Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

50 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 6 | 2025 MELSUNGEN/TUTTLINGEN. „Wir sind mit der Entwicklung des Geschäftsjahres 2024 zufrieden“, sagt Anna Maria Braun, die Vorstandsvorsitzende des Medizintechnik- Konzerns B. Braun. Die Muttergesellschaft des Chirurgie-Spezialisten Aesculap aus Tuttlingen setzte im vergangenen Jahr 9,1 Milliarden Euro um – rund 4,4 Prozent mehr als 2023. Die Erlöse verteilen sich auf drei Sparten: das Aesculap-Geschäft mit rund 2,3 Milliarden Euro, Hospital Care mit 4,9 Milliarden und auf die extrakorporale Blut- behandlung für Dialyse-Patienten unter dem Markennamen Avitum mit 1,9 Milliarden. Die Zahl der Mitarbeiter stieg 2024 auf 64262 (plus 1250), verteilt auf Standorte in 64 Ländern. Neueinstellungen habe es vor allem in der Produktion sowie in Forschung und Entwicklung gegeben. Die Produkte und Lösungen von B. Braun kommen inzwischen in 194 Ländern weltweit zum Einsatz. Auch beim Konzernergebnis geht die Kurve nach oben. Braun zufolge vor allem deshalb, weil das Unternehmen effizienter geworden sei und interne Strukturen gezielt verbessert habe. Innovationen seien zudem die treiben- de Kraft: 1,3 Milliarden Euro flossen in neue Technologien, Forschung und Entwicklung sowie die Erweiterung von Produktionskapa- zitäten. Auch in Tuttlingen, wo aktuell rund 3700 Mitarbeiter (plus 200) beschäftigt sind, wird kräftig investiert . „Wir haben uns trotz aller Risiken voller Über- zeugung entschlossen, in diesen Standort zu investieren“, meinte Jens von Lackum, der Vorstandsvorsitzende von Aesculap. Dies geschehe aufgrund sozialer Verantwortung für „die Menschen, die hier leben“, aber auch aufgrund der „Kenntnis, Leidenschaft und Flexibilität“ der Mitarbeiter. Bis Mitte 2027 soll das 90 Millionen Euro teure Gebäude fertiggestellt sein. Dort würde dann die Vor- fertigung - also alle Tätigkeiten rund um das Fräsen und Drehen - für die Tuttlinger Pro- dukte konzentriert. Die zweite Jahreshälfte werde dann für den Umzug der 250 CNC- Maschinen genutzt. Ab Anfang 2028 will Aesculap die Fabrik voll nutzen - inklusive innovativem Energiekonzept: Mit 200 Geo- thermiebohrungen und viel PV auf dem Dach soll die Fabrik klimaneutral werden. ds Schwarzwaldmilch Wachstum mit viel Protein FREIBURG. Die Schwarzwaldmilch-Gruppe (400 Mitarbeiter) blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2024 zurück. Das Unterneh- men steigerte nach eigenen Angaben den Umsatz seines Markensortiments um neun Prozent. Besonders erfolgreich sei die Linie Schwarzwaldmilch Protein, die ihren Umsatz mehr als verdoppelte – um 117 Prozent. Auch die laktosefreie Produktlinie LAC legte um 8,4 Prozent zu, während die Bio Heumilch mit einem Plus von 6,3 Prozent stabil wächst. Zusätzlicher Wachstumstreiber waren die Landliebe-Produkte, die Schwarzwaldmilch seit August 2023 unter Lizenz produziert und vertreibt. Innerhalb nur eines Jahres stieg deren Umsatz um 164,4 Prozent. Auch international ist das Unternehmen gut auf- gestellt: Der Exportanteil am Gesamtumsatz lag 2024 bei knapp 13 Prozent. Gut die Hälfte des Exportumsatzes wird durch den Stand- ort Offenburg erzielt, wo der Umsatz um 7,6 Prozent zulegte. In Summe erwirtschaftete Schwarzwaldmilch einen Umsatz von rund 260 Millionen Euro, ein Plus von 12,1 Millio- nen Euro oder knapp fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mengenmäßig legte der Absatz nur um 3,5 Prozent zu. B. Braun Aesculap baut auf Tuttlingen Aesculap meldet 2,3 Milliarden Euro Umsatz und investiert 90 Millionen Euro in eine Fabrik der Zukunft am Stammsitz in Tuttlingen. Bild: B. Braun

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