Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'25 - Hochrhein-Bodensee

22 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 3 | 2025 A n Hochrhein und Bodensee besteht weiterhin viel Unsicherheit über den weiteren Konjunkturverlauf, fasst es Alexander Graf zusammen. Er ist zuständig für die regionale Konjunkturumfrage: „Die geopolitischen Konflikte, die Zurückhaltung von Konsumenten und Unternehmen bei Konsum- und Investitionsausgaben im Inland bereiten den Unternehmen ungebrochen Sorgen.“ Auf der anderen Seite fehlten positive Impulse für eine nachhaltige Belebung. Das habe dazu geführt, dass immer mehr Unternehmen mit Skepsis auf die Wirtschaftspolitik des Bundes geblickt haben. Leicht bessere Geschäftslage Die Geschäftslage der Unternehmen ist, so Graf, „zum Jahreswech- sel gegenüber der Herbstumfrage wieder gestiegen. Der Lagein- dikator liegt mit 113 Punkten leicht über dem Landesniveau.“ Im Vergleich zum Vorjahr, da waren es 118 Punkte, bleibe die Ge- schäftslage rückläufig. Insgesamt beurteilten 32 Prozent der teil- nehmenden Betriebe ihre momentane Geschäftslage als gut, 49 Prozent als befriedigend und 19 Prozent als schlecht. Industrie mit weiter sinkender Auslastung Auch die Einschätzung der Industrie habe sich gegenüber der Herbstbefragung verbessert. „Mit einem von 83 auf 93 gestiege- nen Indikatorwert für die Lage der Produktionsbetriebe in der Re- gion Hochrhein-Bodensee hat sich zum Jahresende eine Erholung nach dem starken Rückgang im vergangenen Jahr abgezeichnet“, erläutert Alexander Graf. „Aktuell sprechen rund 19 Prozent der Unternehmen von einer guten und weitere 56 Prozent von einer befriedigenden Geschäftslage. Ein Viertel der Produktionsbetriebe attestieren eine schlechte Geschäftslage.“ Weiter gesunken ist der Auslastungsgrad in der regionalen Industrie. Mit knapp unter 75 Prozent liegt er deutlich unter dem Vorjahreswert und auch unter dem langjährigen Mittel von 85 Prozent. Etwas verbessert, aber weiter überwiegend negativ, zeigt sich die Tendenz im Auftragseingang. So berichten zum Jahreswechsel ein Drittel der Produktionsbetriebe von einer fallenden Tendenz im Auftragseingang und nur 20 Prozent von einer steigenden. Die Ertragslage bezeichnen im produzierenden Gewerbe aktuell nur noch 16 Prozent als gut – damit zeichnet sich hier ein weiterer Rückgang gegenüber der Herbstbefragung ab. Zurückhaltung im regionalen Handel Deutlich zurückhaltender als im vergangenen Jahr fällt die Einschät- zung der Lage im regionalen Handel aus. „So sind es nur zehn Prozent der Befragten, die ihre Lage als gut beurteilen“, weiß der Ge- schäftsführer: „Jeder vierte Händler berichtet von einer schlechten Geschäftslage.“ Der überwiegende Teil sei zwar zufrieden, allerdings Die regionale Konjunktur ist zum Jahreswechsel besser als erwartet gelaufen: Der von der IHK Hochrhein-Bodensee errechnete Index für das Konjunkturklima in der Region lag im Herbst 2024 bei 94 Punkten. Zum Jahreswechsel waren es 102 Punkte. Dennoch bleiben die Aussichten auf die kommenden Monate verhalten. So lautet zumindest das Fazit von Alexander Graf, Geschäftsführer, Leiter des Geschäftsfelds Region entwickeln, der IHK Hochrhein-Bodensee. Konjunkturbericht Zukunft von großen Unsicherheiten geprägt

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