Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'24 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

13 11 | 2024 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Auf Unterstützung der Kommune bauen auch private Investoren in Balgheim. Dort wollen Unternehmer Bernd Mattes und Pro- jektentwickler Michael Nölle 33 geförderte Wohnungen bauen, die an Unternehmen ver- kauft oder vermietet werden. Bürgermeister Nathanael Schwarz steht hinter dem Projekt, für welches auch hier das Gewerbegebiet um- gewandelt werden muss – ein längerer Pro- zess. Mitte 2025 soll der Bau beginnen, ein Jahr später fertig sein. Die Vermarktung an Unternehmen der Region startet dieser Tage. Das Konzept sieht drei Varianten vor: Firmen kaufen Wohnungen, vermieten diese an Mit- arbeiter und beantragen die entsprechenden Zuschüsse bei der L-Bank oder BM Bauteam beantragt die Zuschüsse und verkauft die Wohnungen vergünstigt, beziehungsweise vermietet die Wohnungen an Unternehmen und beantragt die Zuschüsse. Klar ist, dass „die Förderung durch die L-Bank essentiell für das Bauvorhaben ist“. Nur so könne man preisgünstige Mietwoh- nungen anbieten. „Diese Förderung ist schon toll“, resümiert Nölle – und vermut- lich aus diesem Grund für 2024 schon länger ausgeschöpft. Nun gilt es sicherzustellen, dass man beim Fördertopf 2025 dabei ist. Rückenwind von der Kammer Ähnlich sieht man das Thema beim Offenbur- ger Bauunternehmen Wacker Bau. Gerade feiert die Firma ihr 150-jähriges Bestehen – und hat in dieser Zeit viele Spuren in Of- fenburg hinterlassen, darunter für Burda den Stadtteil Albersbösch. „Wir beschäftigen uns jetzt seit gut einem Jahr wieder intensiv mit Mitarbeiterwohnungen und finden es extrem spannend“, sagt Andreas Klein, Geschäfts- führer Projektentwicklung. Im Frühjahr hat- te Klein beim Offenburger Wirtschaftsforum einen Vortrag zum Thema gehalten. Seither hätten sich einige Firmenchefs gemeldet. Motto: „Wenn Sie so etwas bauen, kaufen wir Ihnen ein paar Wohnungen ab!“ Ein solches Projekt mit mehreren kleineren Partnern kann sich Klein durchaus vorstellen. Kürzlich habe sich aber auch ein Unterneh- men mit 300 Mitarbeitern in Lahr gemeldet, das dort 15 bis 20 Mitarbeiterwohnungen braucht. Durch die Förderung lasse sich das Ganze am Ende wirtschaftlich rechnen, ist Klein überzeugt. „Das sehen auch die Ban- ken so.“ Profitieren dürften alle Beteiligten: Das Bau- unternehmen kann bauen, der Mitarbeiter wohnt vergleichsweise günstig, und der Ar- beitgeber hat gleich zwei Vorteile: Er sichert sich ein Pfund bei der Mit- arbeitersuche und schafft gleichzeitig eine Kapitalanlage. Klein: „Das ist ein zyklisches Thema. Es kommt immer wieder dann auf, wenn niemand mehr baut und die Firmen hände- ringend Mitarbeiter suchen.“ In den Prozess klinken sich nun auch die Kammern ein. Und zwar auf zwei Ebenen, wie Alwin Wagner sagt: „politisch und opera- tiv“. Einerseits werde man mit den Umfrage- ergebnissen die Politik sensibilisieren – ein Grundsatzpapier haben die zwölf baden- württembergischen IHKn gerade erst ver- öffentlicht –, andererseits informieren und die Akteure vernetzen. Im Frühjahr 2025 soll ein Kongress in Stuttgart stattfinden, mit Unternehmen, Bauwirtschaft und Spit- zenpolitikern. Wagner: „Parallel werden wir das Thema mit einer eigenen Veranstaltung auf die regionale Ebene bringen.“ Jürgen Baltes Visulisierung eins geplanten Wohnheims in der Freiburger Wirthstraße: Die Freiburger Uniklinik plant bis 2030 gleich 740 neue Apartments für ihre wachsende Belegschaft Andreas Klein

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