Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai'25 -Südlicher Oberrhein

20 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 5 | 2025 REGIO REPORT  IHK Südlicher Oberrhein 19 Standortsicherung Wie Wohnraum zum Wettbewerbsvorteil wird 21 Förderpreisträgerin Julie Marlene Sellin macht lieber zwei Ausbildungen als zu studieren 22 Gutes Marketing „Menschen vertrauen Menschen“ 24 Standortumfrage Meinung der Wirtschaft ist gefragt 25 Auslandsgeschäft Ukraine bleibt attraktiver Zukunftsmarkt 28 Indien im Fokus Neues Azubi-Rekrutierungsprojekt 29 Nachfolge-Navigator Erfolgreich in die Zukunft steuern 30 Preisträger Auszeichnung für IHK-Sommelier in spe Peter Reutlinger 31 NiS-2 Wie es weitergeht INHALT Raum beklagen 40 Prozent der Unternehmen einen Mangel an Wohnraum. „Betroffen sind letztlich alle“, sagt Alwin Wagner, der Stell- vertretende IHK-Hauptgeschäftsführer. Der Wohnraummangel werde zum Risikofaktor für den Standort. „Wir haben selbst schon erle- ben müssen, dass wir Beschäftigte verloren haben, weil sie in der Region keine Wohnung finden konnten.“ Vor diesem Hintergrund rückt das über viele Jahrzehnte gelebte Konzept der Werkswoh- nungen wieder stärker in den Fokus, neue Modelle der Unterstützung gesellen sich hin- zu. „Wer als Unternehmen beim Thema Woh- nen mitdenkt, kann sich im Wettbewerb um Talente deutlich positionieren und langfristig die Mitarbeiterbindung stärken“, sagt Wag- ner. Einige Betriebe am südlichen Oberrhein haben bereits erste Modelle entwickelt, etwa durch eigene Werkswohnungen, Kooperati- onsprojekte mit Wohnungsbaugesellschaften oder durch die gezielte Unterstützung bei der Wohnungssuche. Vor allem Auszubildende haben es in der Großstadt Freiburg schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Aus diesem Grund entsteht derzeit im Nordwesten der Stadt ein einzigartiges Wohnprojekt mit rund 90 Apartments für 145 Azubis. In etwas mehr als einem Jahr soll das Projekt der Freibur- ger Stadtbau (FSB) bezugsfertig sein. Andere Projekte stehen bereits in den Startlöchern. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) registriert ein vermehrtes Engagement der Unternehmen in Sachen Mitarbeiter- wohnen. In Deutschland vermieteten im Jahr 2023 gut fünf Prozent der Unternehmen eine Unterkunft an ihre Beschäftigten. Das entspricht rund 675000 Wohnungen sowie 46000 Wohnheimplätzen für junge Mitarbei- ter, haben die Wirtschaftsforscher im Auftrag des Bundesbauministeriums ermittelt. Hinzu kommen indirekte Maßnahmen wie Tausch- börsen, finanzielle Unterstützung oder die Beauftragung von Maklern. Hier sind 11,6 Prozent der Firmen engagiert. „Der Ausbau von Mitarbeiterwohnungen be- darf einer großen Kraftanstrengung von Un- ternehmen, Projektleitern und Kommunen“, sagt Alwin Wagner. Baulandreserven müssen aktiviert, Baugenehmigungen beschleunigt und innovative Bauweisen gefördert werden. Kommunen bräuchten dafür den Rückhalt von oben, erklärt Wagner und appelliert an die politischen Entscheidungsträgerinnen und -träger im Land, über Parteigrenzen hinweg an einer Lösung mitzuwirken. „Wir müssen unseren Standort attraktiv halten.“ tas Veranstaltungshinweis Welche Lösungen zumMitarbeiterwohnen sind wirtschaftlich sinnvoll und rechtlich mach- bar? Welche Rolle können Kommunen, Immobilienakteure und Förderinstitutionen über- nehmen? Und was braucht es, um solche Modelle auch in der Breite umzusetzen? Diesen Fragen widmet sich die IHK Südlicher Oberrhein gemeinsam mit regionalen Partnern in zwei praxisnahen Veranstaltungen – jeweils mit einem einführenden Impuls der IHK, konkreten Projektbeispielen sowie Möglichkeiten zum Austausch: Dienstag, 20. Mai, 16 bis 18 Uhr, World of Living beiWeber-Haus in Rheinau-Linx. Gemeinsammit nectanet, derWirtschafts- förderung des Ortenaukreises, undWeber- Haus richtet sich diese Veranstaltung an Unternehmen in der Ortenau. Im Fokus stehen potenzielleWohnraumlösungen so- wie erste Umsetzungsansätze für Betriebe. Anmeldung unter Mittwoch, 21. Mai, 12 bis14 Uhr, Kon- zerthaus Freiburg. Für die Region Freiburg lädt die IHK gemeinsam mit der Freibur- ger Stadtbau und der Wirtschaftsförde- rung Freiburg (FWTM) zu einem Business Lunch ein.Vorgestellt wird unter anderem: „Corporate Living Freiburg“ – Neue Bau- projekte und Businesskonzepte der Frei- burger Stadtbau zumMitarbeiterwohnen. Anmeldung unter Beide Termine beleuchten darüber hinaus steuerliche und fördertechnische Rahmen- bedingungen. Anpacken ist angesagt: Firmen nehmen beim Thema Wohnungsbau das Heft in die eigene Hand. Bild: iStock/milanvirijevic

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