Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'24 - Hochrhein-Bodensee

IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 12 | 2024 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee 19 Vollversammlung Nicole Hoffmeister-Kraut zu Gast bei der neuen Vollversammlung 20 Wiederwahl Thomas Conrady, alter und neuer IHK-Präsident, im Interview 21 Franken-Freigrenze Katrin Klodt-Bußmann bewertet aktuelle Entwicklung 22 Konjunkturbericht Dienstleistungssektor ist einziger Lichtblick 24 Wasserstoff-Kernnetz IHK fordert beschleunigte Anbindung 26 Problemlöser-Serie Landwirtschaft digital gedacht 28 Bestenehrung Urkunden für herausragende Leistungen 30 Innenstadtberatung Ein Jahr voller Gespräche, Ideen und Impulse 32 Jubiläum 100 Jahre Wobak INHALT Herr Conrady, wie fühlen Sie sich nach der erneuten Wahl zum IHK-Präsidenten? Thomas Conrady: Über das Vertrauen, das die Vollversammlung mir erneut geschenkt hat, freue ich mich sehr. Diese Bestätigung ist eine große Ehre und zugleich für uns alle eine starke Motivation, weiterhin mit ganzer Kraft für die Anliegen unserer regionalen Wirtschaft einzutreten. Und es wird Freude machen, die Entwicklung unserer Region in enger Zusam- menarbeit mit engagierten Unternehmerin- nen und Unternehmern aktiv mitzugestalten – die Zeiten sind sehr herausfordernd. Welche Zukunftsthemen liegen Ihnen in der kommenden Amtszeit besonders am Herzen und wie wollen Sie diese voran- bringen? Nun lassen Sie mich mit der Zukunft der IHK selbst beginnen: Ein gutes Miteinander zwischen Haupt- und Ehrenamt war schon immer prägend für die IHK Hochrhein-Bo- densee. Seit einem Jahr ist Frau Prof. Dr. Klodt-Bußmann an Bord, und eine sehr ver- trauensvolle Zusammenarbeit hat sich ent- wickelt. Wir werden im Jahr 2025 ein neues Leitbild für unsere IHK erarbeiten, und dabei kommt dem Ehrenamt und den 28 neuen Mitgliedern der Vollversammlung eine be- sondere prägende Aufgabe zu. Denn dar- aus leitet sich ab, wie wir mit beschränkten Ressourcen aktiv in unserer Kammerregion Schwerpunkte setzen wollen. Die Zukunft unserer Wirtschaft ist extrem vielfältig he- rausgefordert. Die drei D‘s sind hinlänglich bekannt: die Dekarbonisierung, die Demo- grafie und die Digitalisierung. Bei allen drei Themen gilt es nun, konkrete Schwerpunkte herauszugreifen und eindeutig Position zu beziehen. Bei der Dekarbonisierung wird das Thema gesicherte Energieversorgung und damit auch der Einsatz von Wasserstoff neben effizienter analoger und digitaler Infrastruk- tur uns antreiben. Beim Thema Demogra- fie steht die Bildung im Fokus. Nur wenn eine leistungsorientierte Bildung die Basis ist, können unsere Ausbildungsbetriebe Nachwuchs weiter fördern und damit eine langfristige Berufsperspektive eröffnen. Ge- meinsam mit geregeltem Zuzug lösen wir die demografische Lücke. Schließlich wird beim Thema Digitalisierung der Schwerpunkt auf der Cybersicherheit und dem Bürokratieab- bau liegen. Beides fügt sich zusammen: Nur wenn es uns gelingt, sicher digital unterwegs zu sein, schaffen wir es, die Komplexität un- serer Abläufe auch handhabbar und rechtssi- cher zu machen – vorausgesetzt, das Zutrau- en aller gesellschaftlichen Gruppen findet schnell eine gute Balance. Neben wirtschaftlichen Themen setzen Sie sich auch für Demokratie, Vielfalt und Toleranz ein. Warum ist das für Sie so wichtig? Bei den drei D‘s habe ich das vierte bislang unterschlagen: Eine lebendige Wirtschaft braucht eine stabile und offene Gesell- schaft. Demokratie und damit Vielfalt und Toleranz sind die Grundlage für kreatives und innovatives Denken, was unseren Standort stark macht. Ich sehe es als unsere Verantwortung als IHK, Werte wie Offenheit und Respekt zu fördern. Nur in einer vielfäl- tigen und toleranten Gesellschaft können Unternehmen langfristig erfolgreich sein und gemeinsam Lösungen für die Heraus- forderungen der Zukunft entwickeln. Den Werten der ehrbaren Kaufleute wieder mehr Akzeptanz zu geben, ist in Zeiten wie diesen mehr als angebracht Heike Wagner »Gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft entwickeln« Thomas Conrady im Interview Thomas Conrady ist der neue Präsident der IHK Hochrhein- Bodensee. Die Vollversammlung hat den Singener Unternehmen in seinem Amt bestätigt. Im Interview spricht er über seine Schwerpunkte für die kommen- des Legislaturperiode.

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