Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'24 -Südlicher Oberrhein

19 9 | 2024 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten ANZEIGE SIE HABEN EINE SCHWER ZU LÖSENDE FERTIGUNGSAUFGABE? SCHNELLER UND PRÄZISER GEHT ES NICHT. PRODUKTE » Schneckenradsätze » Schneckenwellen » Schneckenräder » Gewindekerne » Motorwellen » Gewindespindeln » Werkzeugspindeln » Sonderschrauben » Medizintechnik » Prototypenbau CNC LOHNARBEITEN » Fräsen » Drehen » Tieflochbohren » Schneckenradfräsen » Schneckenschleifen » Gewindeschleifen » Rundschleifen » Polygonschleifen » Exzenterschleifen AWS M.Schauber GmbH Präzisionsteile Rottweiler Strasse 34 | 78669 Wellendingen +49 7426 1042 | express@schauber-gmbh.de Schnelle Infos unter: EXPRESS.AWS-SCHAUBER.DE IHK-Vollversammlung Müller warnt vor Verbotsdebatten D ie Vollversammlung der IHK Südlicher Oberrhein tagte am 25. Juli in Lahr. Als Gastrednerin war Hildegard Müller gekommen, die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Sie warnte vor ideologisch geführten Verbotsdebatten rund um die individuelle Mobilität und nahm den Standort Deutschland kritisch in den Blick. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Südlicher Oberrhein, Dieter Salo- mon, begrüßte Müller im großen Sitzungssaal der IHK in Lahr. „Wenn man sich die beruflichen Aufgaben im deutschen Verbändewesen anschaut, hat sie nicht nur den spannendsten, sondern wahrschein- lich auch den schwierigsten Job, den man sich hierzulande vorstel- len kann“, sagte Salomon. Vor allem wenn man an die Bedeutung der deutschen Automobilindustrie im aktuellen geopolitischen Spannungsfeld denke. Und an die Herausforderungen, denen die Leitbranche aktuell im Transformationsprozess gegenüberstehe. Müller sendete das klare Bekenntnis, dass die Automobilindustrie große Anstrengungen vollziehe, um den Transformationsprozess in der Branche zu gestalten. „280 Milliarden Euro fließen allein in den kommenden vier Jahren in die Forschung und die Entwick- lung neuer Antriebe und die Digitalisierung.“ Trotzdem werde die Elektromobilität kein Allheilmittel im Verkehrssektor sein. „Sollten 2030 – wie die Bundesregierung gesagt hat – 15 Millionen E-Autos in Deutschland unterwegs sein, haben wir immer noch rund 35 Millionen mit Verbrenner-Motor, 280 Millionen sind es in der EU, 1,5 Milliarden weltweit. Wir erreichen unsere Klimaziele also nie, wenn wir für diese Fahrzeuge keine Lösungen finden. Ich rate dazu, nicht über Verbote nachzudenken, denn es geht um eine große soziale Frage und darum, das Leben zu organisieren. Ideologische Kriege über die Mobilität sollten eigentlich der Vergangenheit angehören.“ Standort nicht mehr wettbewerbsfähig Und wie ist die deutsche Automobilindustrie im weltweiten Ver- gleich aufgestellt? Müller: „Wir brauchen uns im internationalen Wettbewerb nicht zu verstecken. Mit gut gesetzten Rahmenbedin- gungen kann sich die Branche gut entwickeln – auch beim Thema autonomes Fahren.“ Das könne beispielsweise eine Lösung für den ländlichen Raum sein, weil Fahrzeuglenker fehlten und entlegene Regionen auch deswegen nicht gut an den ÖPNV angeschlossen seien. Müller, die insgesamt mehr als 600 Unternehmen vertritt und eine Branche mit einer Inlandsproduktion im Wert von knapp 560 Milliarden Euro im Rücken hat, hatte aber auch eine unangeneh- me Botschaft mit nach Lahr gebracht. Von den vielen Milliarden, die die Automobilbranche in den kommenden Jahren in Forschung und Entwicklung investiere, würden immer weniger in Deutschland bleiben. „Hohe Bürokratie-, Energie- und Arbeitskosten machen den Standort schlichtweg nicht mehr wettbewerbsfähig. Die Werke werden hier nicht morgen zugemacht, aber es entstehen auch keine neuen.“ Hinzu komme das Problem der schleppenden Digitalisie- rung. „Die Geschwindigkeit, die der Staat bei der Digitalisierung von der Wirtschaft erwartet, erfüllt er selbst nicht. Andere Länder auf dieser Welt beweisen, dass es schneller vorwärts gehen kann.“ tas Foto Tobias Symanski IHK-Präsident Eberhard Liebherr, VDA-Präsidentin Hildegard Müller und IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Salomon (von links)

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