Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'25 -Südlicher Oberrhein

18 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 1 | 2025 MENSCHEN KOPF DES MONATS aufgebaut, später den Feuerwehrverband geleitet. Er war der erste badische Präsident des Verbands Spedition und Logistik Baden- Württemberg – vom stolzen Badener zeugt seine Gürtelschnalle mit badischem Wappen – und sitzt nach wie vor im Präsidium des Vereins Unternehmer Baden-Württemberg. 2013 bekam er für sein Engagement sogar das Bundesverdienstkreuz. In der IHK Südlicher Oberrhein war Karlhu- bert Dischinger 2001 der jüngste Präsident und ebenso einer der jüngsten in ganz Deutschland. Mit einer bewegenden Rede beendete er damals sogar die jahrelangen Befindlichkeiten zwischen den beiden IHK- Regionen Freiburg und Offenburg, die bis dahin peinlichst darauf achteten, im steten Wechsel den Präsidenten zu stellten. „Nord und Süd vereint“ titelte damals das Offen- burger Tageblatt. Ruhestand? Keine Zeit! Doch wird es nach einem so reichen Arbeits- leben nicht Zeit für den Ruhestand? „Ich ar- beite nur noch halbtags, also maximal acht Stunden“, scherzt der Senior. Auch seine Frau, die ihn zeitlebens im Unternehmen unterstützt habe, sei dort nach wie vor ak- tiv. Hat er denn keine Hobbys? „Doch, ich sammle Lkw-Modelle von Speditionen, die es nicht mehr gibt.“ Es sind etliche, die sich zu Hause in Vitrinen aneinanderreihen. Nun dürfe aber keines mehr hinzukommen, seine Frau habe ihn gebremst. „Ja, das Geschäft ist härter geworden“, sagt der Senior zur Logistikbranche. Doch es gebe auch immer wieder neue Chancen. Karldi- schinger sei mittlerweile ein umfassender Logistikdienstleister und bietet neben Trans- port-, Lager- und Umschlagsleistungen auch Value-Added-Services in Form von Kontrakt- logistik an. Der reine Lkw-Transport trage nur noch einen Bruchteil zum Umsatz bei. Und Sohn Karlkristian bringt gerade die ersten E-Lkw in die Flotte. Wobei das nicht ganz stimmt: Bereits Mitte der 1990er-Jahre hatte Dischinger eigens ei- nen Hybrid-Lkw bauen lassen, um damit die Freiburger City-Logistik aufzubauen – damals eine visionäre Idee. Diese „abendfüllende Geschichte“ würde er gerne erzählen, doch das Telefon klingelt, er muss los. Denn auch wenn er keinerlei Verantwortung mehr trägt, Aufgaben hat Karlhubert Dischinger in sei- nem früheren Unternehmen noch genug. „Es wird nie langweilig“, lacht er zum Abschied. Die Geschichte von der City-Logisitik erzähle er ein anderes Mal. Jürgen Baltes Immer offen für neue Wege: Die Dischingers haben ihre Spedition zu einem Kontraktlogistiker weiterent- wickelt – mit eigenem Hochregallager in Ehrenkirchen (unten). Nebendran entstehen derzeit Mitarbei- terwohnungen im großen Stil (rechts).

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