Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

33 1 | 2025 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Bild: Marvin Lehmann IHK-Projekt Kümmerer gestartet Integration durch Ausbildung D urch den Erwerb qualifizierter Berufsabschlüsse können Pers- pektiven geschaffen und Grundlagen für erfolgreiche Berufs- einstiege gelegt werden. Genau hier setzt das neue, vom baden- württembergischen Wirtschaftsministerium geförderte Projekt „Aufstieg durch Ausbildung - Perspektiven für Zugewanderte“ an. Projektstart des auf 24 Monate ausgelegten Projekts war der 1. Januar 2025. Die IHK unterstützt mit dem „Kümmerer“-Projekt als Partner. Dabei wird Anne Spreitzer einerseits die Betriebe und andererseits die Auszubildenden beraten, um aus den vorhandenen Potenzialen in der Region Chancen werden zu lassen. Stärken einbringen und Neues lernen Innerhalb der nächsten zwei Jahre gilt es nun, Geflüchtete und Zugewanderte aus EU-Staaten sowie Drittstaaten für eine Aus- bildung in der Region zu gewinnen. Denn eine Ausbildung gibt Zu- gewanderten und Geflüchteten die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Stärken einzubringen, Neues zu lernen und im Team über sich hinauszuwachsen. Konkret sieht das „Kümmerer“-Projekt folgenden Ablauf zur pass- genauen Vermittlung in Praktika, Einstiegsqualifizierung und Ausbil- dung vor: Zu Beginn sucht Anne Spreitzer als Kümmerin geeignete Projektteilnehmer im Schulterschluss mit Lehrkräften der VAB- und VAB-O-Klassen sowie der allgemeinbildenden Schulen, Sprach- schulträgern, Jugendmigrationsdiensten, Integrationsmanagern, Jobcentern etc. Dann folgt eine intensive Berufsorientierung auf Ba- sis der Erkenntnisse der schulischen Vorbildung und des bisherigen Werdegangs sowie die Kompetenzfeststellung. So unterschiedlich die beruflichen Voraussetzungen und Wünsche der Teilnehmenden sind, so individuell wird auch ihre Beratung sein. Anschließend gibt Anne Spreitzer Hilfestellung bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und bei der Vorbereitung auf Vorstellungs- gespräche. Sie vermittelt Orientierungspraktika und unterstützt bei der Beantragung von Förderungen und bei Behördengängen. Ziel nach einer engmaschigen Begleitung der Praktikanten und der Praktikumsbetriebe ist der Beginn der anschließenden Ausbildung. Während der Praktika und in den ersten sechs Monaten der Aus- bildung steht die Kümmerin sowohl dem Auszubildenden als auch dem Ausbildungsbetrieb mit Rat und Tat zur Seite. Engmaschige Kooperation Dabei kooperiert Spreitzer eng unter anderem mit dem Jobcenter, der Ausländerbehörde, den Schulen und interessierten Ausbildungs- betrieben. Dies ermöglicht einerseits eine gezielte Förderung von motivierten Zugewanderten und Geflüchteten und trägt andererseits zur Fachkräftesicherung bei den Unternehmen bei. Somit entsteht ein Mehrwert für beide Seiten. Die Vorteile für die teilnehmenden Unternehmen liegen bei diesem auf Langfristigkeit angelegten Projekt auf der Hand: Damit können sie ihr soziales Engagement unter Beweis stellen. Vor allem für junge Menschen der Generation Z ist dies sehr wichtig, auch bei ihrer eigenen Berufswahl. Außerdem fördert die Integration von jungen Geflüchteten beziehungsweise Zugewanderten die kulturelle Vielfalt der Belegschaft. Denn die Mitarbeiterschaft der Unternehmen wird grundsätzlich nicht nur älter, sondern auch bunter. Dadurch kann es beispielsweise gelingen, neue internationale Märkte zu erschließen. Ferner werden die Betriebe bei der Auswahl und Einstellung von Zugewanderten und Personen mit Fluchthintergrund beraten und bekommen vielfältige Hilfe etwa bei der Administration und bei Behördengängen. An die teilnehmenden Betriebe gibt es allerdings auch gewisse Er- wartungen, um erfolgreiche Ausbildungen zu fördern beziehungswei- se einem möglichen Ausbildungsabbruch von vornherein entgegen- zuwirken: Es wird eine Sensibilität der Belegschaft für interkulturelle Vielfalt vorausgesetzt. Die Unternehmen sollen zeitlichen Freiraum für den Erwerb zusätzlicher Sprachkenntnisse schaffen, Mentoring- Programme einführen und die Erreichbarkeit der Lernorte und der Berufsschule gewährleisten. AS Anne Spreitzer Fachbereich Fachkräfte – Integration 07721 922-204 anne.spreitzer@vs.ihk.de Der Fachkräftemangel in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg wächst stetig. Um diesem zu begegnen, gilt es, die berufliche Bildung zu stärken. Eine konkrete Maßnahme zur Reduktion des wachsenden Fachkräftemangels ist die Integration von Menschen mit Migrations- und Flucht- erfahrung in den regionalen Arbeitsmarkt. Zugleich ist deren aktive Teilhabe am Arbeitsleben ein wesentliches Element ihrer Integration. Anne Spreitzer betreut bei der IHK das „Kümmerer“-Projekt.

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