Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'25 - Hochrhein-Bodensee
30 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 6 | 2025 D ie Bedeutung des Wasserstoffforums, das 2025 seine fünfte Auflage erlebte, spiegelt sich in der steigenden Zahl der Besu- cher. Mehr als 100 Interessierte hatten sich angemeldet. „So viel wie noch nie“, sagte Katrin Klodt-Bußmann bei der Begrüßung: Ein gutes Zeichen, so die IHK-Hauptgeschäfts- führerin. Zwar sei es um das Thema etwas ruhiger geworden, doch man spüre, „dass es langsam und stetig nach oben geht“. Und genau dafür sei das Wasserstoffforum da, das wieder von Sunita Patel und ihrem Team organisiert worden war: Menschen zu vernet- zen, den Austausch zu stärken und Impulse zu geben, „um Dinge ins Laufen zu bringen“. Einer, der das in seiner Rolle als Werkleiter in der chemischen Industrie geschafft hat, ist Hermann Becker. Der Ingenieur, seit An- fang des Jahres im Vorruhestand, suchte als Moderator vor allem das Gespräch mit den Referierenden und dem Auditorium: „Wir wollen keinen ‚Frontalunterricht’, sondern den Austausch fördern.“ Für den Aufbau des Forums bedeutete das, dass die Referenten fünf Minuten für ihren Vortrag zur Verfügung hatten, um im Anschluss kurz mit Moderator Becker ins Gespräch zu kommen. Jeweils zum Abschluss der Vormittags- und der Mittags- runde gab es eine Podiumsdiskussion. Regional vorangehen Der Vormittag des Wasserstoffforums, das unter dem Motto „Große Vision oder nur heiße Luft?“ stand, war den regionalen Ansatzpunkten gewidmet. Bernd Reuter, leitender Ministerialrat im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, stellte den Stand und die Herausforderungen des Markthochlaufs vor. „Die Dynamik ist aktuell etwas gebremst“, fasste er zusammen. Da- bei hofft der Leiter des Referats Wasserstoff, dass mit der schwarz-roten Koalition in Ber- lin der Mittelstand wieder stärker beachtet werde. Er verwies auf Förderprogramme des Landes sowie auf Partnerschaften mit son- nenreichen Ländern und Regionen wie Anda- lusien, den Vereinigten Arabischen Emirate oder dem Oman, um dort grünen Wasserstoff für Baden-Württemberg zu beziehen. Im Anschluss stellte Fabian Burggraf, Ge- schäftsführer des Vereins Klimapartner Süd- baden, die Frage, wie Wasserstoff zu den Ab- nehmern in Südbaden kommen soll – und wie man diese Herausforderung angeht, „die für einen Großteil der Unternehmen sehr schwer zu lösen sein wird“. Denn nicht alle können direkt an eine zentrale Leitung angeschlos- sen werden. Daher habe man 15 Standorte für eine dezentrale Produktion bewertet. Von denen seien acht erfolgversprechend und bereits startbereit. Bene Müller, Vorstand von Solarcomplex in Singen, brachte in seinem Referat eine ande- re Komponente ein: Denn klar sei, dass man den in Baden-Württemberg angemeldeten Bedarf an Wasserstoff nicht durch die Erzeu- gung im eigenen Land werde decken könne. Ob die Produktion von grünem Wasserstoff in Andalusien oder auf der arabischen Halbinsel eine sinnvolle Alternative darstellt, bezweifelt der Unternehmer. Zwar seien die sonnen- Bilder: Patrick Merck 5. IHK-Wasserstoffforum Warten auf den Startschuss Wie komplex das Thema Wasserstoff ist, zeigte sich Anfang Mai in Konstanz. Beim 5. Wasserstoffforum der IHK Hochrhein-Bodensee trafen Fachleute aus unterschiedlichen Branchen zusammen. Zwar sind etliche Fragen weiter unbeantwortet, doch eines hat das Forum gezeigt: Alle warten auf den Startschuss. Moderator Hermann Becker, Fabian Burggraf, Bene Müller, Bernd Reuter, Willfried Rapp, Marc Oeßel, Maria Hagen, Katrin Klodt- Bußmann, Jens Schuler, Pascal Kurz und David Duttlinger tauschten sich beim IHK-Wasserstoffforum in Konstanz aus (von links).
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