Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'25 -Südlicher Oberrhein

14 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 1 | 2025 SCHWERPUNKT ANZEIGE www.schauenberg.de Stahlbau Schauenberg GmbH 79199 Kirchzarten Telefon +49 7661 397-0 Industriebau mit Vertrauen » » Planen schlau – schlüssig – schlüsselfertig aktiv sind“, mutmaßt er. Er sieht sein Enga- gement als Dienst an der Demokratie – vor allem mit Blick darauf, was gerade in der Welt passiert. Zwar sei es einfacher, wirklich et- was zu bewegen, je kleiner das Gremium ist. Chancenlos ist man aber auch im Landtag nicht, selbst als Opposition. Man muss nur mitmachen, bei dem, was er gern als Spiel mit traditionellen Abläufen bezeichnet: Die Opposition bringt Vorschlag X ein, den die Regierung natürlich erst einmal ablehnt. „Das mag frustrierend klingen, ist es aber nicht. Denn damit ist unser Thema im Spiel, es wird diskutiert, von den Medien aufgegrif- fen – und im Idealfall letztendlich auch von der Regierung.“ Im Fokus hat er dabei die Sicht der Wirt- schaft. Mit deren großem Thema, der Bü- rokratie, gehe die Landespolitik schlicht „unsäglich“ um. Jeder Versuch, daran etwas zu ändern, würde kläglich im Sand verlaufen. „Alle klagen darüber, selbst die staatlichen Behörden. Aber nichts passiert, obwohl uns das nichts kosten würde“, ereifert sich Frank Bonath: „Wir Politiker haben den Reflex, gleich neue Regeln zu erfinden, kaum dass etwas neu ist.“ Am besten nichts tun? Vor diesem Hintergrund lässt sich seine Ant- wort auf die Frage „Was kannst Du für uns Un- ternehmer tun?“, die er auch im Wahlkampf kurz und knapp mit „nichts“ beantwortet hat, verstehen. „Am besten lässt die Politik die Unternehmen in Ruhe.“ Doch Achtung: Mehr Freiheit dank weniger Regeln bedeutet auch mehr Eigenverantwortung – für unternehme- rischen Erfolg wie für Misserfolg. Apropos Verantwortung – die gehe Politikern leider allzu oft ab, sagt Wilhelm Hahn. Wäh- rend der Vorstand einer AG für Fehler hafte oder ein Bereichsleiter gekündigt werde, schiebe Politik Verantwortung einfach von sich, wahlweise nach Berlin oder Brüssel: „Die, nicht wir, haben das entschieden!“ „Es ist einfach zu wenig, wenn Politiker Ver- ständnis zeigen, aber keine Verantwortung übernehmen möchten“, kritisiert er. Er will mit gutem Beispiel vorangehen, auch wenn er anfangs Sorge hatte, aufgrund seines po- litischen Engagements beruflich anzuecken. „Ich spüre aber weder in meinem Unterneh- men noch in der Branche Widerstand. Das bestärkt mich weiterzumachen und sogar noch lauter zu werden.“ Er ist überzeugt, dass in Zukunft immer mehr Unternehmer das Wort ergreifen und deutlich Position be- ziehen werden. „Das ist längst überfällig.“ Daniela Santo Frank Bonath ist geschäftsführender Gesell- schafter von Zwei B in Villingen-Schwennin- gen und Landtagsabgeordneter für die FDP. Wilhelm Hahn ist geschäftsführender Gesellschafter der Wiha Werkzeuge und Kreisrat des Schwarzwald-Baar-Kreises.

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