Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'24 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
58 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 10 | 2024 Frau Hakenjos, Ihre Unternehmensübergabe ging geradezu lehrbuchmäßig vonstatten. Wie sollte ein Übergabeprozess aussehen? Birgit Hakenjos: Den Übergabeprozess sollte man so früh wie möglich angehen und sich vorab auch bera- ten lassen. So lässt sich eine passende, individuelle Nachfolgeregelung für das eigene Unternehmen he- rausarbeiten und man erhält einen guten Überblick über Angebote, Beratungen und Hilfestellungen, die hierfür genutzt werden können. Denn eine Unterneh- mensübergabe kann ein langer und komplexer Prozess sein und nicht immer läuft es so wie in meinem Fall. Welche Herausforderungen sehen Sie derzeit bei der Unternehmensnachfolge, insbesondere in kleinen und mittelständischen Unternehmen? Eine der größten Herausforderungen ist sicherlich der Mangel an geeigneten Nachfolgerinnen und Nachfol- gern. Viele Unternehmen suchen aktuell händeringend nach einer geeigneten Nachfolge, aber die jüngere Generation hat oft andere Karrierepläne, möchte vielleicht sogar selbst gründen und sieht die Unter- nehmensübernahme noch nicht als Möglichkeit der Selbstständigkeit. Hinzu kommt, dass aufgrund des demografischen Wandels weniger Nachfolger in den Startlöchern stehen. Außerdem sind Themen wie Fi- nanzierung, Unternehmensbewertung und sogar die Fortsetzung folgt – ein Wunsch, der leider nicht immer in Erfüllung geht. Denn noch nie war Unternehmensnachfolge so schwer wie heute. Laut aktuellem DIHK-Report kommt nur ein Interessent auf drei Unternehmen. Doch es gibt auch positive Beispiele: Birgit Hakenjos hat es innerhalb nur weniger Monate geschafft, ihr Unternehmen „HAKOS“ an einen externen Nachfolger zu übergeben. »Mit der Nachfolgeplanung so früh wie möglich beginnen« »Das Thema Nachfolge ist ein wichtiger Faktor für die Stabilität und das Wachstum unserer Wirtschaft«
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