Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'24 - Hochrhein-Bodensee

6 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 11 | 2024 PANORAMA M it leisen Tönen gibt man sich nicht zu- frieden beim Bund deutscher Blasmu- sikverbände, Blasmusik ist schließlich auch gerne laut. Beim Bau seiner neuen Musik- akademie hat der BDB entsprechend auf die Pauke gehauen und ins beschauliche Städt- chen Staufen ein 24-Millionen-Euro-Gebäude gestellt (neun Millionen gab’s vom Land). Die Akademie hat nun ein eigenes Konferenzhotel nicht nur für Musiker und schon gar nicht nur für Blasmusiker. Im „BDB-Kulturhotel“ gibt es 13 Säle, Kon- zert- und Konferenzräume mit 20 bis 255 Quadratmetern und Raum für bis zu 200 Personen, außerdem Restaurant, Bar und 70 Zimmer mit 164 Betten. Für Probenauf- enthalte von Orchestern und Chören, für Amateure und Profis, für Firmenevents und Gruppenreisen. Und das läuft: Meister- und Dirigierkurse finden einer BDB-Mitteilung zu- folge dort ebenso statt wie Weiterbildungen D er Gültigkeitsbeginn der umstrittenen EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) soll um ein Jahr verschoben werden. Für große und mittlere Unternehmen würde dann der 30. Dezember 2025, für Kleinst- und kleine Unternehmen der 30. Juni 2026 gelten. Neue Musikakademie Bach and Breakfast EU-Entwaldungsverordnung Inkrafttreten soll verschoben werden Das 24-Millionen-Euro-Hotel des Bläserverbands kommt gut an zu Vereinsmanagement und Vereinsrecht, Jugend-Orchesterwochen oder pädagogi- sche Seminare. Zunehmend würden auch Unternehmen die Säle und Konferenzräume nutzen. Global Player im Instrumentenbau wie Miyazawa Japan und Buffet Crampon Frankreich zählen laut Verband zu den Partnern und Sponsoren der BDB-Bildungsangebote. Unternehmens- orchester wie das Schweizer Classical Or- chestra Roche proben im Johann-Sebastian- Bach-Saal, der mit Akustikvorhängen von Gerriets, modernster Technik und Steinway- Konzertflügel ausgestattet ist. Und überall sei die Musik präsent, in Bild, Text und Audio. „Wir sehen unser Haus als Brücke zwischen Unternehmens- und Kultur- welt und wollen beide in Zukunft, gerade auch im Hinblick auf den Nachwuchs, verstärkt zusammenführen“, schreibt der BDB. Klingt wie Musik in den Ohren. Einen entsprechenden Vorschlag hat die EU- Kommission veröffentlicht. Parlament und Ministerrat müssen noch zustimmen – ob sie das tun und bis wann, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Verordnung regelt, dass Produkte nur dann in der EU verkauft werden dürfen, wenn dafür keine Wälder gerodet oder geschä- digt wurden. Die Chancen für eine Verschie- bung dürften groß sein, da von vielen Seiten kritisiert wird, dass die Verordnung in der Praxis so (noch) nicht umsetzbar ist. Denn sie soll für Holz und weitere Rohstoffe aus allen Staaten der Erde gelten, und deren Herkunft soll quasi parzellenscharf ermit- telt und dokumentiert werden, was je nach Länge der Lieferkette praktisch unmöglich sein dürfte. Viele Unternehmen müssten de- taillierte Daten in eine neue EU-Plattform hochladen, die frühestens im November oder Dezember freigeschaltet wird. Die Daten dazu werden jedoch auf absehbare Zeit nicht vollständig verfügbar sein, wes- halb die EUDR eine immense Bürokratie verursachen wird. Holzverpackungen, die nicht als eigenständige Produkte verkauft werden, sondern andere Er- zeugnisse umschließen, fallen nicht unter die EUDR. Dies gilt laut den neuen EU-Leitlinien auch für Kartonverpackungen und beigelegte Betriebsanleitungen. Weitere Infos über die IHK-Homepages (Suchwort „EUDR“) Ba Bild: Adobe Stock/ Kletr Drei, zwei, eins, los- musizieren: Für Musik ist viel Raum in der neuen Akademie des Bläserverbands.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5