Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'24 -Südlicher Oberrhein

20 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 11 | 2024 REGIO REPORT  IHK Südlicher Oberrhein 19 Umfrage unter Auszubildenden Work-Life-Balance steht nicht an erster Stelle 21 Konjunkturumfrage zum Herbst Unternehmen sehen die Wirt- schaftspolitik als Risiko 22 Projekt gestartet Auszubildende aus Marokko gewinnen 24 Digitaler Service Was das neue Azubi-Infocenter kann 25 Regionales Innovationssystem Innovationsregion strategisch voranbringen 26 Innenstadtberatung IHK kämpft für vitale Zentren 28 30 Jahre IGZ in Lahr Es wird durchgestartet 30 Qualifizierung von ungelernten Kräften bei Sick Ein Schritt in die Zukunft 32 Lehrgänge und Seminare INHALT ation befragt, gaben 78 Prozent der Auszu- bildenden an, noch bei ihren Eltern zu leben. Die Generation Z, so hört man oft, lege mehr Wert auf Freizeit als auf Karriere. Die IHK-Umfrage kann dieses Klischee nicht bestätigen. Zwar antworten 43 Prozent der Befragten, bei der Berufswahl auch auf die Work-Life-Balance zu achten, doch höher rangieren andere Themen: ein guter Ver- dienst (76 Prozent), ein angenehmes Ar- beitsklima (69), eine sinnvolle Arbeit (57), ein nahegelegener und sicherer Arbeitsplatz (55) und kompetente Chefs (48). Die Teilnehmer der Umfrage machten auch eine Reihe von Angaben zur ihrer Ausbil- dungssituation. Als stressig und belastend empfinden ihren Berufsalltag rund 20 Pro- zent. Die Mehrheit (52 Prozent) bezeichnet ihre Ausbildung als „eher entspannt und hin und wieder etwas stressig und belastend“. 5 Prozent erleben nach eigenen Angaben im Betrieb eine „sehr entspannte“ Zeit. Die Ausbildungsbetriebe erhalten überwie- gend positive Bewertungen. 94 Prozent der Azubis geben an, dass Ausbilder oder Aus- bilderin immer oder häufig für sie da sei. 85 Prozent fühlen sich in ihrem Arbeitsumfeld fair und respektvoll behandelt. 84 Prozent dürfen ihre Überstunden ausgleichen. 77 Prozent können jederzeit die Berufsschule besuchen. 78 Prozent würden ihren Ausbil- dungsbetrieb weiterempfehlen. Hohe Bereitschaft, sich weiterzubilden 56 Prozent haben sich ihre Ausbildung weit- hin oder genau so vorgestellt. 18 Prozent sind eher mit anderen Erwartungen in die Ausbildung gestartet. 48 Prozent sind sich sicher, dass sie von ihrem Betrieb nach der Ausbildung übernommen werden; 43 Pro- zent halten eine Weiterbeschäftigung für wahrscheinlich. Nur 9 Prozent rechnen mit einem Ende des Arbeitsverhältnisses. Eine Weiterbildung ist für 86 Prozent ein Thema. „Diese Einstellung ist sehr erfreulich“, urteilt Simon Kaiser, IHK-Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung. „Viele Berufe verändern sich rasant. Wer da Bereitschaft zeigt, sich weiter- zubilden, um auf dem Laufenden zu bleiben, ist klar im Vorteil.“ Wer sich weiterbilden möchte, findet bei der IHK zahlreiche Be- ratungsangebote und Fördermöglichkeiten. Jungen Menschen stehen im Kammerbe- zirk viele Ausbildungsplätze zur Verfügung. Das Angebot war zuletzt sogar höher als die Nachfrage, wie die IHK-Umfrage unter regio- nalen Ausbildungsbetrieben im vergangenen Juli zeigte. In der aktuellen Umfrage wollte die IHK von den Azubis wissen, wer ihnen dabei geholfen hat, ihren Ausbildungsplatz zu finden. Für 44 Prozent waren Eltern und Verwandte die wichtigsten Ratgeber. Für 23 Prozent spielten Freunde eine entscheidende Rolle bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz. Soziale Medien bezeich- neten 12 Prozent als hilfreich, 11 Prozent wurden dank der Arbeitsagentur für Arbeit fündig. Die Schule spielte als Ausbildungs- beraterin nur für 8 Prozent eine entschei- dende Rolle. „Bei den Schulen ist noch Luft nach oben“, sagt IHK-Geschäftsführer Simon Kaiser. „Wir arbeiten sehr gut mit den Schulen zu- sammen“, sagt Kaiser, „aber die Erfahrung zeigt, dass den Lehrerinnen und Lehrern für Berufsorientierung im Unterricht oft die Zeit fehlt, weil die Lehrpläne sehr dicht getaktet sind. Eine Rückkehr zu G9 könnte zumindest an den Gymnasien die Lage entzerren.“ Ihre praktischen Berufsberatungen richtet die IHK speziell auch an Gymnasiasten und ent- sendet hierfür Ausbildungsbotschafter. „Wir müssen auch Gymnasiasten zeigen, dass es zum Studium eine attraktive Alternative gibt: die Ausbildung in einem innovativen Unter- nehmen“, fordert Kaiser. Fast jeder fünfte Azubi bringe in einem IHK-Beruf inzwischen eine allgemeine Hochschulreife mit. „Abitur und Ausbildung passen also bereits heute sehr gut zusammen“, betont Kaiser, „diesen Trend wollen wir weiter verstärken.“ Um sich über die Ausbildung zu informieren, nutzen 41 Prozent der Befragten gezielt auch die sozialen Medien. Von Interesse sind vor allem Finanztipps (49 Prozent) und Weiter- bildungsmöglichkeiten (43). Die beliebtesten Plattformen für Azubis sind Instagram (64 Prozent), YouTube (51) und TikTok (42). Fast ohne Relevanz ist Facebook (4). Gerade auf den Social-Media-Kanal Ins- tagram hat die IHK ein Augenmerk gelegt. Mit dem Azubi-Hub will die IHK junge Men- schen für die duale Ausbildung begeistern und ihnen die damit verbundenen Karriere- möglichkeiten aufzeigen. Damit führt die IHK die Thematik der bundesweiten IHK-Ausbil- dungskampagne „Jetzt #könnenlernen“ fort, die dasselbe Ziel verfolgt. flo Weitere Informationen: https:// www.ihk.de/freiburg/koennenlernen

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