Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'25 -Südlicher Oberrhein

30 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 1 | 2025 REGIO REPORT  IHK Südlicher Oberrhein E xplosive Tomate mit Melone, Sesamcrème und Erdnuss, Krapfen von der Aubergine auf kalter Sauce Rouille-Creme… Die Menü- karte für den veganen Tapasabend in St. Peter im Hochschwarzwald ist so verlockend, dass sich an einem Mittwochabend im September an die 70 Gäste im Bürgerstüble einfinden. Mit 92 Euro waren die Gäste dabei – „und sie waren happy“, wie Florian Feckl und Werner Rombach am nächsten Morgen nicht ganz ohne Stolz berichten. Stolz können die beiden auch sein. Werner Rombach hat ein Re- zept, wie man Menschen zusammenbringt: Er vereint die Tradition mit dem Neuen. Er verbindet die klassische (badische) Küche mit veganen Speisen, die die Menschen jubeln lassen. Und er bekommt dies alles generationenübergreifend hin. Wird ein 80. Geburtstag gefeiert, kriegen die einen ihren Braten und die anderen ihr veganes Essen und – alle sind happy. Werner Rombach und Florian Feckl sind an dieser Stelle eine ganz besondere Verbindung eingegangen. Der vegane Koch aus Leiden- schaft ist praktisch in der Sterneküche aufgewachsen (Landhaus Feckl, Ehningen), arbeitete sieben Jahre in der Sternegastronomie und nahm dann den Abzweig im vegetarischen Gourmetrestaurant Tian in München. „Heute lebe ich seit fast zehn Jahren mit meiner Familie vegan – aus tierethischen Gründen und aus Gründen des Umweltschutzes.“ Allerdings ist der Veganismus für ihn längst keine Privatangelegenheit mehr. Unter www.flos-veganerei.de und auch unter seinem Instagram-Account (florianfeckl) kann man sehen: Trifft Veganismus auf Leidenschaft, kann ein klasse Business da- raus werden. Der 34-Jährige schrieb während der Corona-Zeit dutzende Restau- rants an, weil er jemanden suchte, der so tickt wie er und der offen ist für ein spezielles Konzept: „Ich arbeite zu 60 Prozent in meinem Job als Koch, die anderen 40 Prozent bin ich in meiner Selbststän- digkeit als Betriebscoach und beim Veranstalten von Kochkursen oder für veganes Catering beziehungsweise vegane Küche bei einer Hochzeit unterwegs.“ Ob Werner Rombach nun der passende Deckel oder Topf für ihn war – egal. Es passt. Die Abhol-Angebote in der Gastro während des Lockdowns wurden nun mal vorwiegend von jungen (veganen) Menschen wahrgenommen, und die beiden Köche kamen in einer Marktlücke zusammen. Sie bringen zusammen, was zusammen gehört Auch Rombach war ziemlich viel unterwegs (unter anderem im Opernkeller in Stockholm oder im King David in Jerusalem), bevor er in Heidelberg studierte, dann das elterliche Bürgerstüble über- nahm und 2009 das dazugehörige Hotel nochmals vergrößerte. Was noch viel wichtiger ist: „Werners veganes Thai-Nuss-Curry war schon vor unserer Zusammenarbeit Legende“, betont Florian Feckl, der sich im Bürgerstüble und mit dessen Inhaber auf Anhieb wohl und verbunden fühlte. Vegetarische Gourmetküche meets klassische badische Speisen: Wie Werner Rombach und Florian Feckl die Gastronomie ganz neu denken und damit einen Nerv treffen. Tradition vereint mit Neuem Highend-Veganerei im Bürgerstüble Florian Feckl, veganer Koch aus Leidenschaft Werner Rombach betreibt das Bürgerstüble in St. Peter

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