Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
50 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 5 | 2025 UNTERNEHMEN Nach zwei schwierigen Jahren geht’s im Kehler Hafen wieder bergauf: 2024 legte der Güterumschlag kräftig zu – auf dem Wasser und der Schiene. Hansgrohe Lauwarme Zahlen dank der Baukrise in China SCHILTACH. Die Hansgrohe Group zieht eine solide Bilanz für das Geschäftsjahr 2024. Der Armaturenhersteller aus Schiltach erzielte nach eigenen Angaben einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 1,3 Prozent. Die Hansgrohe Group vertreibt ihre Produk- te wie Brausen, Duschsysteme, Bad- und Küchenarmarturen, Küchenspülen sowie Sanitärkeramik und Badmöbel in über 145 Ländern. Trotz schleppender Baukonjunk- tur in China wie Europa – insbesondere in Deutschland – verzeichnete das Unterneh- men eigenen Angaben zufolge im Projekt- geschäft Erfolge. Das klassische Handels- geschäft sei hingegen leicht rückgängig gewesen. Umsatzzuwächse in Indien und der Türkei wurden durch die Stagnation des deutschen und chinesischen Markts wie- der aufgezehrt. Nach wie vor generiert der Sanitärhersteller den größten Umsatzanteil mit 327 Millionen Euro im Heimatmarkt. Die Inlandsumsätze verringerten sich um ein Prozent, der Umsatz im Ausland sank um 1,5 Prozent. 2024 beschäftigte die Hansgrohe Group weltweit 5645 Mitarbeiter. Kehler Hafen Mehr Schiffe, mehr Tonnage N ach einem starken Rückgang in den beiden vo- rangegangenen Jahren stehen im Kehler Hafen die Zeichen auf Erholung: Das Verkehrsaufkommen ist deutlich gestiegen – sowohl auf dem Wasser als auch auf der Schiene. Die Schiffstonnage legte um 50 Prozent zu und erreichte mit 4,1 Millionen Tonnen fast wieder das Niveau von 2021. Auch die Bahntransporte zogen an: Um zwölf Prozent kletterte das transportierte Volumen auf 2,7 Millionen Tonnen – das zweitbeste Ergebnis seit Bestehen des Hafens, der auf 124 Jahre Geschichte zurückblickt. Zusammengerechnet ergibt das ein Gesamtvolumen von 6,8 Millionen Tonnen – 32 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Im vergangenen Jahr liefen 3300 Güterschiffe in den Kehler Hafen an – ein Anstieg um 34 Prozent. Und sie kamen nicht nur zahlreicher, sondern auch schwerer beladen: Die durchschnittliche Tonnage pro Schiff stieg um elf Prozent auf rund 1200 Tonnen. Grund dafür waren laut Hafenverwaltung vor allem bessere Fahrwasserverhältnisse auf dem Rhein. 74 Prozent der Schiffe fuhren unter niederländischer Flagge. Dahinter folgen deutsche Schiffe mit 19 Prozent, belgische mit drei und französische mit zwei Prozent. Wie gewohnt spielt die Metallbranche im Kehler Hafen eine zentrale Rolle – schließlich sind die Badischen Stahlwerke dort ansässig. Der Umschlag von Eisen- und Stahlwaren stieg um eine auf knapp drei Millionen Tonnen. Damit machen diese Güter 71 Prozent des ge- samten Schiffsgüterumschlags aus – im Vorjahr waren es noch 66 Prozent. Eine erfreuliche Entwicklung gab es auch bei den Bahntransporten: Mehr als 50000 Waggons rollten über die 43 Kilometer langen Hafengleise. Das Gros der Transporte – rund drei Viertel – entfiel ebenfalls auf Eisen- und Stahlprodukte. Dahinter folgen Con- tainerware mit zwölf Prozent, Zellstoff (für Koehlers Papierfabrik) mit acht Prozent und Mineralölprodukte von Tankern mit drei Prozent. Mit rund 5000 Beschäftigten in etwa 100 Hafenbetrie- ben bleibt der Kehler Hafen ein wichtiger Arbeitgeber – und erreichte auch in dieser Hinsicht das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte. Wieder genug Wasser unterm Kiel: Der Kehler Hafen meldet gute Zahlen für 2024.
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