Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

39 6 | 2025 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten lenter Infrastruktur und der Nähe zum Flug- hafen. Dank der Nähe zu Hochschulen, einer starken regionalen Industrie und Initiativen wie dem Forum Gesundheitsstandort sind wir eng mit Forschung, Politik und Wirtschaft vernetzt. Das klingt nach einem starken regionalen Netzwerk. Aber profitieren auch lokale Unternehmen von Ihren Investitionen? Wir legen großen Wert darauf, mit Fachbe- trieben aus der Region zusammenzuarbei- ten. Ein Beispiel ist die Komplettsanierung der Kesslergrube in Grenzach, die mit einem Volumen von 239 Millionen Euro umgesetzt wurde. Auch beim Bau unseres Multifunk- tionsgebäudes „Fritz“, realisiert zwischen 2019 und 2021 mit einer Investition von 60 Millionen Euro, waren rund 90 Prozent der beteiligten Unternehmen aus dem Umland. Unsere Investitionen tragen also unmittelbar zur regionalen Wertschöpfung bei. Viele Unternehmen klagen über Fach- kräftemangel. Welche Maßnahmen ergrei- fen Sie, um im Wettbewerb um Talente mitzuhalten? Wir setzen auf drei zentrale Säulen: gezielte Besetzung offener Rollen, langfristiger Talen- taufbau und der Ausbau unserer Arbeitge- bermarke. Dafür nutzen wir datenbasiertes Talent Marketing – von Social Media über Fachmessen bis hin zu gezielten Kampag- nen. Parallel fördern wir aktiv die Weiterent- wicklung unserer Mitarbeiter mit Angebo- ten wie LinkedIn Learning, Coachings oder Sprachkursen. Wissen ist unser wichtigster Rohstoff – und wir sorgen dafür, dass er nicht knapp wird. Trotzdem ist es sicher nicht leicht, Mit- arbeiter zu finden – auch wegen fehlen- der politischer Anreize. Wie wichtig ist Unterstützung durch die Politik bei Ihren Investitionsentscheidungen? Unsere Industrie benötigt vor allem bere- chenbare und innovationsfreundliche Rah- menbedingungen. Innovationen müssen honoriert und Patienten schnell zur Verfü- gung gestellt werden. Gleichzeitig braucht es Verlässlichkeit. Und bei dem hapert es etwas. Gemeinsam mit der neuen Regierung arbeiten wir jetzt daran, dass auch künftig Innovation in unserem Gesundheitssystem ankommen kann. All das spielt eine zentrale Rolle bei unseren Investitionsentscheidun- gen. Wenn Sie sich etwas von der Politik wün- schen könnten – was wäre das? Was wir brauchen, ist eine Politik mit Weit- blick und Entschlossenheit. Wettbewerbs- fähigkeit entsteht vor allem durch innova- tionsfreundliche Rahmenbedingungen und spürbaren Bürokratieabbau. Wichtig ist auch: Forschung und Wirtschaft müssen stärker vernetzt werden, besonders bei Zu- kunftstechnologien. Gesundheitspolitik ist immer auch Wirtschafts- und Industriepolitik – das sollte stärker im politischen Handeln verankert werden. Was wir uns wünschen, sind effiziente, transparente Prozesse und weniger kleinteilige Regulierung auf Bundes- und EU-Ebene. Ambitionierte Umweltziele sind richtig, dürfen Europas Wettbewerbs- fähigkeit aber nicht ausbremsen. Was hat die Pandemie verändert – auch mit Blick auf Ihre Standorte? Die Pandemie war ein echter Stresstest – für Unternehmen, Lieferketten, Volkswirt- schaften und für uns als Menschheit. Für uns bei Roche hat sich gezeigt, wie wertvoll eine stabile Wertschöpfungs- und Lieferkette ist. Dass wir große Teile unserer Produktion, Entwicklung und Logistik hier in Deutschland bündeln, hat sich als enormer Vorteil erwie- sen. In Forschung, Produktion und Inf- rastruktur hat Roche allein in 2024 rund 650 Millionen investiert. Schon zuvor flossen u. a. 60 Millionen Euro (2019-2021) in den Bau des Multifunk- tionsgebäudes „Fritz“ am Standort Grenzach-Wyhlen (rechts). UNTERNEHMEN ANZEIGE

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5