Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Februar'25 - Hochrhein-Bodensee
UNTERNEHMEN lombi, wo sie lernte, klassisch französisch zu kochen. Eine wichtige Grundlage für die anspruchsvolle Küche. Danach ein Ausflug ins Fünf-Sterne-Superior-Hotel Achenkirch in Österreich. Als eine der jüngsten Küchen- meisterinnen Deutschlands schloss sie 2013 mit 22 Jahren die Meisterschule ab. Sie stand am Herd von Sternekoch Fritz Zehner in Zeh- ners Stube in Pfaffenweiler, vom Rührberger Hof in Grenzach-Whylen und von Köpfers Steinbuck in Bischoffingen, auch zustän- dig fürs SC-Freiburg-Catering. Dort kochte Maurer, selbst früher SC-Kickerin, nicht nur gehoben, sondern lernte als Köchin für die Freiburger Profimannschaft auch, was Hoch- leistungssportler brauchen: große Mengen und viel Eiweiß. 2019 machte Maurer sich mit Catering und Eventküche selbstständig und schob 2022 ein Jahr Pop-up-Restaurant dazwischen. Kreativ in und außerhalb der Küche Das Catering und auch Maurers Nebentä- tigkeit als Ausbilderin und Prüferin für die Abnahme zur Gesellenprüfung bei der IHK Südlicher Oberrhein mussten zuletzt aller- dings wegen zu vieler anderer Projekte et- was zurückstehen. Instagram nahm schneller Fahrt auf als erwartet. Direkt verdient sie damit kein Geld, aber es verhilft ihr zu mehr Bekanntheit und damit zu lukrativen Projekt- Ideen und Kooperations-Anfragen, von de- nen einige eintrudeln. Sie sucht sich die raus, die zu ihr passen. Ihre Kooperation mit dem Modehaus Breuninger zum Beispiel, in dessen sämtlichen Confiseri- en sie eine Zeit lang ihre Macaron-Kreationen verkaufte. Oder ein Kochevent zusammen mit dem Winzer und Gastronomen Fritz Kel- ler. Ein eigenes Öl, ein Kochbuch - auch sie selbst hat noch ein paar Ideen. Und Lust, sich immer wieder neu zu erfinden. Genau wie neue Rezepte, die sie dann auf ihrem Instagram-Kanal vorkocht. Wie wär’s mit einer Tiramisu-Variante inspiriert vom Hype um die Dubaischokolade? Oder doch lieber Polenta mit geröstetem Rosenkohl und Rote Bete? Vor Weihnachten gab‘s aber auch wie- der einen Adventskalender mit Klassikern. Diese Kreativität und Vielfalt liebt Maurer an ihrem Beruf, von dem sie sagt, dass es ihr Traumberuf sei. Und dass sich viel getan habe in der Branche: der Umgang in den Kü- chen weniger rau, die Viertagewoche keine Utopie mehr. Sie nutzt die sich ihr bietenden Plattformen daher auch, um für den Beruf zu werben. Denn auch in den Küchen in Deutschlands Gastronomie fehlt es an Nach- wuchs. Und ein paar mehr Küchenchefinnen dürften es auch sein. Woran es ganz klar nicht fehlt: An der Be- geisterung dafür, anderen beim Kochen zuzugucken. Das belegen die zahlreichen Kochshows im Fernsehen und bei Streaming- Diensten. Mira Maurer ist seit langem festes Mitglied der TV-Küchenbrigade. Schon seit mehr als zehn Jahren schwingt sie bei der SWR-Nachmittagssendung „Kaffee oder Tee“ den Kochlöffel und arbeitet fürs Verbraucher- magazin „Marktcheck“. Ihre ruhige, lockere Art kommt gut an – und unterscheidet sie vom ein oder anderen Koch-Kollegen. Die Kamera ist für sie dabei weder unangenehm noch Ablenkung. „Kochen ist wie Zähneput- zen. Ich kenne die Arbeitsschritte.“ Tiktok, Youtube? Mit ihrem Insta-Koch-Kanal hat sie nun nicht nur den Zeitgeist getroffen, sondern auch den Kreis ihrer Zielgruppe erweitert. Social Media für die Jüngeren, Fernsehen für die Älteren – „es ist toll, beides abdecken zu können“, sagt Maurer. Entsprechend intensiv war aber auch das vergangene Jahr. Denn so ein Social-Media-Kanal bedeutet Arbeit. „Es ist viel zu tun, wenn man es richtig macht.“ Rezepte überlegen, probekochen, Drehtage, Videos schneiden. Und man muss dranblei- ben, sagt Maurer, damit auch die Follower dran bleiben. „Aber es ist cool, macht Spaß.“ Wie es nun weitergeht, wird man sehen. Viel- leicht noch Tiktok, Youtube? Alles im Blick, aber eins nach dem anderen. Noch sei das ja neu für sie mit Instagram. Und wenn es damit nicht weitergeht? „Für mich ist es nice to have, ich finde es schön. Aber falls nicht, kann ich immer noch kochen.“ Susanne Ehmann Im Freiburger Fünf-Sterne-Hotel Colombi lernte Mira Maurer die klassische französische Küche. Deren Basics sollten die Grundlage einer jeden anspruchsvollen Küche sein, meint sie.
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