Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'25 -Südlicher Oberrhein

21 6 | 2025 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Sitzung des Außenwirtschaftsausschusses Ruf nach Bürokratieabbau D er Außenwirtschaftsausschuss der IHK traf sich Ende März in der IHK-Akademie in Offenburg. Der Ausschuss tagt zweimal im Jahr und stellt dabei aktuelle geo- und wirtschaftspolitische Themen in den Vordergrund. Nach einem Betriebsrundgang in der IHK-Akademie, bei dem die Werkstätten für überbetriebliche Ausbildung vorgestellt wurden, ein zentrales Angebot zur Ergänzung betrieblicher Ausbildungsstruktu- ren, gab es Vorträge zu den geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China und den Währungseinflüssen und Handelsrisi- ken. Hierbei wurde besonders die Wechselwirkung zwischen US- Zöllen, Euro-Dollar-Schwankungen und den daraus resultierenden Unternehmensstrategien beleuchtet. Im Anschluss tauschten sich die Betriebe zu den aktuellen struktu- rellen und konjunkturellen Herausforderungen aus. Während sich der Fachkräftemarkt leicht entspannt, bleiben andere Probleme akut. Dabei wurden Rufe nach verstärkten Investitionen in Bildung und gezielten Zuwanderungsprogrammen laut. Auch die hohen Energiepreise belasten die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Immer mehr Unternehmen prüfen Produktionsverlagerungen ins Ausland und fordern von der Politik Planungssicherheit sowie Ent- lastungen beziehungsweise Bürokratieabbau, um den Industrie- standort Deutschland zu stabilisieren. sblu Stefanie Blum stefanie.blum@freiburg.ihk.de 0761 3858-123 Bild: IHK SO Dr. Winfried Lausberg Stiftung Unterstützung für Auszubildende D ie Förderung der Fachkräfte von morgen war Winfried Lausberg zeitlebens ein Herzensanliegen. In seinem Testament legte der frühere IHK-Geschäftsführer fest, dass sein Vermögen in Höhe von rund 270000 Euro engagierten und bedürftigen Auszubildenden zugutekommt. Fast zwei Jahre nach seinem Tod wird in seinem Sinne unter dem Dach der IHK-Stiftung Südlicher Oberrhein und unter der Schirmherrschaft der Witwe Helvetia Lausberg nun die Dr. Winfried Lausberg Stiftung ins Leben gerufen. Der Diplom-Kaufmann und promovierte Sozial- und Wirtschafts- wissenschaftler Winfried Lausberg arbeitete seit 1973 bei der IHK Hochrhein-Bodensee und war von Anfang der 1990er-Jahre bis 2011 deren Geschäftsführer. Ein besonderes Anliegen waren ihm die duale Ausbildung, die berufliche Weiterbildung und trinationale Projekte. Gesamtes Kapitalvermögen an IHK-Stiftung Am 5. August 2023 starb Winfried Lausberg, der mit seiner Frau in Schopfheim lebte. In seinem Testament vom 7. Oktober 2014 hatte er angeordnet, sein gesamtes Kapitalvermögen der IHK-Stiftung zuzufüh- ren – als Zustiftung unter dem Namen Dr. Winfried Lausberg Stiftung. „Wir empfinden eine große Dankbarkeit und werden das Andenken an Dr. Lausberg in Ehren halten“, sagt Simon Kaiser, der Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung bei der IHK Südlicher Oberrhein. Mit dem Geld aus der Stiftung werden ab sofort jährlich zwei För- derpreise im Gesamtwert von 5000 Euro finanziert. Ein Förderpreis richtet sich an Absolventen im Ausbildungsberuf Industriekaufleute, die im Idealfall über ihren persönlichen oder beruflichen Werdegang einen Bezug zu anderen Ländern haben. Der zweite Förderpreis zeich- net Absolventen aus, die ihren Abschluss in einem Beruf gemacht haben, in dem eher selten ausgebildet wird. Zu diesen exotischen Ausbildungen zählen Berufe wie Asphaltbauer, Brauer, Fachkraft für Fruchtsafttechnik, Weintechnologe oder Werkfeuerwehrmann. Zwei Förderpreise jährlich Bewerben können sich die jeweils jahrgangsbesten Absolventen aus den beiden Kammerbezirken Südlicher Oberrhein und Hochrhein- Bodensee. Verliehen werden die beiden Preise der Dr. Winfried Lausberg Stiftung im Rahmen der Förderpreisfeier der IHK Südlicher Oberrhein. Die Witwe des Stifters, Helvetia Lausberg, wird die Preise persönlich überreichen. Das Preisgeld ist an einen Zweck gebunden. Die jeweils 2500 Euro sollen den Preisträgern die Möglichkeit bie- ten, sich beruflich weiterzubilden. Dazu zählen auch Sprachkurse oder Auslandspraktika, um die sprachlichen oder interkulturellen Kompetenzen zu erweitern. Lausberg war es ein Anliegen, dass nicht nur Jahrgangsbeste aus- gezeichnet werden, sondern auch solchen Auszubildenden gehol- fen wird, die sich schwertun. Jedes Jahr sollen rund 25 Azubis mit Problemen individuelle Nachhilfen bekommen, wenn sie sich darum bewerben. „Wir stehen bereits mit Nachhilfeorganisationen und Berufsschulen in Kontakt. Die Reaktionen auf unser Projekt sind sehr positiv“, sagt Simon Kaiser. Bei der Dr. Winfried Lausberg Stiftung handelt es sich um keine Verbrauchs- stiftung. Das heißt, die Preisgelder fließen aus den Zinserträgen, der Ka- pitalstock bleibt unangetastet. Die Langlebigkeit der Stiftung ist damit garantiert. fk Außenwirtschaftsausschuss zu Gast in der IHK-Akademie

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