Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'25 -Südlicher Oberrhein

20 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 7+8 | 2025 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein 19 Konjunkturumfrage Wagner: „Wirtschaftspolitik braucht jetzt Vorfahrt!“ 22 Förderpreisträger Simon Huber „Meine Ausbildung war super!“ 23 Enterprise Europe Network Neue Förderperiode startet 24 Technologiepark Offenburg Neues Zuhause mit neuem Namen 25 Energiemanagement Neuer Experte bei der IHK 28 Gewerbebau „Holz setzt sich oft auch preislich durch“ 30 IHK-Weiterbildung Mehr Professionalität im Marke- ting 31 Floristen-Ausbildung Mehr als ein grüner Daumen 32 Welcome Center Und zack, war sie da! 33 Veranstaltungen und Sprechtage INHALT Auch die Erwartungen an die kommen- den Monate bleiben verhalten. Jedes vierte Unternehmen glaubt, dass es wirt- schaftlich weiter bergab geht, während nur 14 Prozent mit besseren Geschäften rechnen. Von Aufbruchsstimmung kann am südlichen Oberrhein daher keine Rede sein. Wagner: „Die Auftragsein- gänge fehlen, es gibt noch kein Licht am Ende des Tunnels.“ Noch knapp in der Rezession Die Angaben zur aktuellen Geschäfts- lage und den zukünftigen Geschäfts- erwartungen werden zum IHK-Kon- junkturklimaindex kombiniert. Dieser kann Werte zwischen null und 200 an- nehmen, wobei Werte über 100 Wirt- schaftswachstum anzeigen und Werte unter 100 auf eine Rezession hindeuten. Der Index steigt zwar zum zweiten Mal in Folge um zwei Punkte, befindet sich mit 98 Punkten aber noch immer knapp im rezessiven Bereich. Dass das Grundvertrauen in den Standort Deutschland noch nicht wieder zurück ist, zeigt vor allem der Blick auf das Investitionskli- ma. Zwar steigt der Index der Inlandsinvestitionen im Vergleich zum Jahresbeginn immerhin wieder um vier Zähler auf minus drei Punkte. Langfristig gesehen jedoch verliert der Index an Niveau. So lagen die Werte vor der Covid-19-Pandemie noch stabil um den Wert 20, während sich das Niveau heute eher rund um den Wert 0 einpendelt. Unternehmen, die mehr Investitionen im Inland pla- nen, und solche, die sie zurückfahren wollen, halten sich aktuell fast wieder die Waage. Interessant ist dabei auch der Blick auf die Investitionsmotive. 67 Prozent geben an, dass sie aus Gründen des Ersatzbedarfs investieren, während nur 19 Prozent Kapazitätser- weiterung als Motiv angeben. Dieser Wert liegt deutlich unter dem zehnjährigen Mittelwert von 27 Prozent. Die Zeichen stehen derzeit also nicht auf Expansion. „Made in Germany“ hat an Wert verloren Worin sehen die Unternehmen die größten Risikofaktoren in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung? Die fehlende Inlandsnachfrage stellt für die Betriebe derzeit das größte Problem dar (62 Prozent). „Das Nachfrageproblem ist klar sichtbar“, sagt Wagner. Das gelte auch in Exportmärkten. „Die heimische Wirtschaft ist in vielen Bereichen nicht mehr wettbewerbsfähig. Das Label ‚Made in Germany‘ ist nicht mehr automatisch gesetzt, andere Länder haben deutlich aufgeholt und bieten ebenfalls gute Qualität.“ Während zahlreiche Volkswirt- schaften in Europa und der Welt die Auswirkungen der Covid-Krise längst weggesteckt hätten und starkes Wachstum zeigten, verharre Deutschland seit vielen Jahren in einer Strukturkrise. Das Thema Arbeitskosten ist für 55 Prozent der Unternehmen ein gewichtiger Risikofaktor. Bereits seit sieben Umfragen in Folge gibt mehr als die Hälfte der Unternehmen an, dass Arbeitskosten ihnen Sorgen bereiten. Nach Daten des Statistischen Bundesamts kostet eine Arbeitsstunde inzwischen durchschnittlich 43,40 Euro, das sind zehn Euro mehr als im europäischen Durchschnitt. Dazu dürften die vergleichsweise hohen Lohnabschlüsse der vergangenen Jahre beigetragen haben, aber nicht zuletzt auch die permanent steigenden Lohnnebenkosten (aktuell: 23 Prozent für Arbeitgeber). Schreibt man die demografische Entwicklung fort, ist zu erwarten, *HSODQWH ,QODQGVLQYHVWLWLRQHQ

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