Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'25 -Südlicher Oberrhein

7+8 | 2025 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 19 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein F ür das Jahr 2025 stehen die Zeichen nicht auf Wachstum. Das zeigen nicht nur die Gutachten von Wirtschaftsforschern, auch die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Südlicher Oberrhein weist bestenfalls auf Stagnation hin. Hohe Energiepreise, bürokra- tische Lasten und demografischer Wandel lassen die Unternehmen an langfristigen Investitionen zweifeln. Noch fehlt den Entscheidern in den Betrieben die Überzeugung, dass mit der neuen Bundesre- gierung eine Trendwende eingeläutet wird. „Seit zwei Jahren sehen wir uns jetzt einer schrumpfenden Wirt- schaftsleistung gegenüber. Dieses Szenario droht auch 2025. Deut- liches Wachstum ist überhaupt nicht in Sicht, maximal Stagnation“, bewertet Alwin Wagner, der Stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Südlicher Oberrhein, die Ergebnisse aus der aktuellen „Kon- junkturumfrage zum Frühsommer“. „Wir beschäftigen uns immer noch mit hohen Energiepreisen, mit viel zu viel Bürokratie und mit zu hohen Steuerlasten.“ Unsicherheiten bei ausländischen Standorten Der Index der aktuellen Geschäftslage zeigt kaum eine Veränderung. Lag dieser im vergangenen Herbst und zu Jahresbeginn noch bei sieben Punkten, sind es jetzt acht. 27 Prozent der Unternehmen haben eine gute Geschäftslage, 19 Prozent sind mit ihr unzufrie- den. Wesentlich schlechter wurde die konjunkturelle Lage in den vergangenen zehn Jahren nur zu Beginn der Covid-19-Pandemie bewertet. „Die Unternehmen haben es mit ziemlich vielen Variablen zu tun, die sehr herausfordernd sind und auf die sie sich mit immer schnellerer Geschwindigkeit einstellen müssen. Seien es die inter- nationalen Konflikte oder die globale Handelspolitik, die unseren Mitgliedsbetrieben große Sorgen bereiten. Das merken wir auch bei unseren Beratungen im internationalen Bereich. Hier ist die Nach- frage deutlich angestiegen, weil bei den Unternehmen sehr viele Unsicherheiten bezüglich ausländischer Standorte, internationaler Warenströme und Zollfragen bestehen.“ Die neue Regierung steht, doch der Pessimismus bei den Unternehmen am südlichen Oberrhein hält noch an. Fehlende Nachfrage wird gerade zum größten Risikofaktor. Konjunkturumfrage „Wirtschaftspolitik braucht jetzt Vorfahrt“ Bild: iStock/Myron Standret Viel zu tun im Lager? Bei zahlreichen Unternehmen könnte die Auftragslage besser sein.

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