Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'25 - Hochrhein-Bodensee

27 4 | 2025 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten D ie demografische Entwicklung macht auch vor Unternehmern keinen Halt. Mehr als zwei Drittel werden in den kom- menden Jahren 55 Jahre oder älter sein. Die Frage, was mit einem Unternehmen geschehen soll, „wird eher selten frühzei- tig geklärt“, sagt Felix Keller. Weil das The- ma an Bedeutung zunimmt, bietet die IHK Hochrhein-Bodensee im ersten Halbjahr 2025 kostenlose Sprechtage an, erläutert der Referent im Geschäftsfeld Existenzgrün- dung und Unternehmensförderung weiter. Der erste Termin findet in Schopfheim am Mittwoch, 16. April , statt, der Termin in Konstanz folgt am Dienstag, 6. Mai . Unter- stützt wird das Vorhaben von den Senioren der Wirtschaft. Der Verein arbeitet bereits seit mehreren Jahren auch mit anderen IHKs zusammen. „So ist auch der Kontakt zustan- de gekommen“, berichtet Felix Keller. Wer das kostenlose Angebot an einem der beiden Tage in Anspruch nehmen möchte, meldet sich bei Birgitt Richter, um einen Ter- min zu erhalten. Pro Gespräch werden etwa 45 Minuten eingeplant. Gesprächspartner an beiden Standorten wird Andreas Heft sein. Der 64-Jährige aus Donaueschingen war vor seinem Engagement bei den Seni- oren der Wirtschaft in der IT-Branche aktiv und dort unter anderem für Business Deve- lopment zuständig. Konkrete Fragen „Es sind meist sehr konkrete Fragen, die mir gestellt werden“, berichtet Heft. Eine lautet: „Was bekomme ich für mein Unter- nehmen?“ Allerdings sollten, bevor es um eine mögliche Monetarisierung geht, andere Sachverhalte geklärt sein: „Eine Frage wäre zum Beispiel: ‚Möchte ich das Unternehmen wirklich abgeben? Kann ich loslassen?‘ Dem schließt sich die Frage an, an wen verkauft oder abgegeben werden soll: Bleibt es in der Familie, wäre ein Management Buyout vorstellbar oder wird ein externer Käufer gesucht?“ Zu diesem Zeitpunkt geht es vordergründig noch nicht um wirtschaftli- che oder finanzielle Aspekte. Es wäre die erste von vier Phasen, wie sie die IHK in ihrem Leitfaden „Herausforderung Unter- nehmensnachfolge“ definiert. Sie gliedern sich in Sensibilisierung, Vorbereitung, Ver- handlung und Umsetzung. Persönlicher Austausch Welche Schritte zu welchem Zeitpunkt bei einer Übergabe oder einem Verkauf sinnvoll wären, ist unter anderem dem IHK-Leitfaden „Herausforderung Unternehmensnachfolge“ und vielen anderen Fachveröffentlichungen zu entnehmen. Dennoch ist der persönliche Austausch unter vier Augen und in einem geschützten Raum nachgefragt, weiß Heft. „Weil es ein Thema ist, das bewegt.“ Wird es viel zu spät oder sogar falsch an- gegangen, kann das enorme Auswirkungen haben: von der Unternehmenskrise bis hin zur Betriebsaufgabe. Umso wichtiger sei es, die Weichen schon frühzeitig zu stellen oder zumindest im Blick zu haben. Mit dem kos- tenlosen Sprechtag sollen Wege aufgezeigt werden, die sich dann mit Bordmitteln oder externer Unterstützung weiterverfolgen lassen. Eine einmalige Angelegenheit Externe Hilfe bei der Frage, wie es für ein Unternehmen weitergehen kann, ist immer sinnvoll, sagt Andreas Heft: „Denn die Re- gelung der Unternehmensnachfolge ist eine sehr große Aufgabe. Und die meisten Unter- nehmer machen das ja typischerweise nur einmal in ihrem Leben.“ Daher können sie nicht auf eigene Erfahrungswerte zurück- greifen. Doch guter Rat muss nicht teuer sein… mrk Birgitt Richter Geschäftsfeld Existenzgründung | Unternehmensförderung 07531 2860-139 birgitt.richter@konstanz.ihk.de Bild: Andreas Heft/privat Kostenlose Infogespräche Frühzeitig an Unternehmensnachfolge denken Andreas Heft ist seit 2020 bei den Senio- ren der Wirtschaft aktiv. In diesem Verein engagieren sich ehemalige Führungskräf- te ehrenamtlich als Berater und Coaches bei Unternehmensgründungen, -überga- ben oder -entwicklungen. Fünf bis sieben Jahre – das wäre die ideale Zeitspanne, um ein Unternehmen in andere Hände abzugeben. Das weiß Andreas Heft vom Verein Senioren der Wirtschaft. Doch daran gedacht wird im unternehmerischen Alltag selten: Daher bietet die IHK Hochrhein-Bodensee in diesem Frühjahr in Kooperation mit dem Verein erstmals kostenlose Sprechtage zu diesem Thema an.

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