Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'24 - Hochrhein-Bodensee
22 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 10 | 2024 W enn Steffen Schoger morgens seinen Arbeits- platz im Konstanzer Industriegebiet betritt, wird er vom Duft nach frisch geröstetem Kaffee begrüßt. Der 31-Jährige ist seit 2023 Vertriebsmitarbeiter bei der Kaffeerösterei Konstanz. Er berät die Businesskunden der Rösterei, die sich Kaffeebohnen oder gemahlenen Kaffee liefern lassen möchten. Dafür organisiert das Team auch das Pfandsystem, mit dem die Rösterei ver- stärkt eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Verpackungen anbieten möchte. Denn Nachhaltigkeit ist in diesem Unternehmen ein großes Thema. 40 Sorten im Angebot Die Kaffeerösterei mit rund 20 Mitarbeitern vertreibt seit 2002 hochwertige Spezialitätenkaffees, unter anderem in ihrem Fachgeschäft in der Konstanzer Innenstadt, und ist seit 2007 Bio zertifiziert. Geröstet wird seit 2017 im Industriegebiet. Um die 40 Kaffeesorten hat die Rösterei im Angebot, darunter Mischungen, aber hauptsächlich sortenreine Kaffees. Zu den Abnehmern zählen neben Privatkunden auch Restaurants, Hotels, Cafés, Feinkost- geschäfte, Hofläden sowie verschiedene Supermärkte. Geliefert wird, wenn möglich, per Fahrradkurier von der SK-Citylogistik. Auch der Konstanzer Standort der IHK Hochrhein-Bodensee bezieht mittlerweile auf diesem Weg seine Kaffeebohnen von der Rösterei. Nicht nur die umweltfreundliche Lieferung, sondern auch die umweltfreundliche Verpackung liegt der Kaffeerösterei am Herzen. Neben aluminiumfreien und recyclebaren Verpackungen bietet die Rösterei deshalb ein Pfandsystem an. Die Bohnen werden in wiederverwendbaren Eimern vom Fahr- radkurier geliefert. Bei der nächsten Lieferung nimmt der Kurier die leeren Eimer wieder mit, damit sie gereinigt und wiederverwendet werden kön- nen. Dank dieses Systems spart die Rösterei Verpackungsmaterial. Die Idee kommt bei den Kunden gut an. „Immer wenn es möglich und umsetz- bar ist, bieten wir das Pfandsystem an. Das ist mittlerweile sehr beliebt und einige Kunden fragen explizit danach“, erklärt Schoger. Und was geschieht mit Verpackungen, die nicht mehr benötigt werden? Upcy- cling ist hier das Stichwort. „Materialien, die wir verwendet haben, verarbeiten wir weiter“, er zählt Steffen Schoger. „Das betrifft zum Beispiel die Kaffeesäcke aus Jute, in denen der Rohkaffee geliefert wird: Aus denen entstehen durch eine Kooperation mit den Werkstätten der ZfP Reichenau Säckchen für Ge- schenke.“ Besonders stolz ist er auf die Herstellung von Taschen, deren Innenseiten mit alten Verpackungen aus der Rösterei verkleidet sind. Gesammelt werden die Kaffeetüten von Kunden wie zum Beispiel der Tollen Knolle und der Markthalle Reichenau. Genäht werden Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz betreffen alle – auch die Wirtschaft. In unserer Serie stellen wir Unternehmen aus der Region vor, die sich besonders in diesen Bereichen engagieren. Sie erzählen, welche Maßnahmen sie ergreifen, um zum Klimaschutz beizutragen. In dieser Ausgabe stellen wir die Kaffeerösterei Konstanz vor, die mit einem neuen Pfandsystem, umweltfreundlichen Verpackungen und Lieferung per Fahrradkurier für umweltbewussten Genuss sorgt. Klimaserie Kaffeerösterei Konstanz setzt auf Fahrradkurier und Pfandsystem Umweltbewusst zum Kaffeegenuss Bei der Röstung wird noch Gas verwendet – nach einer umweltfreundlicheren Methode wird gesucht. Das Pfandsystem ist so be- liebt, dass die Kaffeerösterei neue Eimer gestaltet hat.
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