Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
29 7+8 | 2025 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten www.schauenberg.de Stahlbau Schauenberg GmbH 79199 Kirchzarten Telefon +49 7661 397-0 Industriebau mit Vertrauen » » Planen schlau – schlüssig – schlüsselfertig ANZEIGE IHK-Arbeitskreis Automotive Nicht mehr wettbewerbsfähig? H ohe Produktionskosten, internationale Konkurrenz und ein sich rasant wandelnder Markt – Themen, mit denen sich der erste IHK-Arbeitskreis Automotive in diesem Jahr beschäftigte. Die Automobilbranche steht an einem Wendepunkt, und das spüren auch die Zulieferer in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg. Wie man den Herausforderungen begegnen kann, erörterte der Arbeits- kreis Automotive in den Räumen des Oberndorfer Unternehmens BWS Anlagenbau & Service. Geschäftsführer Ingo Schulte machte seinen Gästen gleich zu Beginn klar, dass man die Lage der Zulieferer nicht nur als Problem der Branche verstehen dürfe. Auch sein Unter- nehmen, das sich auf Ver- und Aufarbeitung von Wasserressourcen spezialisiert hat, sei eng mit der Automobilwirtschaft verbunden. Viele seiner Anlagen würden in den Werken der Automobilindustrie stehen. „Von der Wertschöpfung der Automobilindustrie profitiert der gesamte Industriestandort Deutschland“, erklärte Schulte. VDA-Präsidentin zu Gast Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilwirtschaft (VDA), die extra für den Termin nach Oberndorf gekommen war, griff diese Einschätzung auf und eröffnete die Gesprächsrunde mit einer provokanten, aber realistischen Einschätzung: „Wir können in Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig Autos produzieren. Das hat für die gesamte Wirtschaft Konsequenzen.“ Mit dieser Aussage brachte sie die zentrale Sorge der Branche auf den Punkt. Müller hob hervor, dass der zunehmende internationale Wettbewerbsdruck und hohe Produktionskosten viele Zulieferer an ihre Grenzen bringen. Neben der Diskussion mit Hildegard Müller ergänzten zwei Fach- vorträge die Veranstaltung. Matthias Schneider von Zeiss Industrial Quality Solutions zeigte anhand moderner Messtechnologien, wie sich durch die Analyse von Produktionsdaten eine höhere Effizienz in der Fertigung und Qualitätssicherung erreichen lasse. Thilo Zim- mermann vom Innovations Campus Mobilität der Zukunft stellte die Ergebnisse der Spitzenforschung zu emissionsfreien Antrieben vor und unterstrich, dass Baden-Württemberg eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Mobilitätswende spiele. Das Treffen endete mit einem klaren Appell des IHK-Arbeitskreis- sprechers Wolfgang Häußler an die Politik: „In Sachen Standortbe- dingungen sehen wir vor allem den Staat in der Verpflichtung. Unsere Mitgliedsunternehmen klagen über hohe Energie- und Arbeitskosten, überbordende Bürokratie und fehlende Handelsabkommen – hier müssen Berlin und Brüssel endlich entschlossen handeln“. Ke Daniela Jardot | Innovation und Technologie 07721 922-121 jardot@vs.ihk.de Diskutierten die Zukunft der Automobilbranche: IHK-Arbeitskreis- sprecher Wolfgang Häußler, Dirk Buhmann (Berufliche Bildungsstätte Tuttlingen), VDMA-Präsidentin Hildegard Müller und AuToS-Projektleiter Martin Schmidt (von links). Bild: Maximilian Keller
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