Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'24 -Südlicher Oberrhein
25 9 | 2024 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Ende Juli fand der “Tag des Generationenwechsels“ in Baden-Baden statt. Foto: Tobias Symanski Weitere Informationen zur Unternehmensnachfolge: https://www.ihk.de/freiburg/ starthilfe/unternehmensnachfolge https://bw.uwd.de/ Kontakt: Christina Gehri christina.gehri@freiburg.ihk.de 0761 3858-142 „Tag des Generationenwechsels 2024“ Die Kunst der Unternehmensübergabe E ine neue Generation soll das Ruder im Unter- nehmen in die Hand nehmen. Doch wie geht das überhaupt? Und welche Fehler sollte man möglichst vermeiden? Antworten auf diese und andere Fragen gab es beim „Tag des Generationenwechsels 2024“ Ende Juli in Baden-Baden. Die Zahl ist groß, sehr groß. Geschätzt 190.000 Unter- nehmen stehen zwischen 2022 und 2026 zur Übergabe an, weil ihre Eigentümer aus persönlichen Gründen aus der Geschäftsführung ausscheiden. Das hat das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) berechnet. Der demografische Wandel schlägt mit voller Wucht zu, der Trend setzt sich in den kommenden Jahren nicht nur fort, sondern wird sich noch verstärken. Impulse geben Was also tun? Betroffenen Unternehmen Impulse für eine erfolgreiche Unternehmensübergabe mit- geben, beispielsweise. Das haben die IHK Südlicher Oberrhein, IHK Karlsruhe und IHK Nordschwarzwald zusammen getan. Bei ihrem „Tag des Generationen- wechsels 2024“, der Ende Juli in Baden-Baden statt- fand. Das Thema Unternehmensübergabe ist sehr kom- plex. Und es geht dabei ans Eingemachte. Mit vielen juristischen und betriebswirtschaftlichen, aber auch emotionalen Fragestellungen. Die Beantwortung der Fragen ist zwar aufwendig, ermöglicht aber eine Stand- ortbestimmung auf der einen Seite und schärft auf der anderen Seite den Blick für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Beispielsweise bei der Frage: Was ist das Unternehmen überhaupt wert? Und wie bezahlt man eine Übernahme? Stefan Hammes von der IHK Nordschwarzwald stellte dazu unterschiedliche Ver- fahren vor. Hammes: „Keine gute Idee sollte am Ende an der Finanzierung scheitern.“ Jörg Schröder von der Kanzlei Caemmerer Lenz in Karlsruhe zeigte den Weg des Unternehmensverkaufs auf. „Jede zweite Nachfolge wird in der Familie abgewickelt, doch ein Drittel der Unter- nehmen wird verkauft.“ Auch hier gibt es verschiedene Ansätze – je nach Rechtsform der Gesellschaft. „Alles muss sauber bestimmt oder bestimmbar sein.“ Egal ob es um klassische Unternehmenswerte, Patente oder Mitarbeitende geht. „Es gibt kein Schema, jeder Fall ist anders.“ Für die Teilnehmer gab es nicht nur Best-Practice- Beispiele von zwei Unternehmern, die ihre Betriebe im Rahmen der Nachfolge verkauft hatten, sondern auch Tipps und Anregungen, was man bei der Übergabe gene- rell beachten sollte. Aber warum scheitern Nachfolgen eigentlich? „Weil man die Übergabe emotional nicht in den Griff bekommt, wenn Alt-Inhaber ihren Nachkom- men etwa nicht genug Vertrauen entgegenbringen und noch über Jahre die Zügel vollständig in der Hand halten wollen“, sagte Christina Gehri, Expertin für Nachfolge- fragen bei der IHK Südlicher Oberrhein. Oder weil un- gelöste Standortprobleme selbst einem kerngesunden Unternehmen den nachhaltigen Erfolg verbauen. „Die gute Nachricht am Ende des Tages: Die meisten Firmen bekommen die Nachfolge hin, aber ein Viertel scheitert doch“, berichtete Finanzexperte Thomas Mit- termaier von der Volksbank Freiburg. Er rät potenziel- len Übergebenden: „Es geht nicht darum, 24/7 in sei- nem Unternehmen zu arbeiten, um sich unentbehrlich zu machen, sondern sinnvoll an seinem Unternehmen zu arbeiten.“ Gehri: „Denken Sie nicht rund um die Uhr an Ihren Betrieb und lassen die Familie hinterherlaufen. Sonst wird es nichts mit der gelungenen Übergabe. tas
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