Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

30 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 6 | 2025 Bild: Caroline Augustinovic/IHK Delegationsbesuch aus Indonesien Chancen für den Mittelstand Indonesien ist dynamisch, wachstumsstark und oft unterschätzt. Warum sich gerade für regionale Mittelständler ein genauerer Blick auf diesen aufstrebenden Markt lohnt. N ach ihrer Länderwoche zur Region Süd- ostasien im März lotet die IHK aus, wie insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen aus der Region Indonesien als dynamischen Markt erschließen kön- nen. Beim Besuch der indonesischen Wirt- schaftsdelegation im Haus der Wirtschaft in Villingen-Schwenningen standen die Inves- titionschancen und Möglichkeiten für regio- nale Unternehmen bei der Erschließung des indonesischen Marktes im Fokus. „Im asiatischen Raum wird Indonesien mit einer Bevölkerung von 278 Millionen Einwoh- nern wirtschaftlich häufig unterschätzt. Vor dem Hintergrund zunehmender internatio- naler Handelskonflikte und Lieferabhängig- keiten müssen die eigenen Markt- und Di- versifikationsstrategien fortlaufend auf den Prüfstand gestellt werden. Im Vergleich zu den Marktkonkurrenten aus der Volksrepub- lik China, Japan und Korea hat der deutsche Mittelstand Indonesien als am stärksten aufsteigende Wirtschaftsmacht noch nicht so auf dem Schirm“, fasst Jörg Hermle, IHK- Teamleiter International, die aktuelle Lage zusammen. Stabiles Wachstum Derzeit pflegten nach Angaben der IHK branchenübergreifend bereits rund 100 Unternehmen aus der Region Schwarzwald- Baar-Heuberg Geschäftskontakte in Richtung Indonesien. Die Europäische Union (EU) und Indonesien führten seit 2016 Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkom- men. In der aktuell unsicheren handelspo- litischen Lage sei das ein Anreiz für viele weitere Unternehmen aus der Region, sich mit Indonesien intensiver zu beschäftigen, so Hermle. Generalkonsul Antonius Yudi Triantoro, be- gleitet von den Wirtschaftskonsulen Toary C. F. Worang, Roy Martin Hasudungan und Aditya P. Dolontelide, berichteten, dass In- donesien bereits seit zwei Dekaden stabi- le Wachstumsraten von bis zu fünf Prozent aufweise und damit zu den expansivsten Märkten innerhalb Südostasiens zähle. „Deutschland exportiert vorwiegend Ma- schinen, chemische Erzeugnisse, Mess- und Regeltechnik, Elektronik und Elektrotechnik sowie Fahrzeuge und Fahrzeugteile nach In- donesien. Den umgekehrten Weg nehmen vor allem Textilien und Schuhe, Elektronik, Nahrungsmittel und Rohstoffe“, so Antonius Yudi Triantoro. Moderne Infrastruktur Der indonesische Staat habe die vergange- nen Jahre genutzt, um eine moderne Infra- struktur aufzubauen. So wurden das Straßen- und Schienennetz, der Energiesektor und die Telekommunikation ausgebaut und die Digita- lisierung, die Green Economy, die Raumfahrt und die Errichtung von Industriezonen stark vorangetrieben. Das Gesundheitswesen und die Ausbildung von jungen Menschen sollen zukunftsweisend ausgebaut werden. Investoren, die am Aufbau einer Niederlas- sung oder Produktionsstätte in Indonesien interessiert sind, erhalten über die Wirt- schaftsabteilung des Generalkonsulats in Frankfurt oder bei der deutsch-indonesi- schen Auslandshandelskammer (AHK) wei- tergehende Informationen. He Jörg Hermle, Fachbereich International 07721 922-123 hermle@vs.ihk.de

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