errichten, was Baukosten und Betriebsausfälle minimiert. Im Gegensatz zu unseren Erfahrungen im Wohnungsbau ist das Material Holz im Gewerbebau tatsächlich eine kostengünstige Alternative. Wie wirkt sich der Holzbau auf die CO 2 -Bilanz von Unternehmen aus? Besonders bei den sogenannten Scope- 3-Emissionen hat der Holzbau einen posi- tiven Effekt. Da Holz in der Regel eine ge- ringere CO 2 -Belastung in der Herstellung aufweist und damit Transport sowie Bauzei- ten reduziert, sinken die Emissionen in der gesamten Lieferkette. Unternehmen können so ihre Nachhaltigkeitsziele besser erreichen und regulatorischen Anforderungen leichter gerecht werden. Können Sie das CO 2 -Einsparpotenzial beziffern? Das hängt zuerst einmal davon ab, woher das Holz stammt, welche Holzbauart man wählt und wie lange die Transportwege insgesamt sind. Insofern wäre jede Aussage falsch, die ich an dieser Stelle über eine genaue CO 2 - Einsparung mache. So viel ist jedoch klar: Im Gegensatz zu Stahl oder auch Stahlbeton sind die CO 2 -Einsparpotentiale erheblich. Für jedes Projekt muss das dann genau ermittelt werden. Viele Firmen befürchten höhere Baukosten beim Holzbau. Ist diese Sorge berechtigt? Meine Erfahrungen sind da durchaus andere. Im Grunde ist unser Büro nicht auf ein Material fixiert. Viele Projekte schreiben wir deswegen alternativ aus, um wirklich den preiswertesten Baustoff und auch das nachhaltigste Materi- alkonzept am Markt zu ermitteln. Interessant dabei war in den vergangenen Jahren, dass sich das Material Holz bei diesem Wettbewerb Hohe Baukosten beim Holzbau? Klaus Wehrle, Architekt und Geschäftsführer der Carré Planungsgesellschaft, hat da andere Erfahrungen gemacht. Er sieht im nachwachsenden Baustoff viele Vorteile für Unternehmen.
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