Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
44 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 1 | 2025 UNTERNEHMEN Der Landespreis für junge Unternehmen rückt Leistungsstärke, Innovationskraft, Modernität und Kreativität junger baden-württembergischer Unternehmer in den Mittelpunkt Wirtschaftsmedaille des Landes Land ehrt Sedelmeier, Nosch und Haufe STUTTGART. Für herausragende unter- nehmerische Leistungen und zum Dank für besondere Verdienste um die baden-würt- tembergische Wirtschaft hat Wirtschafts- ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut Ende November im Neuen Schloss in Stuttgart die Wirtschaftsmedaille des Landes an sie- ben Persönlichkeiten und sechs Unterneh- men verliehen. Unter den Preisträgern sind Klaus-Dieter Sedelmeier, Geschäftsführer der Firma Rast Reisen in Hartheim sowie ehemaliger, langjähriger Präsident des Ver- bands Baden-Württembergischer Omnibus- unternehmen, die Haufe Group aus Freiburg sowie Optik Nosch, ebenfalls Freiburg. Die Wirtschaftsmedaille wird seit 1987 verliehen. Neben dem herausragenden Verdienst um die Wirtschaft des Landes zählen außerdem besondere Leistungen, die in Organisationen der Wirtschaft, Gewerkschaften, Arbeitneh- mervertretungen, Arbeitgeberorganisationen und im Bildungswesen erbracht wurden und die der Wirtschaft und Gesellschaft des Lan- des dienen, ebenfalls zu den Kriterien. Landespreis für junge Unternehmen Tatkraft und Gestaltungswille Bilder: Wagenhan G leich zwei der zehn besten jungen Unternehmen Baden-Württembergs kommen aus dem Südwesten: Aitad aus Of- fenburg und die Frischebrüder aus Freiburg haben bei dem vom Staatsministerium und der L-Bank ausgelobten Landespreis gewon- nen. Bewertet werden vor allem Leistungs- stärke, Modernität und Kreativität, soziales und ökologisches Engagement sowie der vorbildhafte Beitrag zur Zukunft des Landes. Und diese Auszeichnungen sind Chefsache: Ministerpräsident Winfried Kretschmann und L-Bank-Vorstandsvorsitzende Edith Weymayr nahmen sich persönlich Zeit, um die jungen Unternehmer auszuzeichnen. Aitad in Offenburg Das 2018 in Offenburg gegründete Unter- nehmen Aitad entwickelt KI-Software und produziert die passenden Mikrochips und Sensoren. Die künstliche Intelligenz auf den Chips erkennt Schlaganfälle, beurteilt den Verschleiß von Maschinenteilen und regelt die Kochplatte herunter, bevor das Essen anbrennt. „Damit die KI das kann, muss sie allerdings mit vielen Daten trainiert werden“, erläutert Aitad-Gründer Viacheslav Gromov, der mit zehn Jahren ohne Deutschkenntnisse aus Moskau nach Offenburg kam – und mit 19 sein Unternehmen gründete. „Wir bringen autarke KI-Algorithmen auf günstigen Mikrochips unter“, erläutert der heute 25-Jährige sein Geschäftsmodell. Das hat große Vorteile in puncto Schnelligkeit und Sicherheit, denn die ‚Embedded-KI‘ kommt ohne Internetkommunikation aus. Ein wei- terer Vorteil: Es gibt keine Probleme beim Persönlichkeits- und Datenschutz. Gromov und seine derzeit 30 Mitarbeiter se- hen in der KI eine große Chance für Baden- Württemberg: „Die Industrie im Südwesten hat durch ihre technologische Vielfalt einen Schatz an wertvollen Daten, den die Unter- nehmen für ihre Produkte und Angebote nut- zen können.“ Damit das möglich wird, sollte es weitere Anbieter wie Aitad geben, findet Gromov: „Ich sehe im Moment leider noch keine Wettbewerber, die wie wir das kom- plette Spektrum an sicherer Entwicklung, sicherem KI-Training und sicherer Produk- tion abdecken.“ Frischebrüder in Freiburg Andreas und Thomas Heizmann waren bei großen Unternehmen als Führungskräfte erfolgreich. Doch die beiden hatten viele Ideen, die sie in einem eigenen Obst- und Gemüsegroßhandel verwirklichen wollten – übernahmen daher den Arbeitgeber ih- res Vaters und bauten die Frischebrüder in Freiburg zu einem erfolgreichen mittelstän- dischen Unternehmen mit 85 Mitarbeitern aus. Der wirtschaftliche Erfolg, so Andreas Heizmann, beruht dabei weniger auf dem, was man macht. „Noch wichtiger ist, wie man etwas macht.“ Die Frischebrüder mit Papa (v. l.): Thomas, Egon und Andreas Heizmann Mit KI ausgestattete Mikrochips sind die Welt des Offenburger Unternehmers Viacheslav Gromov.
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