Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
26 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 1 | 2025 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg D ie Nachrichten aus Brüssel sind ein Schritt in die richtige Richtung. Sie zeigen, dass die vielen Stel- lungnahmen aus der Wirtschaft für ein Umdenken in der EU gesorgt haben. Allerdings bleibt die Formulie- rung zu vage. Wir erwarten, dass die EU sich um eine für die Wirtschaft umsetzbare Verordnung kümmert“, kommentiert Holger Knobloch, Leiter Technik und Vertrieb bei Oskar Ketterer Druckgießerei GmbH aus Furtwangen, beim Treffen des Netzwerks im Haus der Wirtschaft in Villingen-Schwenningen. Schon heute schaffe allein die Diskussion um ein pau- schales PFAS-Komplettverbot einen massiven administ- rativen Aufwand und Verunsicherung bei den Unterneh- men sowie ihren Kunden und Lieferanten. Die Sorgen über ein weitreichendes Verbot teilen auch viele andere Unternehmen der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, die ohnehin durch die wirtschaftlichen Herausforderun- gen der Automobilbranche stark belastet sind. Der Fortschrittsbericht der ECHA hebt hervor, dass mittlerweile auch alternative Beschränkungsansätze geprüft werden. Insbesondere für Anwendungen mit unverhältnismäßigen sozioökonomischen Auswir- kungen, wie etwa in der Batterieproduktion oder bei medizinischen Anwendungen, sollen differenzierte Lösungen gefunden werden. Das Netzwerk AuToS sieht hierin eine wichtige Grundlage für die weitere Diskussion, bleibt jedoch kritisch: Die bisherigen Vorschläge seien oft nicht kon- kret genug, um den Unternehmen eine klare Planungssicherheit zu bieten. Wirtschaftlich tragbare Lösung gefordert Bereits in der Vergangenheit hatte sich das Automoti- ve-Netzwerk der IHK für praxisgerechte Anpassungen der Beschränkungspläne eingesetzt. Neben Gesprä- chen mit der in Deutschland zuständigen Bundes- anstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) haben IHK-Mitgliedsunternehmen im Jahr 2023 eine gemeinsame Position erarbeitet, um auf die prakti- schen Auswirkungen eines pauschalen PFAS-Verbots aufmerksam zu machen. „Es bleibt unser Ziel, eine nachhaltige und zugleich wirtschaftlich tragbare Lö- sung für alle Beteiligten zu erreichen“, betont Thomas Wolf, Geschäftsbereichsleiter für Technologie und In- novation bei der IHK. Die nächste Gelegenheit, Lösungen bei der PFAS-Regu- lierung zu diskutieren, bietet sich bereits Anfang dieses Jahres: Am 24. Januar geht das AuToS-Netzwerk ins Gespräch mit der EU-Abgeordneten Vivien Costanzo (SPD). Dabei soll es unter anderem um die aktuellen Fortschritte und die weiteren Schritte im PFAS-Be- schränkungsverfahren gehen. Das Treffen soll den Un- ternehmen eine Plattform bieten, um ihre Perspektiven direkt an die Politik heranzutragen. AuToS-Projektleiter Martin Schmidt von der IHK erklärt, dass das Netzwerk weiterhin die Entwicklungen kritisch begleiten und sich für die Interessen der regionalen Automobilwirtschaft starkmachen werde. Er appelliert an alle beteiligten Akteure, den Dialog fortzusetzen und praktikable Re- gelungen für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen. AE Ansgar Eichler, Projektleiter AuToS 07721 922-187 Ansgar.eichler@vs.ihk.de „ Bild: Martin Schmidt »Wir erwarten, dass die EU sich um eine für die Wirtschaft umsetzbare Verordnung kümmert« Holger Knobloch, Leiter Technik und Vertrieb bei Oskar Ketterer Druckgießerei, beim AuToS-Netz- werktreffen Das von der IHK initiierte Automotive-Netzwerk AuToS wertet die neuesten Signale aus Brüssel ver- halten positiv: Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat gemeinsam mit Behörden aus fünf Ländern Fortschritte bei der geplanten Beschränkung von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), auch Ewigkeitschemikalien genannt, präsentiert und Kompromissbereitschaft zum geplanten Komplettverbot angedeutet. Doch trotz der positiven Entwicklung bleibt aus Sicht des Netzwerks dringender Handlungsbedarf. Automotive-Netzwerk IHK-Netzwerk AuToS fordert weitere Fortschritte bei PFAS-Regulierung
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