Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'25 - Hochrhein-Bodensee

IHK Hochrhein-Bodensee   REGIO REPORT buehrer-wehling.de EINE IDEE? WIR BAUEN’S! Kreative Konzepte für einzigartige Gewerbebauten. ANZEIGE spricht“, erläutert Karsten Pabst und nickt dem Azubi aus Saint-Louis anerkennend zu. „Das ist schon schön“, ergänzt der mit einem Lächeln auf den Lippen. Auf beiden Seite der Grenze Eine Viertelstunde braucht Behar Fazliu, um von zu Hause zu seiner Arbeitsstelle jenseits des Rheins zu gelangen. Zweimal pro Woche hat er es noch einfacher: Denn die theoreti- sche Ausbildung ist am Lycée Jean Mermoz in Saint-Louis, das im Süden an Basel und im Osten an Huningue grenzt. Dort wird er auch seine Prüfung ablegen – auf fran- zösisch. Wie es dann weitergeht, erläutert Katharina Prommersberger-Messner: „Der ausgelernte Azubi erhält sein französisches Abschlusszeugnis und eine Bescheinigung der IHK, die ihm die Niveaugleichheit bestä- tigt und damit das Recht, als Externer an der deutschen Abschlussprüfung im Refe- renzberuf teilzunehmen.“ Legt er diese ab, erleichtert das die Weiterbildung nach der deutschen Weiterbildungsverordnung etwa zum Handelsfachwirt. Ansonsten müssten die Ausbildungsnachweise nachträglich an- erkannt werden. Offenheit und Engagement Auf französischer Seite sei die Möglichkeit ei- ner grenzüberschreitenden Ausbildung recht bekannt, weiß Katharina Prommersberger- Messner. Das Lycée sei zudem sehr aktiv und engagiert. Birgit Hinz: „Wir tauschen uns regelmäßig aus, es gibt viel persönlichen Kontakt. Zweimal im Jahr muss zudem ein Bewertungsbogen ausgefüllt werden, um das Geschehen zu dokumentieren.“ Sie lächelt: „Man merkt, dass die Schule voll hinter dem Vorhaben steht.“ Auf der deutschen Seite hänge das Projekt maßgeblich von der Initia- tive und Offenheit der Unternehmen ab. Hier gebe es noch ein bisschen Luft, sagt Kathari- na Prommersberger-Messner. Oder – wie es Karsten Pabst formuliert: „Wir Unternehmer müssen daran arbeiten, den Rhein als Grenze aus unseren Köpfen zu bekommen.“ Aus diesem Grund tauscht sich Katharina Prommersberger-Messner regelmäßig mit ih- ren Mitstreiterinnen von der Bundesagentur für Arbeit und dem Lycée Mermoz aus: „Wir wollen die Zusammenarbeit zur grenzüber- schreitenden Ausbildung stärken und aus- bauen.“ Ein Baustein könnte ein grenzüber- schreitendes Berufsorientierungspraktikum sein, das eng von der Schule begleitet wird, um auch deutschen Betrieben erste Erfah- rungen zu ermöglichen. Patrick Merck Katharina Prommersberger-Messner Ausbildungsberaterin kaufmännische Berufe Geschäftsfeld Ausbildung | Weiterbildung 07622 3907-223 katharina.prommersberger-messner@ konstanz.ihk.de Aubsildungsleiterin Birgit Hinz und Ausbildungsberaterin Katharina Prommersberger- Messner (v. l.)

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