Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'24 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
30 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 10 | 2024 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg Bild: PIXL Agentur, Hüfingen Präsentation von Erfolgsbeispielen aus der Region Gemeinsam gegen Leerstände D ie Initiativen zur Belebung von Leerständen nehmen zu. Temporäre Anmietungen und Pop- up-Konzepte werden dabei ebenso angewendet wie erste Mietpreisförderungen durch Kommunen. Bei einem Impulsabend im Haus der Wirtschaft wurden nun Erfolgsbeispiele präsentiert und Erfahrungswerte ausgetauscht. Das Fazit der Beteiligten: Leerstände müssen kein Dauerzustand sein. Gewerbetreibende, Eigentümer und Kommunen hätten oft vergleichbare Interessen und säßen meist im selben Boot. „Leerstände schaden dem Stadtbild. Sie trüben das Bild einer lebendigen Innenstadt und erzeugen einen negativen Eindruck bei Passanten und Bürgern. Des- halb ist es gut, wenn es Initiativen dagegen gibt“, be- kräftigte Philipp Hilsenbek, IHK-Geschäftsbereichslei- ter Standortpolitik, in seiner Begrüßung. Er dankte den anwesenden Gewerbevereinen und Citymanagements für ihr Engagement vor Ort zum Wohle der Gewerbe- treibenden. Er bekräftigte den engen Schulterschluss mit den Kommunen, welchen es in der Region an sehr vielen Stellen gebe. Hilsenbek: „Bei uns gilt der Grund- satz: Innenstadt geht nur gemeinsam.“ Modernes Nutzungsmanagement Christian Eckert, Impulsreferent der imakomm Akade- mie in Aalen, verwies auf die Ansätze eines modernen Nutzungsmanagements: „Erstens müssen innovative Ansätze vor Ort überhaupt gewünscht sein. Zweitens sollte branchenübergreifend gedacht werden. Eine Neubelebung muss nicht immer zwingend durch den Einzelhandel passieren. Drittens müssen die Eigentümer zu Beteiligten gemacht werden.“ Im Zuge einer wissen- schaftlichen Erhebung hätten 84 Prozent der deutschen Kommunen diese Zielgruppe als einen Schlüsselakteur für die künftige Entwicklung der Innenstadt identifiziert. In welcher Form sich Industrie und Innenstadt ergänzen, präsentierten Alexandra Laufer und Christine Neu vom Standort Donaueschingen. Als Geschäftsführerin des In- dustrieunternehmens AP&S International GmbH beglei- tet Alexandra Laufer das Unternehmen „LUI FASHION“ als Teilhaberin. „Schließlich hat auch die Industrie ein Interesse, dass sich Mitarbeitende vor Ort wohl fühlen“, so Laufer. Wenn die Familie eine Stadt möge, seien auch die Mitarbeiter zufrieden. Leerstände störten hier nur. „Gleichzeitig wirkt eine solche Kooperation auch besser bei Finanzierungsgesprächen“, sagt Christine Neu. Da- mit bekämen alle Involvierten mehr Planungssicherheit: die Bank, der Eigentümer, das Unternehmen. Die Stadt Furtwangen teilte ihre positiven Erfahrungen mit der Pop-up-Förderung des Landes Baden-Würt- temberg. Francesca Hermann, die als Wirtschafts- förderin die Belebung einer leerstehenden Immobilie organisierte, bilanzierte: „Der regelmäßige Wechsel an Mietern hat die Neugier von Passanten, Bürgern und Gästen spürbar geweckt.“ Gleichzeitig hätten Exis- tenzgründe eine erste Anlaufstelle zum Erproben ihrer Geschäftsidee erhalten. Der Eigentümer wurde mit der Aufmerksamkeit für seine Immobilie belohnt, sodass eine bleibende Einmietung an einem zentralen Ort in der Innenstadt nun realistisch ist. Hi Philipp Hilsenbek Fachbereich Standortpolitik 07721 922-126 hilsenbek@vs.ihk.de Diskutierten gemeinsam Erfolgsbeispiele gegen Leerstände (auf dem Podi- um von links): Francesca Hermann, Ralf Heinzel- mann, Christian Eckert, Barbara Wild, Alexandra Laufer und Christine Neu.
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