Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'24 -Südlicher Oberrhein
18 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 9 | 2024 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein 17 Duale Ausbildung IHK rührt die Werbetrommel 19 Vollversammlung Hildegard Müller war Gastrednerin in Lahr 20 Ehrenamt Hans-Peter Hensle blickt auf über 50 Jahre als IHK-Prüfer 21 Auftaktveranstaltung Startschuss für Unternehmerin- nen-Netzwerk IHKconnect 22 Käpsele Innovation Festival Von KI zu digitalen Gesundheits- lösungen 24 Berufliche Bildung Feier für die prüfenden Praktiker 25 Unternehmensübergabe Zahlreiche Impulse beim „Tag des Generationenwechsels“ 27 Termine Lehrgänge und Seminare 32 Enterprise Europe Netwwork Instrument der internationalen Geschäftsanbahnung INHALT Besonders betroffen vom Azubi-Mangel im Kammerbezirk sind der Landkreis Breisgau- Hochschwarzwald mit 60 Prozent und der Ortenaukreis mit 56 Prozent unbesetzten Lehrstellen. Die Branchen mit den größten Nachwuchssorgen sind Industrie, Gastrono- mie und Transportgewerbe, wo jeweils rund zwei Drittel der Unternehmen angaben, nicht alle Lehrstellen besetzt haben zu können. Azubi-Marketing wird immer wichtiger In der Umfrage machten die Unternehmen auch Angaben zu den Gründen, warum ihre Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben sind. Die mit Abstand häufigste Antwort lautete: „Es lagen keine geeigneten Bewerbungen vor“ (74 Prozent). Dahinter folgt die Angabe: „Es lagen keine Bewerbungen vor“ (38). Zu den weiteren Gründen zählten: „Die Ausbil- dungsplätze wurden von den Auszubildenen nicht angetreten“ (10), „Der Ausbildungsver- trag wurde durch uns nach Beginn der Aus- bildung aufgelöst“ (9) oder „Die Ausbildungs- verträge wurden von den Auszubildenden nach Beginn der Ausbildung aufgelöst“ (7). Dabei ist es längst nicht (mehr) so, dass Unternehmen sich zurücklehnen und auf Bewerbungen warten. Bei der Suche nach Nachwuchskräften geben sich viele Betrie- be große Mühe. Um auf ihre Ausbildung auf- merksam zu machen, nutzen sie natürlich auch das Internet: 90 Prozent der teilneh- menden Unternehmen gaben an, dass sie auf ihrer Webseite oder auf Karriereseiten für die Ausbildungsmöglichkeiten in ihrem Haus werben; 59 Prozent betätigen sich aktiv auf Online-Stellenbörsen, beispielsweise der IHK-Lehrstellenbörse. „Wir können uns glücklich schätzen, dass es in unserer Region so viele Ausbildungsbetrie- be gibt, aber diese stehen vor immer größe- ren Herausforderungen“, sagt Simon Kaiser, IHK-Geschäftsführer der Aus- und Weiterbil- dung. „Schon jetzt lassen sich viele Betriebe eine Menge einfallen, um junges Personal zu gewinnen. Es wird in Zukunft noch mehr auf ein kreatives Azubi-Marketing ankommen“, so Kaiser. IHK startet Instagram-Kanal „azubi_hub“ Die Umfrage zeigt auch, wie wichtig den Betrieben eine direkte und authentische Ansprache von potenziellen Fachkräften ist. Mehr als jedes zweite Unternehmen sucht den Kontakt zu möglichen Azubis mittler- weile über die sozialen Medien. Dabei steht Instagram derzeit am höchsten im Kurs (52 Prozent), gefolgt von LinkedIn, Xing und Fa- cebook, die jeweils von circa 42 Prozent zu Rekrutierungszwecken bespielt werden. Auf Kanälen wie TikTok, YouTube oder WhatsApp sind die Betriebe (noch) eher selten unter- wegs (jeweils rund 14 Prozent). Während Unternehmen Instagram & Co. dazu benutzen, um für sich selbst als Aus- bildungsbetriebe zu werben, hat die IHK Südlicher Oberrhein mit dem jüngst erfolg- ten Start ihres „azubi_hub“ auf Instagram das Thema Ausbildung in seiner gesamten Breite auf dem Schirm. Ziel ist es nicht nur, junge Menschen in Sachen dualer Ausbildung zu informieren, sondern auch das positive Lebensgefühl zu transportieren, das eine Ausbildung mit sich bringt. Hier knüpft die IHK an die deutschlandweite Kampagne al- ler Industrie- und Handelskammern „Jetzt #koennenlernen – Ausbildung macht mehr aus uns“ an. Gewicht auf der Berufsorientierung Worum geht es dabei genau? Beispielsweise um ganz konkrete Einblicke in die Alltagswelt von Auszubildenden. Um die vielen Angebote, die die IHK für Schüler, künftige und aktuelle Auszubildende oder Absolventen bereithält. Oder um Bewerbungstipps, Berufsbilder, aber auch die ausgezeichneten Karrierechancen, die sich aus der dualen Ausbildung ergeben. „Wir müssen jungen Menschen vermitteln, was für einen Wert eine solide Ausbildung für den beruflichen Erfolg hat“, sagt Simon Kaiser. „Hier spielen auch die Schulen eine wichtige Rolle. Die in Baden-Württemberg beschlossene Rückkehr zu G9 bietet die Chance, dass insbesondere auch an Gym- nasien die zusätzliche Zeit genutzt wird, mehr Gewicht auf die Berufsorientierung zu legen.“ Wünschenswert wäre aus seiner Sicht zum Beispiel eine zweite BOGY-Praktikums- woche. Darüber hinaus richtet die IHK ihre praktischen Berufsberatungen speziell auch an Gymnasiasten und entsendet hierfür Aus- bildungsbotschafter. „Wir müssen auch Gym- nasiasten zeigen, dass es zum Studium eine attraktive Alternative gibt: die Ausbildung in einem innovativen Unternehmen.“ flo/tas Der azubi_hub der IHK Südlicher Oberrhein auf Instagram: https://www.instagram.com/azubi_ hub?igsh=Nmh4bnN4bjZiMnps Quelle: IHK
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