Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'24 -Südlicher Oberrhein
REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein ANZEIGEN FÜR HANDWERK UND INDUSTRIE: ERGONOISCHE PROFI-WRRKBANK ̦#EHFNB maschinenbau Professionelle Werkstatt- und Betriebseinrich- tungen unter ergonomischen Gesichts- kpun ten – jetzt investieren! www.beck-maschinenbau.de A NWALTSKANZLEI D R . R EICHERT & K OLLEGEN – V ERTRAUEN GEGEN V ERTRAUEN – VERLÄSSLICH , KOMPETENT , DURCHSETZUNGSSTARK ERBRECHT Verwaltungsrecht Arbeitsrecht JURIST AUS LEIDENSCHAFT ERFAHRUNG UND KRAFT Am Froschbächle 16 · 77815 Bühl Tel. 0 72 23/9 49 10 · Fax 0 72 23/9 49 191 E-mail: kanzlei@reichert-recht.de WWW.REICHERT-RECHT.DE R ECHTSANWALT D R . B ERND R EICHERT RECHTSANWÄLTE & STEUERBERATER aus der Region empfehlen sich Mehr als 50 Jahre IHK-Prüfer Ein Besserwisser mit Herz (und Prüfstein) N ur wenige Menschen können von sich behaupten, 50 Jahre ehrenamtlicher IHK-Prüfer zu sein. Hans-Peter Hensle hat sogar 52 Jahre geschafft. 76 – 52 – 1. Natürlich haben Herren etwas andere Maße als Damen. Und wenn sie 76 Jahre alt und seit 52 Jahren als ehrenamt- licher Prüfer im Dienst der IHK tätig sind, dann ist das schon 1zigartig. Hans-Peter Hensle ist aber dennoch einer von vielen. 2.000 ehrenamtlich tätige Menschen stehen in den Diensten der IHK Südlicher Oberrhein als Prüfer. Aber: Er ist ein ganz Besonderer unter ihnen. In diesem Ehrenamt ist man natürlich akri- bisch – und zugleich gütig. Denn immerhin befinden sich (meist junge) Menschen vor einem, denen das Herz häufig bis zum Hals schlägt. Immerhin steht eine Abschlussprü- fung an. Stehen sie vor Hans-Peter Hensle, der einst selbst sein Wissen als Fernmel- deinstallateur und Fernmeldeelektroniker auf den Prüfstand stellen musste, begegnen sie einem Mann, der Ruhe und Kompetenz ausstrahlt. Und nach 52 Jahren als IHK-Prüfer gesellen sich dazu noch Souveränität und eben jene Güte und Weisheit, die nach Jahr- zehnten der Erfahrung entstehen. „Kennen Sie den Unterschied zwischen Theoretiker und Praktiker?“, fragt er. „Der Theoretiker weiß alles, aber es funktioniert nicht recht. Beim Praktiker funktioniert alles, aber er weiß oft nicht, warum.“ Hans-Peter Hensle lächelt, kramt in seiner Aktentasche und legt ein Dokument aus dem Jahr 1973 auf den Tisch. Und dann noch eines. Und dann noch eines. Das erste trägt einen wun- derbar historisch anmutenden Briefkopf der IHK Südlicher Oberrhein und lädt ihn ein zur „Prüfervor- und Abschlussbesprechung“. Das zweite bestätigt einen weiteren Schritt in sei- ner Karriere auf diesem Gebiet: die Berufung in den Prüfungsausschuss. Und weil an dieser Stelle die Quantität in der Dauer liegt, erhält Hans-Peter Hensle für sein 50 Jahre dauern- des Engagement 2022 die „Welle in Gold“ als Zeichen der Anerkennung durch die IHK. Vom Ausbilder zum Prüfer Dass Hensle sich dieses Abzeichen nicht ans Revers geheftet hat, passt zu dem 76-Jähri- gen. Wenn er davon berichtet, wie er zu sei- nem Ehrenamt kam, wird klar, dass dieser Mann im Fluss des Lebens ist: „Eigentlich habe ich als Auszubildender bei der Telenorma einen Großteil des Schwarzwalds versorgt mit Anlagen. Ich war damals außerdem Rettungs- sanitäter beim DRK und habe dort auch selbst Leute ausgebildet. Das hat mein Arbeitgeber mitbekommen und meinte dann, ich könne doch auch Ausbilder bei der Telenorma sein. So hat alles begonnen.“ Es folgte eine lange Zeit in dieser Position – samt Einrichtung von Werkstätten und eines Unterrichtsraums in Konstanz im Jahr 1971. Als Telenorma von Bosch übernommen wurde, oblag Hensle die Ausbildungsleitung. 1987 berief die IHK ihn als Vertreter der südbadischen Wirtschaft in die Lehrplankommission des Kultusministeriums Stuttgart, wo er elf Monate mitgearbeitet hat. Anfang der 1990er-Jahre schloss das Unter- nehmen seinen Freiburger Standort und Hens- le schlug die Angebote seines Arbeitgebers aus, wählte stattdessen die Selbstständigkeit und führte ein Telekommunikationsunterneh- men. Die Namen, für die er arbeitete, wechsel- ten kontinuier- lich von Bosch, Telekom, zu Bosch-Telekom und Tenovis. Und zuletzt war er als selbst- ständiger Un- ternehmer für Vodafone tätig. Ein Abbild der rasenden Entwicklung der Branche: „Als in Neustadt 2001 der Weltcup im Skispringen stattfand, hatte ich die Ehre, das dortige Me- dienzentrum aufzubauen. Wir mussten 120 Telefon- und Daten-Arbeitsplätze für Journa- listinnen und Journalisten zur Verfügung stel- len; eine Mammutaufgabe, die heute mit funk- tionierendem WLAN erledigt ist.“ Dass sich nicht nur die Umstände änderten, sondern mit ihnen auch die Ausbildung, wurde ebenfalls Teil von Hensles Erfahrung: „Robert Merle von der IHK bat mich, bei der Umstellung des Berufsbildes auf Kommunikationselektroni- ker bei der Erarbeitung des neuen Lehrplans mitzuwirken. Also bin ich ein Jahr lang jeden Freitag nach Stuttgart zur Lehrplankommissi- on des Kultusministeriums gefahren und habe selbst dabei viel gelernt.“ „Junge Menschen auszubilden, war der Inhalt meines Berufslebens“, blickt Hans- Peter Hensle zurück. Nun hat er sich mit den letzten beiden Prüfungstagen Anfang Juli aus diesem Amt verabschiedet. Dass er für manchen Menschen hin und wieder das Zünglein an der Waage war, weiß er – und er handhabte es mit Achtsamkeit. „Für die tolle und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der IHK-Abteilung Aus- und Wei- terbildung empfinde ich große Dankbarkeit.“ Doris Geiger Foto: Doris Geiger Hans-Peter Hensle hat 52 Jahre für die IHK Prüfungen durchgeführt.
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