Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
21 6 | 2025 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg REGIO REPORT D er Koalitionsvertrag liegt vor, die Erwar- tungen sind hoch – jetzt aber kommt es darauf an, wie schnell die Regierung Merz ins Handeln kommt. Die IHK sieht im Regierungs- wechsel in Berlin eine Chance für einen ech- ten Neustart, weiß aber auch: Der industriell geprägte Mittelstand in der Region kann sich kein weiteres Zaudern leisten. „Wir brauchen konkrete Ergebnisse. Und zwar schnell“, sagt IHK-Präsidentin Birgit Ha- kenjos und verweist auf die Wirtschaftsstruk- tur in der Region: Mehr als 30000 mittelstän- dische Unternehmen – davon die Mehrheit familiengeführt und fest mit dem Standort verwurzelt –, rund 8000 Auszubildende, eine Exportquote von 50 Prozent, ein Indus- trieanteil von 50 Prozent. „Wer hier bremst, gefährdet Ausbildungsplätze, Innovationen und internationale Wettbewerbsfähigkeit“, so Birgit Hakenjos. Der Koalitionsvertrag enthält aus Sicht der IHK wichtige wirtschaftspolitische Ansätze – etwa zu Planungsbeschleunigung, Steu- ererleichterungen und Infrastruktur. Doch entscheidend sei, was davon im betrieblichen Alltag ankommt. „Die Wirtschaft hat keine Geduld mehr für Klein-Klein und parteitakti- sche Hängepartien. Wir brauchen entschlos- sene Reformen, nicht neue Bürokratie“, sagt Hakenjos. Auch IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez macht klar: „Die Betriebe in unserer Region investieren nicht aus dem Bauch heraus – sie brauchen klare, verlässliche Rahmenbedingungen. Leider fehlen die seit Jahren.“ Der Mittelstand in der Region sei bereit, weiter zu investieren, auszubilden, zu exportieren – „aber nicht im Blindflug“. Die IHK setze sich daher auch künftig für spürbaren Bürokratieabbau, schnellere Ver- fahren, wettbewerbsfähige Strompreise, steuerliche Investitionsanreize und konse- quenten Infrastrukturausbau ein. Diese Vor- schläge sind Teil des bundesweiten 100-Ta- ge-Programms der IHK-Organisation. „Die nächsten 100 Tage sind entscheidend: Für unsere Betriebe. Für den Standort. Für Deutschland. Für Europa“, so Albiez abschlie- ßend. LC Laura Csulits Fachbereich Standortpolitik 07721 922-205 laura.csulits@vs.ihk.de Neue Bundesregierung IHK hofft auf verlässliches Handeln für den Mittelstand Der Regierungswechsel ist eine Chance und der Koalitionsvertrag bietet durchaus Anlass für neuen Optimismus. Jetzt aber geht es ans Umsetzen, sagt IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos. Bilder: Christian Beck/IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg Birgit Hakenjos Thomas Albiez AuToS-Netzwerk „Dieser Koalitionsvertrag gibt uns Rückenwind“ Die Automobilindustrie steht unter Druck. Viele Unternehmen stellen sich strategisch neu auf, während parallel Transformations- prozesse, Qualifizierungsbedarfe und neue Marktanforderungen bewältigt werden müssen. Vor diesem Hintergrund beobach- ten Branchenvertreter den Koalitionsvertrag und die Regierungsbildung mit besonderem Interesse. Für das IHK-Automotive-Netzwerk AuToS, das als Ansprechpartner und Dienstleister für die vielen kleinen und mittleren Unter- nehmen dient, enthält das Papier gute Nach- richten. Das klare Bekenntnis zum Erhalt der regionalen Transformationsnetzwerke über das Jahr 2025 hinaus wird als positives Sig- nal gewertet. Peter Schaumann, der bei der Marquardt Gruppe aus Rietheim-Weilheim die Themen der Transformation verantwortet und Sprecher des AuToS-Projekts ist, sieht darin eine wichtige Weichenstellung: „Die Aussagen im Koalitionsvertrag geben uns Rückenwind.“ IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez begrüßt, dass die Automobilindustrie aus- drücklich als Schlüsselbranche benannt wird, die auch im Schwarzwald-Baar-Kreis maßgeblicher Träger von Wohlstand und Be- schäftigung ist. „Das klare Bekenntnis zur Technologieoffenheit ist aus unserer Sicht ein wichtiges Signal – gerade mit Blick auf die Herausforderungen mittelständischer Betriebe.“ AE Ansgar Eichler, Projekt AuToS 07721 922-187 ansgar.eichler@vs.ihk.de
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