Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'25 -Südlicher Oberrhein

ANZEIGE STAHLTEC TREPPEN STAHLBAU BALKONE BELLE AG Limbergstraße 2 79369 Wyhl info@BELLEAG.de BELLEAG.de JAHRE Stahl Innovation Menschen 11 6 | 2025 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten der Blick für das Wesentliche verloren wird, können wir uns auf das konzentrieren, was wirklich zählt: Qualität, Handwerk und die Beziehung zu unseren Kunden. Kleine Brau- ereien sind in der Lage, flexibel zu agieren, echte Innovationen zu schaffen und sich mit Persönlichkeit abzuheben – genau das macht uns zukunftsfähig. Haben es die kleinen im Vergleich zu Kon- zernen wie Inbev oder großen Playern wie Paulaner derzeit leichter oder schwerer? Die großen Konzerne haben sicherlich ihre Vorteile: Sie verfügen über enorme Ressour- cen, eine riesige Logistik und können durch ihre Größe von Skaleneffekten profitieren. Doch diese Vorteile gehen oft auf Kosten des Charakters und der Authentizität ihrer Produkte und Marke. Die Biere der großen Marken sind häufig nur noch nass, kalt und gelb – und vor allem eines: austauschbar. Die Konzerne können den Markt mit billigen Massenprodukten überschwemmen – aber sie können nicht bieten, was wir bieten: ein echtes Erlebnis, ein Bier, das einen bleiben- den Eindruck hinterlässt. Alkoholfreies Bier wird in Deutschland immer beliebter, auch bei Waldhaus. Kann der Absatz alkoholfreien Biers den des alkoholischen irgendwann überholen oder dessen Rückgang vollends kompensieren? Ich glaube nicht, dass alkoholfreies Bier den klassischen Biergenuss verdrängen wird – aber es wird weiterhin stark wachsen. Alkoholfreie Biere sind eine großartige Ergänzung, weil sie Genuss und bewussten Lebensstil vereinen. Mit Waldi ist ihr neuestes Produkt gar kein Bier – sondern ein Spezi. Ist das mehr als ein Trend? Müssen aus Brauern Limo- nadenmischer werden? Waldi ist eine Antwort auf den Wunsch nach Erfrischung, Heimatgefühl und Natürlichkeit – ganz ohne Alkohol. Aber nein, wir werden keine Limonadenmischer. Wir bleiben Brauer aus Leidenschaft. Waldi ergänzt unser Sor- timent, ohne unsere DNA zu verwässern. Es geht darum, neue Wege zu gehen, ohne die Wurzeln zu vergessen. Waldhaus hat in der Region einen guten Ruf und tut im Marketing auch viel dafür. Was investieren Sie hier pro Jahr? Danke für die Blumen! Marketing ist wirklich eine Herzensangelegenheit für mich. Jeden Tag arbeiten wir mit voller Leidenschaft daran, noch origineller, authentischer und aufmerksam- keitserregender zu sein. Und wir investieren 5 bis 7 Prozent unseres Jahresumsatzes in Marketing. Für uns ist Marketing aber nicht nur Werbung – es bedeutet Begegnung, Emo- tion und Glaubwürdigkeit. Ob beim Sponsoring regionaler Veranstaltungen, bei Social Media oder beim persönlichen Kontakt auf Festen. Die Brauerei Waldhaus wurde 1833 gegründet: Welche Pläne haben Sie, um auch künftig bestehen zu können? Tradition bewahren und Zukunft gestalten – das ist unser Anspruch. Wir investieren kontinuierlich in modernste Technik, in Nach- haltigkeit und in die Weiterbildung unserer Mitarbeiter. Gleichzeitig setzen wir auf re- gionale Rohstoffe und langfristige Partner- schaften. Für uns gehört dazu auch, offen für neue Ideen zu bleiben, ohne unsere Werte zu verraten. Waldhaus ist ein Familienbetrieb und die fünfte Generation steht mit Ihren Kindern schon an der Theke: Verraten Sie mir, wie Sie es geschafft haben, die beiden vom Einstieg zu überzeugen – gerade bei der eher angespannten Lage der Branche... Man kann und sollte seine Kinder nicht zwin- gen, eine Leidenschaft zu übernehmen – sie müssen sie selbst in sich spüren. Janina und Yannik haben früh erlebt, was es bedeutet, Teil von Waldhaus zu sein: Verantwortung, Herzblut, Stolz. Wir haben sie nie gedrängt, sondern ihnen Freiraum gelassen und haben ihnen viele Jahre vor allem die positiven Seiten des Unternehmertums verdeutlicht. Dass sie sich freiwillig entschieden haben, ihre Ausbil- dungen in Richtung Brauhandwerk, Betriebs- wirtschaft, Management und Kommunikation auszurichten, macht mich unendlich stolz. Sie sehen, dass wir hier Echtes gestalten dürfen – für Menschen, die uns vertrauen. se Zur Person Seit 1997 ist der Betriebs- wirt und Braumeister Dieter Schmid (57) Geschäftsfüh- rer von Waldhaus. Die Pri- vatbrauerei setzte 2024 rund 14,5 Millionen Euro um – vor zehn Jahren waren es noch 8,2 Millionen.

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